Die Rosenkohlerträge im Kreis Dithmarschen seien dieses Jahr besonders bescheiden gewesen. "Der Winter 2022/2023 war nass, gefolgt von einem kurzen, kalten Frühjahr. Im Sommer war es dann schlagartig trocken, weshalb wir relativ früh beregnen mussten. Ab Juli hat es dann sechs Wochen lang durchgehend geregnet, was wiederum zu höheren Aussortierungen geführt hat. Im Schnitt haben wir immer etwa 10-20 kleinere Kaliber der A-Sortierung, dieses Jahr haben wir mit durchgehend 30 Prozent einen wesentlich größeren Anteil. Der Bestand ist im Herbst einfach kaum noch gewachsen - wir hatten schlichtweg viel vegetatives, jedoch wenig generatives Wachstum", schildert Eric Müller, Rosenkohlerzeuger im Kreis Dithmarschen und Inhaber der Hof Helse GmbH.
Die knappe Warenversorgung habe sich entsprechend auf die Preissituation ausgewirkt, fährt Müller fort. "Die Preise sind verhältnismäßig hoch und liegen weit über dem Niveau der Vorjahre. Dies ist allerdings für den LEH problematisch, indem gerade im Falle von Abschriften zu wenig Marge übrig bleibt. Zudem tragen die Preise dazu bei, dass sehr bewusst eingekauft wird, was sich wiederum in geringeren Einkaufsmengen pro einzelnen Kunden widerspiegelt. Normalerweise hat es bei vielen LEH-Ketten in der Vorweihnachtswoche Aktionen mit Rosenkohl gegeben. Dieses Jahr war dies eben nicht der Fall, da sich der LEH im Einkauf gegen jegliche Preiszugeständnisse entschieden hat."
© Hof Helse GmbHAuf ca. 100 Hektar produziert die Hof Helse GmbH heimatfrischen Rosenkohl. Der Betrieb zählt damit zu den führenden Rosenkohlproduzenten Deutschlands.
Auch in den traditionellen Rosenkohlanbauländern Niederlande und Belgien musste man starke Ertragsrückgänge und entsprechende Warenverknappungen hinnehmen. "Alle haben in der diesjährigen Saison zu wenig Ware, was sich entsprechend auf die Preise niederschlägt. Normalerweise bricht das Rosenkohlgeschäft im Januar immer ein; wenn aber ganz normal weiter geerntet wird, staut sich immer etwas Ware auf, wonach in der Regel versucht wird den Absatz mittels Vergünstigungen wieder etwas anzukurbeln. Momentan liegen die Preise jedoch auch bedingt durch den Frost weiterhin auf sehr hohem Niveau, so Müller, der voraussichtlich in der letzten Januarwoche die letzte Ware ernten wird.
© Hof Helse GmbHEinblick in die Rosenkohlernte
Folgen des Arbeitskräftemangels
Außer den Kostensteigerungen und schwierigen Marktbedingungen sieht Müller auch das Thema Personal weiterhin kritisch. "Gerade bei einer anspruchsvollen Kultur wie Rosenkohl wird es zunehmend schwieriger die benötigten Arbeitskräfte zu bekommen. Bislang konnten wir unsere Anbaufläche stabil halten und auch in der kommenden Saison wird die Flächengröße etwa gleich bleiben. Wenn das aber so weitergeht, schließe ich nicht aus, dass es irgendwann eine Flächenreduktion geben wird."
Bilder: Hof Helse GmbH
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