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Georg Boekels, Vorsitzender der Landesfachgruppe Obstbau und Vizepräsident des Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V.

Rheinische Apfelerzeuger erwarten eine große Ernte mit guten Qualitäten

Die Ernte bei den rheinischen Apfelerzeugern befindet sich gerade in den letzten Zügen, wie uns Georg Boekels mitteilt, Vorsitzender der Landesfachgruppe Obstbau und Vizepräsident des Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V. "Bei einzelnen Betrieben war die Ernte aufgrund der Dürre nicht besonders üppig. Die Mehrzahl der Betriebe konnte aber eine sehr große Ernte mit guten Qualitäten einfahren", so Boekels. "Es sind ausreichende Mengen verfügbar." 


Georg Boekels

Große Ernte, gute Qualitäten
Es hätte zwar hier und da durchaus Probleme gegeben, jedoch konnte dank Handarbeit einiges nachkorrigiert werden. "Die Trockenheit sorgte zwar für Früchte mit kleineren Kalibern. Jedoch sind aufgrund des Regens, der im August angefangen hat, wieder entsprechend gute Kaliber nachgerückt. In der Summe höre ich von meinen Kollegen, dass eine große Ernte mit guten Qualitäten erzielt werden konnte, was entsprechend auf dem Markt platziert werden kann", sagt Boekels zuversichtlich. 

Interesse an Snackapfel-Anbau eher verhalten
"Snackäpfel sind ein heißes Thema", weiß Boekels. "Besonders unter der Marke Rockit werden viele Aktionen gestartet. Hierbei muss man aber sagen, dass der Handel dies zuweilen nicht richtig einkalkuliert hat. Denn dass die Landwirte nicht stets genügend Stückzahlen mit den passenden, kleinen Kalibern anbieten können, hängt natürlich auch damit zusammen, dass wir Erzeuger immer wieder auch mit der Natur zu kämpfen haben. Da der Handel nicht in der Lage ist, diese zum Teil etwas größeren Kaliber aufzunehmen, so wird aus dem Rockit dann schnell mal ein roter Apfel, der wiederum für relativ wenig Geld vermarktet wird. Das wirft kein gutes Licht auf dieses Marktsegment, weshalb auch das Interesse fehlt, in diesem Bereich stärker einzusteigen."

Ähnlich sei es bei Bio-Produkten: "Wenn der Bio-Anteil verändert werden soll, dann geht das nur über die Verbraucher. Schließlich produzieren wir Erzeuger nur das, was die Verbraucher auch entsprechend kaufen. Wenn man dazu übergeht, die Produzenten mehr oder weniger dazu zu zwingen, mehr Bio-Ware anzubauen, diese Ware aber dann wiederum größtenteils liegen bleib, dann führt das in der Landwirtschaft zu Missfallen."

Boekels zum "Fliestedener Obsthof"
Seit vielen Jahren ist Boekels selbst als Obsterzeuger in Bergheim vorzufinden. "Wir verkaufen unsere Ware auf dem Preisniveau vom letzten Jahr. Allerdings hatten wir die Preise schon im Vorjahr in einem vernünftigen Rahmen an die Marktsituation angepasst, sodass wir in diesem Jahr diesem Stress noch nicht ausgesetzt waren." Sein Betrieb bereits beziehe seit einiger Zeit regenerativen Strom.

"Produktions-, Verpackungsmittel und der Treibstoff machen sich noch nicht so stark bemerkbar, da bislang noch ausreichend Mittel im Lager zur Verfügung standen. Wir werden aber bald wieder neue Mittel kaufen müssen. Wenn man das Geld nicht entsprechend erhält, dann kann es vorkommen, dass man nicht genügend finanzielle Mittel hat, um sich auch um die Pflege von neuen Sorten und dergleichen zu widmen. Immerhin müssen wir auch unsere Gewinne einfahren können, um dies zu gewährleisten. Sie müssen bedenken, dass ein Betrieb im Grunde genommen ein Millionenvermögen ist. Eine Obstanlage von einem Hektar kostet zwischen 40.000 bis 60.000 Euro. Wenn sie das auf 20 Hektar hochrechnen, kommt da eine große Summe heraus. Hinzu kommen allerdings noch (Kühl-)Lager, Traktoren, weitere Maschinen usw. Wir haben einen gewissen Spielraum, was die Preise betrifft. Was sich definitiv bemerkbar machen wird, sind die 20-25 Prozent Lohnkostenerhöhung, gleichzeitig fehlen aber die Arbeitskräfte."

Riesenangebot an Wetteräpfeln
"Der Handel fährt aktuell ein Riesenangebot mit Wetteräpfeln", sagt Boekels. "Die Wetteräpfel werden allerdings weit unter den Gestehungskosten verkauft. Wenn die Anlagen länger stehen und die Landwirte nicht genug erwirtschaften für neue Anlagen konnten, entsteht ein höherer Aufwand beim Schnitt und mit der Ausdünnung. Die Fruchtgesundheit ist bei alten Anlagen zudem stets schlechter als bei neuen Anlagen. Deswegen ist es wichtig, nicht nur die Lohn- und laufende Kosten mit einzubeziehen, sondern auch, dass wir unsere Reinvestitionen und Abschreibungen bezahlt bekommen. All das muss ja auch mit eingepreist werden. Wenn die Landwirte dann gerade einmal 0,35 Euro pro Kilo bekommen, ist das nicht ausreichend."

Weitere Informationen:
Georg Boekels
Provinzialverband Rheinischer Obst- und Gemüsebauer e.V.
Rochusstraße 18
53123 Bonn
Fon 0228 - 52 006 700
Fax 0228 - 52 006 742
E-Mail: info@provinzialverband.de 
Internet: http://provinzialverband.de


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