Zu Beginn der KW 4 hielten die Bio Stars® Einzug in ausgewählte Bioläden im süddeutschen Raum (v. a. Baden-Württemberg und Bayern). Ziel des neuen Vermarktungskonzeptes sei es, neue, vielversprechende Bio-Apfelsorten mit Sinn und Verstand am Markt einzuführen. "In der Apfelzüchtung gibt es hervorragende, oft neue Sorten, die ideal für den Bio-Anbau geeignet sind: robust, mit geringerem Pflanzenschutzbedarf und geschmacklich überzeugend. Die Herausforderung bleibt jedoch die Vermarktung – denn Äpfel verkaufen sich stark über bekannte Sortennamen und der Regalplatz ist limitiert, sodass diese Sorten oft nicht in den Handel gelangen", skizziert Annika Leistikow von der FÖKO e.V., Leadpartner der neuen Initiative.
Genau hier soll das Konzept Bio Stars® neue Ansätze schaffen: Unter einer Dachmarke werden verschiedene neue Sorten gebündelt, die für ein knackiges, süß-säuerliches Geschmackserlebnis stehen. Leistikow: "Die Sorte tritt damit in den Hintergrund, der Geschmack und die Produkteigenschaften der jeweiligen Apfelsorte in den Vordergrund." Zunächst wird das Konzept versuchsweise über sechs Wochen in ausgewählten, inhabergeführten Bio-Märkten getestet. Dabei werden drei Sorten jeweils einzeln im Zwei-Wochen-Turnus am POS angeboten. Bei einer positiven Auswertung soll das Konzept im Herbst dieses Jahres, sprich zu Beginn der neuen Apfelsaison, offiziell und flächendeckend eingeführt werden.
© Rinklin Naturkost/FÖKO
Annika Leistikow und Harald Rinklin in einem der Testmärkte im südwestdeutschen Vertriebsgebiet der Rinklin Naturkost GmbH. Der Bio-Großhandel hat sich gemeinsam mit BODAN Großhandel für Naturkost GmbH (Süddeutschland und angrenzende Regionen) als Vermarktungspartner am innovativen Konzept beteiligt.
Weiterentwicklung eines vielfältigen Biosortiments steckt in der DNA des Bio-Anbaus
Hinter der neuen Marke Bio Stars steht die FÖKO e.V. (Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau), ein starkes Netzwerk aus mehr als 200 Bio-Obsterzeugern aus ganz Deutschland. "Die Suche nach robusten Sorten und die Etablierung eines vielfältigen Sortiments gehört von jeher zum „ganzheitlichen System" Bioobstbau ", schildert Leistikow. Zu den wenigen erfolgreichen Neusorten zählen Topaz und Natyra, die heutzutage aus dem Bio-Regal nicht mehr wegzudenken seien. "Hemmender Faktor bei neuen Sorten ist die oft fehlende Absatzsicherheit. Unser Bestreben ist es nun, den Erzeugern neue Perspektiven zu schaffen, sodass man sich auch in der Praxis für die Anpflanzung neuer robuster Sorten entscheidet." Zu den potenziellen Bio-Äpfeln von morgen zählen Leistikow zufolge unter anderem die Sorten Mammut, Estelle sowie Ellipso.
Deutscher Bio-Anbau mit ganzheitlichem Anbaukonzept Mit den Bio Stars wollen die Projektpartner nicht nur neue Vermarktungsperspektiven schaffen, sondern auch ein ganzheitliches Anbaukonzept. Die Initiative stärkt durch den Einsatz robuster Apfelsorten gezielt die genetische Vielfalt in den Obstanlagen und fördert über verbindliche Biodiversitätsstandards Vielfalt im Lebensraum Obstanlage. Getragen werden die Bio Stars von engagierten Bio-Obstbäuerinnen und -bauern, die partnerschaftlich zusammenarbeiten, in Entscheidungsprozesse eingebunden sind und die Weiterentwicklung der Initiative aktiv mitgestalten. So entsteht eine transparente und faire Wertschöpfungskette. Zudem tragen Bio Stars Äpfel ein anerkanntes Bio-Verbandszeichen.
© Rinklin Naturkost/FÖKO Bio Stars verbinden Akteure entlang der gesamten Lieferkette, vom Züchter über Erzeuger bis zum Handel. Das ganzheitliche Konzept unterscheidet sich am POS u. a. durch auffällige Werbemittel wie spezielle Displays und Banderolen.
Dieses Projekt wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft" (EIP-AGRI) unterstützt. Das Projekt wird finanziert mit Mitteln der Europäischen Union im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und mit Mitteln des Landes Baden-Württemberg.
Besuchen Sie das Unternehmen auf der BioFach 2026: Halle 6-365
Weitere Informationen:
Annika Liestikow
Fördergemeinschaft Ökologischer Obstbau e.V.
Telefon: +49 (0)7134 – 8935
E-Mail: [email protected]
https://www.bio-stars.de/
https://www.rinklin-naturkost.de/
https://www.bodan.de/