Zu Jahresbeginn bestand das Sortiment in weiten Teilen aus inländischen Speiselagerkartoffeln. Es konnte auf ein vielfältiges Angebot mit zahlreichen Varietäten zugegriffen werden. Flankiert wurden die einheimischen Partien durch französische Artikel. Im Bereich der Speisefrühkartoffeln gab es wenige zyprische und italienische Anlieferungen. Insgesamt verliefen die Geschäfte laut BLE recht ereignisarm, die Nachfrage wurde problemlos gedeckt. Dementsprechend mussten die Händler ihre bisherigen Forderungen nur selten korrigieren. Insgesamt liegen die Preise um 45,6 % unter dem Niveau des Vorjahres, bezifferte das Statistische Bundesamt.
Aufgrund gravierender Überschüsse werden zurzeit in mehreren Großstädten, darunter Berlin und Leipzig, kostenlos Speisekartoffeln verteilt. Die Ernteüberschüsse gehen vorwiegend an soziale Einrichtungen, Kitas und Schulen. "Kartoffeln gehören auf den Teller – nicht in die Biogasanlage", sagte die Vorstandsvorsitzende des Landesverbandes Brandenburg, Katharina Slanina, in einer Mitteilung.
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Niedersachsen:
Weitere Werbeaktionen des Lebensmitteleinzelhandels sorgen für einen guten Absatz von Kartoffeln. Das Angebot bleibt trotzdem bestehen, während die Nachfrage leicht steigt. Gute Qualitäten lassen sich weiterhin gut vermarkten.
NRW:
Die Nachfrage nach Speisekartoffeln bewegt sich auf einem für den Januar normalen Niveau. Das Angebot bleibt ausreichend. Der Export in Richtung Afrika zeigt eine leichte Belebung – auf sehr niedrigem Preisniveau. Am Industriekartoffelmarkt ergeben sich keine Änderungen.
Sachsen:
In Sachsen blieben die Kartoffelpreise zum Jahreswechsel unverändert. Auch hier werden Landwirte auf tonnenweise Kartoffeln sitzenbleiben. Es gibt aber auch positive Nachrichten: "Unsere Partner werden ihre Kartoffeln dieses Jahr zu 100 Prozent los", heißt es vonseiten des Lagerhaus Falkenhain.
Rheinland-Pfalz:
Der Kartoffelmarkt bleibt weiter ohne wesentliche Impulse. Nach den Feiertagen ist die Nachfrage erwartungsgemäß verhalten, das Angebot aus den Überschussgebieten groß. Weitere Lageraufschläge für qualitativ hochwertige Ware sind vorerst nicht absehbar, vielmehr werden Partien mit Einschränkungen bei der Qualität abgewertet, Verbraucher und Handel stellen hohe Ansprüche.
Schleswig-Holstein:
Auch in dieser Woche zeigt sich der Speisekartoffelmarkt hierzulande unverändert. Das Angebot ist weiterhin hoch, die Nachfrager sehr wählerisch. Es wird nur einwandfreie Ware abgenommen. Es wird seitens der Erzeuger allerdings auch von einer guten Qualität der eingelagerten Ware berichtet. Die Forderung der Erzeuger nach weiteren Lageraufschlägen findet bei den Abnehmern allerdings kein Gehör. Die Erzeuger hoffen nun, dass weitere Werbeaktionen des Lebensmitteleinzelhandels den Markt entlasten. Dennoch wird kurzfristig nicht von einer spürbaren Verbesserung der Preislage ausgegangen. Auch bei den Kursen an der Warenterminbörse EEX in Leipzig gibt es weiterhin so gut wie gar keinen Handel, die Kurse bleiben für alle Termine unverändert zur letzten Woche.
Hessen:
Auch im Land Hessen gab es in den letzten Wochen keine nennenswerten Preisveränderungen.
Bayern:
Der Bayerische Bauernverband (BBV) zieht eine gemischte Bilanz zur diesjährigen Saison: "Wir können dankbar sein, dass viel gewachsen ist", sagte BBV-Obmann Karlheinz Götz bereits am Erntedankfest. Auf lange Sicht sorgen sich die Bauern um die Glasflügelzikade, die bei den Kartoffeln bereits zu Ernteausfällen von bis zu 100 Prozent führte. Kein Wunder also, dass die Bauern Sorge hatten. Tatsächlich kam es 2025 zur Invasion des Insekts in den Landkreis Donau-Ries, wie über Klebefallen bewiesen werden konnte. Allerdings seien es letztlich „weniger Nymphen als erwartet" gewesen, bilanziert Götz: „Gott sei Dank waren die Schäden nicht so groß bei uns."