Mit einem regenreichen Jahr 2024 und einer lang anhaltenden Dürre im Jahr 2025 hat der brasilianische Süßkartoffelanbau stark unter den Wetterbedingungen gelitten. Die Qualität geriet unter Druck. „Regen ist in der Wachstumsphase entscheidend, insbesondere beim Pflanzen", erklärt Cassiano Berol von Agrícola Plantar. „Selbst mit Bewässerung hat die Dürre ihre Spuren hinterlassen." Dennoch sieht der Beginn des Jahres 2026 vielversprechend aus: „Die vergangenen drei Monate – normalerweise eine risikoreiche Zeit aufgrund starker Regenfälle – waren viel besser. Wir erwarten ein gutes Jahr."
© Agrícola Plantar
Europa und das Vereinigte Königreich bleiben die wichtigsten Märkte für die brasilianische Süßkartoffel. Seit 2023 wird regelmäßig dorthin exportiert. Auch Kanada gewinnt an Bedeutung, unter anderem aufgrund von Veränderungen in den Handelsströmen in Nordamerika. Die Vereinigten Staaten bleiben jedoch für das brasilianische Produkt verschlossen. Asien ist aufgrund der langen Transitzeiten und der begrenzten Nachfrage vorerst keine Option.
Der europäische Markt ist in den vergangenen Jahren deutlich anspruchsvoller geworden. „Produkte der Klasse II sind heutzutage nicht mehr zu verkaufen", sagt Berol. „Beschädigungen an der Schale? Damit gibt man sich nicht mehr zufrieden. Nur Spitzenqualität zählt." Diese hohen Anforderungen verschärfen den Wettbewerb mit anderen Herkunftsländern wie den USA, Honduras, Südafrika, Portugal und vor allem Ägypten, das mit der beliebten Sorte Beauregard der größte Akteur in Europa ist.
© Agrícola Plantar
Im Jahr 2025 stiegen die Preise gegenüber dem Vorjahr um etwa 20 %. Dieser Anstieg ist vor allem auf höhere Kosten zurückzuführen: Arbeit, Kraftstoff, Verpackung, Logistik und Bewässerung, und dazu kommen noch die teuren Hafengebühren in Santos. Für 2026 verfolgt Agrícola Plantar aufmerksam die möglichen Auswirkungen des Mercosur-EU-Handelsabkommens. Dies könnte dazu beitragen, effizienter zu arbeiten und die Kosten pro Tonne zu senken.
Das Klima bleibt die größte Herausforderung für den Sektor, gefolgt von den Arbeitskosten und den immer höheren Anforderungen an die Zertifizierung. „Ohne internationale Zertifikate kommt man nicht mehr nach Europa. Diese sind sozusagen Ihr grüner Pass. Aber sie sind sehr teuer", sagt Berol.
© Agrícola Plantar
Dennoch sieht Agrícola Plantar auch Stärken. „Unser Team ist unser größter Trumpf", sagt Berol. „Wir haben Mitarbeiter mit mehr als zwanzig Jahren Erfahrung im Anbau und in der Verpackung von Süßkartoffeln." Vor allem die Sorgfalt nach der Ernte spielt seiner Meinung nach eine Schlüsselrolle. „Was nach der Ernte passiert, ist mindestens genauso wichtig wie die Arbeit auf dem Feld."
Für 2026 erwartet das Unternehmen ein vorsichtiges Wachstum von etwa 10 %. Der Fokus bleibt jedoch klar: Qualität steht über allem. Zusammen mit dem Agronomen Danilo Hiromoto arbeitet Agrícola Plantar an der Verbesserung des Pflanzmaterials. Ziel ist die vollständige Kontrolle über die Kette, von der Aufzucht junger Pflanzen bis zur Lieferung des Containers an den Kunden. Nur so, sagt das Unternehmen, könne man eine konstante Qualität garantieren.
Weitere Informationen:
Cassiano Berol
Agrícola Plantar
Tel: +55 11 9 9676-8378
[email protected]
www.agricola-plantar.com.br