Die ostafrikanische Avocado-Saison war in diesem Jahr mit beispiellosen Transportstörungen, erheblichen Marktverschiebungen und zunehmendem Wettbewerb sowohl in Kenia als auch in Tansania konfrontiert. Dennoch bot ein Markt in diesen turbulenten Zeiten unerwartete Stabilität: Indien.
Transportprobleme zwingen zu Umstellungen
„Aufgrund der Unruhen im Suezkanal mussten viele Schiffe über das Kap der Guten Hoffnung ausweichen", erklärt Robinson Mburia, Direktor von Latmek (Kenia) und Avorito Fresh Produce (Tansania). „Das bedeutete zwölf bis 15 zusätzliche Reisetage nach Europa. Diese Verzögerung hatte erhebliche Auswirkungen auf die Frische, Textur und Haltbarkeit der Hass-Avocados." Gleichzeitig stiegen die Transportkosten um bis zu 25 % und das Risiko von Qualitätsproblemen nahm zu. Die Folge: weniger Avocados nach Europa während wichtiger Erntezeiten.
© Latmek Ltd
Indien: schnell, stabil und lukrativ
„Da Europa als Absatzmarkt weniger zuverlässig war, richteten die Exporteure ihren Blick auf Indien. Die Handelsroute zwischen Ostafrika und Mumbai dauerte nämlich weiterhin nur neun Tage. Das hatte unmittelbare Auswirkungen. Die Nachfrage aus Indien stieg im Vergleich zu 2024 um ein Viertel. Indische Großhändler boten zudem stabile CIF-Preise, die im Durchschnitt 15 % über den verspäteten europäischen Programmen lagen. Für viele Exporteure war das Grund genug, ihre Strategie anzupassen: Einige Unternehmen schickten bis zur Hälfte ihrer Ernte nach Indien."
„Durch diesen schnellen Absatz konnten wir Verluste vermeiden und die Packstationen und Erzeuger behielten in einer unsicheren Zeit finanziellen Spielraum", so Mburia.
Frische Avocados auch bei der verarbeitenden Industrie gefragt
Gleichzeitig stieg die Inlandsnachfrage nach Avocados durch das Aufkommen der verarbeitenden Industrie. Hersteller von Avocadoöl, Guacamole und Kosmetika kauften mehr ein. Dadurch entstand eine direkte Konkurrenz zum Exportmarkt für frisches Obst. Die Erzeugerpreise für frische Avocados stiegen in Kenia und Tansania um 25 %.
Trotz des Drucks seitens des Marktes ließen sich viele Erzeuger nicht beirren. Sie stellten auf bessere Anbaumethoden wie strukturierten Schnitt und integrierte Pflanzenschutzstrategien um. Dadurch wurden die Durchschnittserträge konsistenter. Außerdem wurde die Anbaufläche weiter ausgedehnt, insbesondere im kenianischen Rift Valley und im südlichen Hochland von Tansania. So konnte Ostafrika seine Position als schnell wachsender Avocado-Erzeuger behaupten.
© Latmek Ltd
Indien ist mehr als eine Notlösung
„Die vergangene Saison hat gezeigt, wie wichtig die Diversifizierung der Märkte geworden ist. Die Nachfrage aus Europa blieb bestehen, aber aufgrund logistischer Unsicherheiten wurde der Kontinent deutlich weniger vorhersehbar. Der Markt im Nahen Osten und in der Golfregion blieb stabil, erwies sich jedoch als sehr preissensibel. Indien hingegen entwickelte sich zu einem festen Abnehmer und nicht nur zu einer vorübergehenden Ausweichmöglichkeit. Analysten gehen davon aus, dass Indiens Anteil an den Avocado-Importen aus Ostafrika weiter wachsen wird, insbesondere da das Land zunehmend in Kühlketten investiert und die Verbraucher Avocados immer häufiger kaufen."
Latmek und Avorito bauen eine starke Kette auf
In diesem sich schnell verändernden Umfeld spielt das kenianische Unternehmen Latmek eine Schlüsselrolle. Durch intelligente Ernteplanung, Qualitätskontrolle und die Streuung der Absatzmärkte gelang es dem Unternehmen, die Lieferungen zu stabilisieren. In Tansania ist es unter dem Namen Avorito Fresh tätig. Zusammen sorgen beide Marken für zuverlässige Exportmengen, selbst in einem Jahr voller Herausforderungen. Sie unterstützen die Erzeuger, erhöhen die Qualitätsstandards und stärken die Position Ostafrikas auf dem Weltmarkt", sagt Mburia abschließend.
Weitere Informationen:
Latmek Ltd (Kenia) & Avorito Fresh Produce (Tansania) 
Robinson Mburia (Geschäftsführer)
Tel.: +254 759 352 571
[email protected]
https://latmekexporters.com