Bundesagrarminister Norbert Totschnig Situation der niederösterreichischen Landwirtschaft in Zeiten multipler Krisen

"Wir setzen zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen für die Landwirtschaft um"

Teuerung, Inflation und steigende Energiepreise treffen nicht nur private Haushalte, die Wirtschaft und die Industrie, sondern auch die Landwirtschaft. Beim Gut Streitdorf in Herzogenburg fand am heutigen Nachmittag ein Pressegespräch statt, wo über die Situation der niederösterreichischen Landwirtschaft, die Maßnahmen der Bundes- und Landesregierung sowie über die Chancen der neuen gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) ab 2023 informiert wurde. LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig und Landwirtschaftskammer NÖ Präsident Johannes Schmuckenschlager hatten zuvor eine „Versorgungssicherungstour“ durch Niederösterreich gemacht, um mit den Landwirten über aktuelle Herausforderungen zu sprechen.

„Niederösterreich ist das Agrarland Nummer 1 und hat für die Versorgungssicherheit Österreichs eine immens wichtige Rolle übernommen. Die Hälfte der Ackerfläche Österreichs liegt in Niederösterreich. 1950 hat ein Landwirt zehn Menschen ernährt, heute versorgt ein Landwirt bereits 150 Menschen mit Lebensmitteln“, sagte LH-Stellvertreter Pernkopf, der auch betonte: „Für die Versorgungssicherheit arbeiten unsere Bäuerinnen und Bauern 365 Tage im Jahr. Und dafür braucht es auch die neue gemeinsame Agrarpolitik (GAP) als Unterstützung.“ In Zusammenhang mit der GAP würden mit der sogenannten Investitionsförderung 21.000 Projekte bis zum Jahr 2027 in allen Regionen Niederösterreichs entstehen. Zweitens gebe es bereits konkrete Entlastungspakete wie unter anderem den Versorgungssicherungsbeitrag und die Agrardieselrückvergütung, erinnerte Pernkopf. Drittens brauche es rasch Weichenstellungen, um eine einfachere Photovoltaik-Förderung umzusetzen sowie mehr grünes Gas aus Biomasse zu ermöglichen, richtete der LH-Stellvertreter eine Forderung an die Bundesregierung. Die Landwirtschaft könne laut Experten bis zu 30 Prozent des österreichischen Gasbedarfs aus biogenen Reststoffen erzeugen, wenn man die richtigen Rahmenbedingungen schaffe, so Pernkopf.

Förderung des Unterglasanbaus
Bundesminister Norbert Totschnig führte aus: „Wir setzen zielgerichtete Unterstützungsmaßnahmen für die Landwirtschaft um. Dazu gehören beispielsweise Förderungen in der Höhe von neun Millionen Euro für die Produktion von Obst und Gemüse in Glashäusern, die bereits Ende September ausgezahlt wurden.“ Im Dezember folge die Auszahlung des 110 Millionen Euro Versorgungssicherungspakets, kündigte er an. „Rund 37 Millionen Euro davon gehen an rund 25.000 bäuerliche Betriebe in Niederösterreich. Außerdem planen wir einen 120 Millionen Euro Stromkostenzuschuss für die landwirtschaftliche Produktion“, hielt er fest.

Landwirtschaftskammer NÖ Präsident Schmuckenschlager führte aus: Ziel jeder Entwicklung müsse sein, die Versorgung mit österreichischen Produkten zu erhöhen. „Daher braucht es Rahmenbedingungen, die die Produktion und somit die Versorgung absichern“, so Schmuckenschlager. Der „Green Deal“ sei zu einer Zeit entwickelt worden, in der die Herausforderungen andere waren als heute. Die landwirtschaftliche Produktion und die Eigenversorgung dürften nicht gefährdet werden, betonte er.

Nationalrat Georg Strasser sprach einen weiteren Aspekt an und betonte: Die künftige gemeinsame Agrarpolitik (GAP) leiste einen wesentlichen Beitrag gegen den Klimawandel und ermögliche gleichzeitig den Bäuerinnen und Bauern, die Bevölkerung in Krisenzeiten mit genügend Essen zu versorgen.

Weitere Informationen:
https://www.bml.gv.at 


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