Die Eisberg Gruppe, Mitglied der Bell Food Group, blickt auf ein bewegtes Jahr zurück. Im Mai 2025 gab der Freshcut-Spezialist bekannt, sämtliche Produktionsstätten in Osteuropa zu verkaufen und sich künftig primär auf die Kernmärkte in der DACH-Region zu fokussieren. Im Zuge der strategischen Neuausrichtung übernahm der bisherige CFO Tobias Wölfle (unten im Bild) zum 1. Juni die Leitung des Geschäftsbereichs Eisberg von Mike Häfeli. "Mit der Fokussierung auf die DACH-Region nach dem Verkauf unserer osteuropäischen Standorte sind wir in Märkten unterwegs, die eine höhere Homogenität aufweisen. Das ermöglicht es uns, gemeinsame Trends mit unserer vollen Innovationskraft gebündelt anzugehen und das Kundenerlebnis gezielt zu verbessern", so Wölfle auf Anfrage.
Als CEO des gesamten Geschäftsbereichs Eisberg verantwortet Wölfle (unten im Bild) sowohl die schweizerische AG als auch die österreichische Produktionsstätte in Marchtrenk (Oberösterreich). "Ich blicke auf intensive, aber sehr spannende Monate zurück. Ich profitiere enorm davon, dass ich die Eisberg Gruppe, ihre Strukturen und Mitarbeitenden in den letzten Jahren bereits sehr gut kennenlernen durfte. Besonders wertvoll für meine aktuelle Aufgabe ist dabei das gewonnene Verständnis für die relevanten Wert- und Kostentreiber, welches ich aus meiner Zeit als CFO mitbringe. Neu ist für mich das Tragen der Gesamtverantwortung, sehe dies allerdings als Chance, die Eisberg Gruppe für die Zukunft erfolgreich aufzustellen."
© Eisberg AG
Der Verkauf der Produktionsstandorte in Osteuropa an Green Factory sei eine strategische Entscheidung gewesen und primär auf das limitierte Wachstumspotenzial in den drei Ländern (Rumänien, Ungarn und Polen) zurückzuführen. Die Neustrukturierung führt zwar zu einer Anpassung der Unternehmenszahlen – der Umsatz reduziert sich um circa 20 % und auch die Mitarbeiterzahl verringert sich entsprechend. Wölfle: "Das neue Setup ermöglicht uns aber, uns klar auf unsere Kernkompetenzen und die Entwicklung innovativer Convenience-Produkte zu konzentrieren. Wir sehen weiterhin großes Wachstumspotenzial in den Sortimenten Salatmahlzeiten und Früchte im DACH-Raum und sind mit unserer Vision "Gesund. Lecker. Für Alle." bestens positioniert, um dieses künftig weiter auszuschöpfen. Wir beobachten, dass bei reinen Schnittsalaten in allen drei Ländern eine gewisse Sättigung erreicht ist. Daher ist es für uns entscheidend, mit innovativen Produkten und Sortimentsweiterentwicklungen neue Impulse zu setzen. Dies gelingt uns auch bereits, denn insgesamt wachsen wir weiterhin in allen Märkten der DACH-Region."
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Die Eisberg Gruppe verkündete neulich den Start eines neuen Pilotprojektes zur KI-gestützten Qualitätskontrolle am Produktionsstandort in Dällikon. Umgesetzt wird das Projekt in enger Kooperation mit dem Schweizer KI-Startup Fruitful AI (FreshPlaza.de berichtete).
Gutes Beschaffungsjahr
Die Beschaffung der benötigten Rohwaren sei ein integraler Bestandteil des Geschäftsmodells und birgt aufgrund der Abhängigkeit von klimatischen Bedingungen stets Herausforderungen, führt Wölfle weiter fort. "Wir arbeiten mit frischen, lebenden Rohstoffen, deren Verfügbarkeit und Qualität von den Wetterbedingungen beeinflusst werden. Das Jahr 2025 war glücklicherweise nicht so von extremen Klimaereignissen geprägt wie in manchen Vorjahren, sodass wir insgesamt auf ein gutes Beschaffungsjahr zurückblicken können. Dank unseres Einkaufsbüros in Spanien, unseres starken Netzwerks und unserer schnellen Reaktionsfähigkeit konnten wir die meisten Engpässe abfedern und unseren Kunden gegenüber eine sehr hohe Lieferfähigkeit anbieten. Allerdings gab es vereinzelt wie auch in den Vorjahren Situationen, in denen wir aufgrund von fehlenden Verfügbarkeiten auf den europäischen Beschaffungsmärkten nicht immer alle Kundenanfragen bedienen konnten. Wir sind überzeugt, dass wir in diesem Bereich unseren Konkurrenten einen wesentlichen Schritt voraus sind."
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Einblick in die Produktvielfalt der Eisberg AG
Kostensteigerungen und PPWR
Eine weitere Herausforderung bilden die mitunter erheblichen Kostensteigerungen, allen voran Energie und Löhne. "Steigende Kosten sind eine gegenwärtige Realität, mit der wir uns ständig auseinandersetzen. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, setzen wir zum Beispiel auf effiziente Prozesse, schlanke Strukturen und eine sorgfältige Kostenkontrolle. Bis dato können wir den Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern decken: Wir sind uns aber bewusst, dass die Suche nach Talenten in Zukunft immer herausfordernder werden wird. Daher investieren wir verstärkt in die Mitarbeiterbindung, in die Förderung einer positiven Unternehmenskultur und in die Vermittlung unserer Unternehmensvision und unseres Purpose."
Im Zuge der EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die am 1.1.2030 endgültig in Kraft treten wird, rückt auch die Verpackungsthematik einmal mehr in den Vordergrund. "Wir streben weiterhin ansprechende, sichere, nachhaltige und recyclefähige Verpackungen an, die den Bedürfnissen unserer Kunden und den Anforderungen der Umwelt gerecht werden. Die PPWR-Verordnung stellt uns vor gewisse Herausforderungen, die wir aber gerne annehmen, auch wenn die Bestimmungen teilweise sehr komplex sind und nicht immer zielführend erscheinen. Wir sind davon überzeugt, dass die Reduzierung von Abfall ein zentraler Bestandteil einer nachhaltigen Wirtschaftsweise ist."
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Langfristige Partnerschaften, innovative Lösungen und resiliente Lieferketten
Alles in allem blickt der Freshcut-Spezialist positiv in die Zukunft. "Unsere Vision "Gesund. Lecker. Für Alle." und unser Produktsortiment decken seit Jahren wichtige Konsumententrends in Bezug auf Genuss, Convenience, Nachhaltigkeit und Gesundheit ab. Das ist und bleibt ein wesentlicher Treiber unseres Wachstums und wir erwarten, dass diese Konsumentenneigungen auch in den kommenden Jahren Bestand haben werden. Dennoch wird besonders die Entwicklung unserer Beschaffungsmärkte weiterhin komplex bleiben, nicht zuletzt aufgrund der Veränderungen im Klima. Wir werden diesen Herausforderungen mit einem starken Fokus auf langfristige Partnerschaften, innovative Lösungen und resiliente Lieferketten begegnen.
Weitere Informationen:
Katrin Geisthardt (Leiterin Marketing & Kommunikation)
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