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Kartoffelmarktbericht KW 1-2:

'Über Silvester konnte ein gutes Geschäft verzeichnet werden'

Niedersachsen:
Der Absatz von Kartoffeln blieb auch zwischen den Jahren leicht verbessert. Ebenso konnte über Silvester ein gutes Geschäft verzeichnet werden, so der BVNON. Landwirte in der Region Hannover und angrenzenden Landkreisen sehen sich aufgrund katastrophaler Preise und zurückhaltender Nachfrage derzeit gezwungen, einen Teil ihrer Ernte zu vernichten. In der zweiten Dezemberhälfte kam es bereits mehrfach zu Bauernprotesten in Niedersachsen. Die Landwirte erzielen derzeit bei Lagerkartoffeln einen Nettoerlös von 3 Cent pro Kilogramm. Der Endverbraucherpreis hingegen liege bei einem Euro pro Kilogramm. Aktuell fahren die Kartoffelbauern einen Verlust von 10 Cent pro Kilogramm ein.

Dabei sei der Endverbraucherpreis nicht gesunken, sondern etwas höher als im Vorjahr, obwohl die Kartoffelpreise am Boden seien. „Also, der Lebensmittelhandel nutzt da wirklich seine Marktmacht schamlos aus, um Marge zu erzeugen, und versucht daher auch, die Preise nach unten zu drücken", hieß es vonseiten des Branchenverbandes Landvolk Niedersachsen.

Brandenburg:
"Es hat zum Jahresende zwar minimale Preisanhebungen gegeben, diese bringen jedoch unter dem Strich nur wenig Erleichterung. Ob Erzeuger oder Händler – abseits des Lebensmitteleinzelhandels leiden alle entlang der Kartoffel-Lieferkette unter den aktuellen Marktbedingungen", resümiert Slave Spaseski, Kartoffelgroßhändler am Großmarkt Berlin. Nennenswerte Preisanhebungen seien ihm zufolge vorerst nicht zu erwarten. "Wir haben in der Summe rund 20 bis 25 Prozent mehr Menge als im Vorjahr, die wir irgendwie am Markt platzieren müssen, und das geht leider nur über den Preis."

Rheinland-Pfalz:
Die Umsätze am Kartoffelmarkt zu den Feiertagen blieben hinter den Erwartungen. Die Nachbestellungen im neuen Jahr werden aufgrund von Lagerbeständen reduziert. Die gegenwärtige Frostperiode schränkt das Angebot nicht ein, auch die Verladung findet ohne wesentliche Einschränkungen statt. Im LEH werden zum Jahresanfang wieder verstärkt Aktionen mit sehr günstigen Verbraucherpreisen angeboten. Auch Direktvermarkter berichten von vergleichsweise bescheidenen Umsätzen.

Mecklenburg-Vorpommern:
Die Freude über eine über­rei­che Kar­tof­felernte währte bei den Kar­tof­fel­bau­ern im Nord­osten wie im gan­zen Land nicht lange. Ein Über­an­ge­bot an Erdäp­feln schlug im Spät­herbst näm­lich in eine Kar­tof­fel­krise um. Land­wirte kipp­ten Kar­tof­feln in Bio­gas­an­la­gen, ver­füt­ter­ten sie an Tiere oder ver­kauf­ten sie zu Schleu­der­prei­sen. Von „unter­durch­schnitt­li­chen Prei­sen, seit Jahr­zehn­ten den schlech­te­sten", berich­tete Jakob Sen­ger vom Land­gut Grap­zow. Er wie seine Kol­le­gen in Neu­stre­litz und Reh­berg zeig­ten sich aber zuver­sicht­lich, dass das Geschäft mit dem Lieb­lings­ge­müse der Deut­schen 2026 wie­der flo­riert.

NRW:
Nach der Belebung der Speisekartoffelnachfrage zu den Feiertagen, wird der Absatz zu Jahresbeginn erfahrungsgemäß wieder ruhiger. Der Speisemarkt stellt sich weiterhin ausgeglichen dar. Am Industriekartoffelmarkt ergeben sich auch Anfang des neuen Jahres keine Änderungen.

Schleswig-Holstein:
Zwar konnte der Absatz von Speisekartoffeln durch gezielte Werbekampagnen des Lebensmitteleinzelhandels vor Weihnachten etwas angekurbelt werden, dennoch blieb das Weihnachtsgeschäft hinter den Erwartungen zurück. Auch jetzt zu Jahresanfang finden noch vereinzelte Werbeaktionen im LEH statt, um die Verbrauchernachfrage nicht gänzlich einbrechen zu lassen. Das Angebot an Speisekartoffeln übersteigt die Nachfrage nach wie vor erheblich, dennoch ist ein leichter Angebotsrückgang zu verzeichnen. Die eingelagerte Ware erweist sich vielerorts als qualitativ sehr stabil, sodass auch Ware zurückgehalten werden kann. Am Warenterminmarkt findet im Kartoffelbereich nach wie vor fast gar kein Handel statt.

Bayern:
Im November sind die Preise für Lebensmittel in Bayern im Vergleich zum Vorjahresmonat um rund 1,6 % gestiegen. Die Preise für Kartoffeln sind in Bayern am deutlichsten gesunken (-25 %), vergleicht man die Preise mit dem Vorjahr. Der Grund hierfür ist schnell genannt: Die deutsche Landwirtschaft rechnet für das aktuelle Jahr mit einer Rekordernte bei Kartoffeln. Ein hohes Angebot drückt die Preise, das freut den Geldbeutel.

Baden-Württemberg:
Preislich ist der Kartoffelmarkt momentan am Boden. Für nicht über Vorverträge abgesicherte Ware, mussten bisher ähnlich niedrige Preise wie 2017/18 und 2020/21 akzeptiert werden. Ob und wie weit sich die Preise im Laufe des Frühjahres stabilisieren können, bleibt offen. Die baden-württembergischen Preise bieten bei einer Selbstversorgung je nach Jahr von 18–30 % meist etwas bessere Perspektiven.

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