Kontinuierlich wurde das Sortiment von inländischen Offerten beherrscht. Nur punktuell wurden die Speiselagerkartoffeln von wenigen französischen Importen flankiert. Die sehr umfangreiche Ernte im Jahr 2025 wirkte sich weiterhin auf die Vermarktung aus: Die Verfügbarkeit lag über den Unterbringungsmöglichkeiten. Die Händler konnten laut BLE ihre bisherigen Forderungen jedoch in der Regel bestätigen. Im Bereich der Speisefrühkartoffeln konnte auf zyprische und italienische Partien zugegriffen werden, die jedoch unisono nur wenig Zuspruch generierten, da sie im Vergleich zu den einheimischen Chargen schlichtweg zu teuer waren.
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Kartoffelpreise stürzen nach Rekordernte ab
Nach der Rekordernte im vergangenen Jahr sind die Kartoffelpreise stark gefallen. Wegen des übersättigten Marktes werden die Knollen aktuell verschenkt, verfüttert oder als Energiequelle verheizt.
Auffällig sind ebenfalls die angekündigten Preissenkungen bei verschiedensten Kartoffelprodukten. Unter anderem Aldi, Lidl, Kaufland und Norma haben sich bereits an diesen Aktionen beteiligt.
Rheinland-Pfalz:
Am Kartoffelmarkt ist das Angebot aus den Überschussgebieten weiterhin drängend, die Umsätze im LEH typisch für die Jahreszeit. Der Frostperiode wird keine marktrelevante Reduzierung der Angebotsmenge zugesprochen. Die Ladenpreise sind im Vergleich zum niedrigen Niveau der Erzeugerpreise außerhalb von Aktionen immer noch hoch. Direktvermarkter berichten von ruhigem Geschäft.
NRW:
In NRW ist die Räumung der Flächenlager weit fortgeschritten. Als Konsequenz erfolgt in der aktuellen Woche ein vermehrter Übergang vom Flächenlager hin zu Speisekartoffeln aus dem Kistenkühlhauslager. Bei den Industriekartoffeln setzt sich die schwache Markttendenz fort.
Schleswig-Holstein:
Auf dem Kartoffelmarkt gibt es nach wie vor keine wirklichen Veränderungen zur Vorwoche. Das Angebot ist nach wie vor zu reichhaltig, daran scheinen auch die anhaltenden Werbekampagnen des Lebensmitteleinzelhandels wenig zu ändern. Die Situation für die Erzeuger stellt sich dabei zunehmend schwieriger dar, da von den Abnehmern nur sehr hohe Qualitäten abgenommen werden, gleichzeitig wird aber kein Handlungsspielraum für zwingend notwendige Lageraufschläge geboten. Der einzige Hoffnungsschimmer für die laufende Vermarktungssaison, an den sich auch hiesige Erzeuger klammern, scheint eine Entlastung des gesamtdeutschen Marktes durch in wenigen Wochen hoffentlich einsetzende Exporte nach Süd-Osteuropa. Ob dies dann auch wirklich eintreten wird, bleibt abzuwarten. Auch auf dem Terminmarkt gibt es wenig Veränderungen, der Fronttermin an der EEX gab sogar nochmal leicht nach. Es findet aber weiterhin so gut wie kein Handel statt.
Hessen:
Die Vermarktung von Kartoffeln verläuft in ruhigen Bahnen. Bis auf geringe Preisanpassungen setzt sich der stabile Preistrend fort. Mit spürbaren Preisaufschlägen wird vorerst kaum gerechnet, zumal weiterhin umfangreiche Mengen zur Verfügung stehen. Zusätzlich wird das Angebot durch überregionale Zufuhren mit teils deutlichen Preiszugeständnissen ergänzt. Unterdessen erhöht sich allmählich die Sortierquote mancher Partie. Im LEH laufen auch diese Woche Verkaufsaktionen, die das Kaufinteresse fördern sollen.
Niedersachsen:
Die Erzeugerpreise befinden sich weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Auch in den kommenden Wochen erwarten wir keine nennenswerten Preissteigerungen, berichtet die Heidesand eG.
Sachsen:
"Die Rekordernte in diesem Jahr trifft auf eine rückläufige Nachfrage." Daher habe man mit dem Händler nach einer einvernehmlichen Lösung gesucht. "Er kauft uns nun 4.000 Tonnen weniger ab", sagt Hans-Joachim von Massow. Er ist einer der Geschäftsführer der Osterland Agrar. Um den Überschüssen entgegenzuwirken, wurde mit einer großzügigen Spende an die Tafel eine Lösung gefunden. Ähnliche Aktionen fanden bereits in Berlin statt.
Bayern:
Auch in Bayern sorgt eine Rekordernte für deutlich billigere Preise im Supermarkt – doch für viele Erzeuger ist sie ein Problem. Weil die Nachfrage nicht mitwächst, bleibt für Erzeuger die Frage: Wohin mit den Millionen Tonnen Überschuss?