Seit Anfang des Jahres herrscht in mehreren europäischen Obst- und Gemüseanbaugebieten eine schwere Dürre, die durch anhaltenden Niederschlagsmangel in Verbindung mit Hitzewellen bereits im Mai verursacht wurde. Eine positive Entwicklung ist leider nicht in Sicht. Fakt ist: Die Dürre führt derzeit zu Ernteeinbußen von bis zu 50 Prozent, je nach Kultur und Anbaugebiet.

Besonders besorgniserregend ist die überdurchschnittliche Trockenheit in Frankreich, Ungarn, Italien und Spanien. Dort haben die Wasserstände der Flüsse bereits ein Rekordtief erreicht. Auch in Belgien, den Niederlanden, Portugal und Rumänien, zum Teil aber auch in Deutschland, Polen, Slowenien und Kroatien wird es zu erheblichen Ertragseinbußen kommen.

Bei einigen Kulturen wie Karotten, Spinat oder Erbsen ist eine Tropfbewässerung nicht möglich, ebenso würde eine Sprühbewässerung die Blätter verbrennen. Dort, wo eine Bewässerung theoretisch möglich wäre, wurden häufig Einschränkungen der Wassernutzung oder sogar Bewässerungsverbote verhängt. Für diejenigen Landwirte, die in der Lage waren, mehr zu bewässern, um die Ertragseinbußen zu begrenzen, stiegen die Kosten für die Bewässerung stark an.

Beim Sommerobst kam es zu starken Ertragseinbußen bei Pfirsichen, Aprikosen und (Wasser-)Melonen, und im Jahr 2021 fiel die Aprikosen- und Pfirsichernte dürftig aus (die Ernteprognosen für europäische Birnen und Äpfel sind derzeit durchschnittlich).

Mehrheit der Herbstkulturen sind ebenfalls betroffen
Wenn die Niederschläge im Herbst weiterhin spärlich ausfallen, wird der Großteil der Herbstkulturen, auf die auch die verarbeitende Industrie angewiesen ist, betroffen sein. Bei späten Kohlsorten werden die Ernteerträge sinken.

Negative Auswirkungen auf die Produktionskosten
Der benötigte Rohstoff steht nur in reduzierten und unregelmäßigen Mengen zur Verfügung, zudem sind die Fabriken nicht voll ausgelastet, was zu erhöhten Produktionskosten pro Tonne im Jahr 2022 führt.

Für die nächste Ernte im Jahr 2023 sind die Verarbeitungsunternehmen besorgt: Werden die Verarbeiter nach einem so schwierigen Jahr für die Landwirte in der Lage sein, genügend Hektar in Auftrag zu geben und zu welchen Kosten? Der Sektor tut sein Möglichstes, um die Nachfrage so weit wie möglich zu befriedigen. PROFEL wird die Situation weiterhin genau beobachten und einen aktuellen Bericht vorlegen, sobald weitere Einzelheiten über die Auswirkungen des Klimawandels bekannt sind.

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