Pünktlich zum Jahreswechsel konnte der erste, deutsche Chicorée aus neuerntigen Wurzeln am Markt offeriert werden. Damit fiel der offizielle Startschuss zur neuen Vermarktungssaison. Trotz Kostensteigerungen und herausfordernder Marktbedingungen blicken die Togaz GmbH sowie deren Kooperationspartner Hugo Jongejan (LOF BV) und Walter Buchmann (Chicoréeproduktion NRW) bisher auf eine gelungene Saison zurück. Auch die Vorzeichen zur neuen Kampagne seien allesamt vielversprechend.
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Knackfrische Chicorée-Sprossen in der Treibzelle. Neben den bereits geplanten Werbeaktionen können je nach Angebot und Nachfrage auch kurzfristig Werbungen geplant werden.
Konstellation zahlt sich aus
Bislang seien die Wurzelqualitäten und -größen durchweg zufriedenstellend gewesen, berichtet Walter Buchmann, Geschäftsführer der Chicoréeproduktion NRW mit Sitz in Wesel. "Auf unserem Betrieb ist die Wurzelplanung recht gut ausgegangen. Das heißt, wir konnten nahezu restlos in die neue Saison starten und hatten somit einen recht fließenden Übergang." Abgesehen von einer steigenden Tendenz zum Jahresauftakt seien die deutschen Chicorée-Preise recht stabil, ergänzt Dr. Lukas Scholz von der Togaz GmbH, Teil der Gemüsering-Gruppe. "Volalität entsteht vor allem im Ausland, etwa an der Versteigerungsuhr. Verwerfungen auf Preisebene sind also eher externen Faktoren geschuldet und weniger auf unsere Produktion zurückzuführen."
"Wir als Vermarkter stehen auch in diesem Jahr vor der Aufgabe, Ausgleiche zu schaffen und den deutschen Chicorée im Verhältnis zum ausländischen Angebot attraktiv anzubieten. Einerseits beobachten wir den ausländischen Markt und die dortigen Preise, andererseits müssen wir unsere Betriebe auch bei steigenden Produktionskosten wettbewerbsfähig halten. Hierzu gehört eben auch eine moderate Steigerung der Preise und Erlöse, ohne dass die Schere im Verhältnis zur Importware zu weit auseinandergeht. Dies gelingt uns aber auch, indem wir mit unserem eigenen Produktionsbetrieb Chicorée-Produktion NRW und LOF zwei gute Partner im Rücken haben, die sich um den Anbau respektive die Wurzelthematik kümmern." Diese einzigartige Konstellation hat sich bewährt und zahlt sich auch in der laufenden Saison aus, führt Scholz weiter aus.
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Seniorchef Jan de Vries vom Kooperationspartner LOF zu Besuch in der Treiberei in Wesel. Über das Jahr verteilt werden in Wesel drei Hauptsorten erzeugt.
Ähnlich wie bei vielen anderen Kulturen machen sich die allgegenwärtigen Kostensteigerungen auch in der Chicoréebranche bemerkbar, bestätigt Buchmann, der seit 2018 am Ruder der modernen Treiberei steht. "Im Zuge der jüngsten Mindestlohnerhöhung müssen auch wir unsere Fachkräfte entsprechend entlohnen. Auch die weiteren Betriebskosten steigen im niedrigen Prozentbereich. In der Summe wird es tendenziell schwieriger, die Kosten auf Vermarktungsebene weiterzugeben." Dennoch sei die momentane Nachfrage als gut zu bewerten. "Fruchtgemüse etwa ist momentan überwiegend knapp und teuer. Man merkt, dass in solchen Fällen wieder vermehrt auf Produkte zugegriffen wird, die kontinuierlich in gleichbleibender Qualität zu erwerben sind. Davon profitiert eben auch der Chicorée. Denn im Gegensatz zu vielen anderen Freilandprodukten unterliegt der Chicorée in der Regel keinen großen Mengen- und Qualitätsschwankungen, was besonders für den Artikel spricht."
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Drei Geschäftspartner im Bild: v.l.n.r. Produzent Walter Buchmann, Hugo Jongejan (LOF), Dr. Lukas Scholz (Gemüsering/Togaz) und Gerwin de Vries (LOF)
Chicorée als Ganzjahresartikel
Mit dem Einstieg der Spargelkampagne im April/Mai geht die Nachfrage nach Chicorée in der Regel sukzessive zurück. Scholz: "Bis vor wenigen Jahren galt der Chicorée vorwiegend als Wintergemüse, inzwischen haben viele LEH-Ketten ihn jedoch das ganze Jahr über gelistet. Insofern etabliert sich der Chicorée zunehmend als Ganzjahresartikel. Wir als Gemüsering versuchen diesen Trend unter anderem mit entsprechenden Social Media Kampagnen weiter voranzutreiben. Dies kommt am Ende auch der Wettbewerbsfähigkeit unserer Produzenten zugute." In der Nebensaison bis September wird die Auslastung der Chicorée Produktion NRW nach Angaben Buchmanns um ein Drittel zurückgefahren. "Jedes Jahr ist aber anders: Wenn der Kopfsalat am POS nicht hält, kann es mal vorkommen, dass wir auch im Juni erneut eine Nachfragesteigerung beobachten."
Generell erfreut sich der Chicorée auch bei jüngeren Verbrauchern tendenziell steigender Beliebtheit, bestätigen die Kooperationspartner unisono. Um auch diese Käuferschicht entsprechend zu erreichen, werden seit dieser Saison in ausgewählten Regionen neben der bewährten 500g-Packung ebenfalls 350g-Packungen für Single- sowie Zwei-Personen-Haushalte angeboten. "Ferner widmen wir uns schwerpunktmäßig der Entwicklung nachhaltiger, aber eben auch praxistauglicher Verpackungsalternativen. Hier werden abseits des PPWR-Verpackungsgesetzes bereits seit einigen Jahren durchgehend Lösungen getestet und ausführlich analysiert", heißt es abschließend.
Besuchen Sie das Unternehmen auf der Fruit Logistica: Hall 20 | B-41
Weitere Informationen:
Dr. Lukas Scholz
TOGAZ - Thüringer Obst und Gemüseabsatzzentrale GmbH
Rudolstädter Straße 100a
99099 Erfurt
[email protected]
www.togaz.de
Walter Buchmann
Chicorée Produktion NRW GmbH & Co. KG
Im Wehagen 6
46485 Wesel
Telefon: +49 281 47570550
E-Mail: [email protected]
www.chicoree-nrw.de