Die extremen Wetterschwankungen im vergangenen Jahr haben dem heimischen Gemüsebau im Freiland bekanntlich zugesetzt. Auch im Kreis Dithmarschen fallen die Ernteergebnisse eher unterdurchschnittlich aus. "Das nasse und späte Frühjahr, gefolgt von der Trockenheit im Juni und schließlich dem schlechten Sommer hat das Wachstum sämtlicher Kulturen sehr beeinträchtigt. Insbesondere der nasse Herbst hat die Ernte unserer Winterkulturen sehr negativ beeinflusst bis zum frühen Frost", bilanziert Florian Jochims. Der Gemüseerzeuger mit Sitz in Elpersbüttel baut hauptsächlich Steckrüben, Knollensellerie sowie Rote Bete an.

"Durch die nicht gerade üppigen Erträge werden wir unsere Steckrübensaison früher beenden müssen als in den letzten Jahren", fährt Jochims fort. Der Landwirt gilt bereits seit vielen Jahren als Steckrübenspezialist und bietet nach Abschluss der heimischen Saison, etwa zwischen März und Mai, auch Ware aus Schottland an. "Wie es nachher mit der Importware weitergeht, weiß ich momentan nicht. Derzeit gehe ich davon aus, dass die Importware eher hochpreisig sein wird. Ob und wie viel dann davon zu vermarkten ist, wird sich dann bald zeigen."
Florian Jochims baut auf jeweils 40 Hektar Knollensellerie und Rote Bete an. Hauptprodukt des Gemüsebaubetriebs ist immer noch die Steckrübe, die auf insgesamt 50 Hektar kultiviert wird.
Vor etwa einem Jahr konnte auch die neue Verarbeitungshalle für Rote Bete in Betrieb genommen werden (FreshPlaza.de berichtete). Dank der neuen Räumlichkeiten ist Jochims nun in der Lage seine eigenen Erträge weiterzuveredeln, sprich die Ware zu schälen, kochen, vakuumieren und zu verpacken. Die Vermarktungssaison 2023/2024 sei bereits positiv angelaufen, berichtet der Gemüseerzeuger. "Wir sind Mitte Juli in die neue Saison gestartet und haben bis Weihnachten hin kontinuierlich Ware produzieren können. Der Absatz ist gut und die Produktion haben wir jetzt im Griff."

Allerdings reichen die eigenen Erträge auch hier nicht aus, um den Markt bis zum Saisonende hin flächendeckend zu beliefern. Jochims: "Ohne Zukauf wird uns der Anschluss zur nächsten Saison leider nicht gelingen. Daher suchen wir noch ergänzende Rohware, eventuell auch aus dem benachbarten Ausland. Wir werden Anfang Juli wieder mit der neuen Saison beginnen und hoffen dann, durch mehr Anbau, ganzjährig lieferfähig zu sein." Im ersten Jahr wurde die Rote Bete auf ca. 17 Hektar angebaut, im zweiten Anbaujahr die Fläche dann etwa verdoppelt. Für die kommende Saison plant man eine weitere Flächenausweitung auf etwa 40 Hektar.

Eine weitere Herausforderung für den Gemüsebau zeige sich in der Inflation sowie den stark gestiegenen Kosten, beobachtet Jochims. "Die Erhöhung der Logistikkosten trifft uns weniger, da wir bloß zum Großhandel liefern. Auch die Energiekosten haben sich einigermaßen normalisiert und sind im vergangenen Jahr bereits eingepreist worden. Die Lohnkosten sehe ich hingegen als größeres Problem. Die Mehrkosten an den Endverbraucher weiterzugeben wäre aus meiner Sicht nicht das Problem: Denn ob die Ware am POS zwei Cent mehr kostet, werden die meisten am Ende wohl nicht merken. Aber da gilt natürlich das Prinzip Angebot und Nachfrage."

Trotz der Herausforderungen im Anbau sieht Jochims weiterhin Vermarktungspotenzial für seine Kulturen. "Ich sehe die Zukunft des Freilandgemüses immer noch positiv. Bei Steckrüben und Sellerie wird es vermutlich keinen nennenswerten Mehrverbrauch mehr geben, was auch zum Teil auf die bereits erwähnten Probleme im Anbau zurückzuführen ist. Bei den Roten Beten sehe ich hingegen noch Luft nach oben. Die Bete liegt zwar im Trend und solche Produkttrends verschwinden auch schnell wieder. Ich glaube aber nicht, dass dies bei der Roten Bete der Fall sein wird. Denn es zeigt sich, dass die, die sich mit dem Produkt angefreundet haben, es auch auf der Einkaufsliste belassen, was wiederum eine erfreuliche Entwicklung ist."
Bilder: Florian Jochims
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Florian Jochims
Jochims Steckrüben-Handels-GmbH & Co. KG
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