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Lars Jansen, Bereichsleiter des Bremer Großmarktes, über die Zukunft des Marktgeländes:

"Wir wollen unserer Verantwortung als Servicedienstleister weiterhin gerecht werden"

Der Bremer Großmarkt befindet sich im Wandel: Nach zwei herausfordernden Pandemiejahren setzt der norddeutsche Handelsknotenpunkt voll auf Digitalisierung und Nachhaltigkeit. Darüber hinaus ist das Marktamt bemüht, seine Dienstleistung für die insgesamt 85 ansässigen Marktfirmen in den kommenden Jahren am Puls der Zeit zu erweitern. Im Interview erläutert Lars Jansen, der Bereichsleiter des Großmarktes, den Status quo sowie die ambitionierten Zukunftsziele des Frischezentrums.

Wenn alles nach Plan läuft, werden in wenigen Jahren zwei große Neubauprojekte am Gelände in der Bremer Überseestadt realisiert. "In Halle 3 wird in absehbarer Zeit ein Food Hub für die regionale Gründerszene und für Start-ups im Bereich Lebensmittel und Ernährung entstehen. Die dazugehörigen Pläne werden momentan verhandelt", berichtet Jansen. Das Marktamt stehe dieser Zukunftsperspektive besonders positiv gegenüber. "Wir glauben an die Synergieeffekte zwischen regionalen Start-ups und den klassischen Großmarktfirmen und sind überzeugt, dass diese Teilfunktion in der Praxis sehr förderlich sein kann."

Trotz Pandemie wurde auch die Sanierung und Umrüstung der ehemaligen Greenyard-Halle umgesetzt. Dazu Jansen: "Etwa die Hälfte der Halle gehört nun der Firma Topak und wird hauptsächlich für die Herstellung frischer Convenience-Produkte genutzt. Auf der restlichen Fläche ist seit Sommer letzten Jahres eine Rewe-Filiale angesiedelt; es handelt sich allerdings um eine temporäre Nutzung. Denn auf einem von uns im Frühjahr veräußerten unbebauten Grundstücksteils an der Ecke Konsul-Schmidt-Straße/Marcuskaje erfolgt der Neubau eines Edeka-Marktes, das zweite große Neubauprojekt der nahen Zukunft."  


Lars Jansen (rechts oben) ist Bereichsleiter des Bremer Großmarktes und steht in engem Austausch mit den dort beheimateten Händlern, etwa Marie Pigors (Naturkost Kontor), Mustafa Topak (Topak Fruchtimporte GmbH) und Heiko Faby (Fruchtgroßhandel Faby)

Dauerhafte Vollauslastung trotz Pandemie
Auch die Bremer Marktfirmen blicken auf zwei herausfordernde Pandemiejahre zurück. "Trotz Corona gibt es keine allzu großen Einbußen. Wir haben nach wie vor eine Vollauslastung der gesamten Verkaufsflächen, Interessenten sind dauerhaft vorhanden. Dementsprechend sehen wir uns für die Zukunft bestens gerüstet", betont Jansen.

Kürzlich kündigte das alteingesessene Fruchthaus Hulsberg seinen Abschied vom Bremer Marktgelände an. Das Unternehmen bezieht bald einen nagelneuen Standort am Gewerbepark Ganderkesee (wir berichteten). Für die freigekommene Mietfläche gibt es ebenfalls bereits mehrere Interessenten.


Einblick in die Großmarkthalle in der Bremer Überseestadt.

Digitalisierung und Nachhaltigkeit
Nichtsdestotrotz sieht sich auch der Bremer Großmarkt mit den jetzigen Kostensteigerungen, insbesondere bei Strom und Wärmeerzeugung, konfrontiert. "Aktuell modernisieren wir unsere Heizungsanlage und rechnen mit Einsparungen von 20-30 Prozent in diesem Bereich. Außerdem rüsten wir unsere Beleuchtung auf LED um und werden dadurch ebenfalls eine signifikante Kostensenkung verwirklichen können. In einem nächsten Schritt erweitern wir sukzessive unsere E-Ladestationen. Wir wollen unserer Verantwortung als Servicedienstleister gerecht werden, zeitgleich aber aus ökonomischer Sicht auch unseren Verbrauch wo möglich herunterfahren", erläutert Jansen die geplanten Maßnahmen.

Nicht nur Nachhaltigkeit, sondern auch die moderne Dienstleistung steht beim Bremer Marktamt in den kommenden Jahren besonders im Vordergrund. "Digitalisierung, etwa im Personal-Recruiting ist dabei ein wichtiger Schwerpunkt. Als Dienstleister sind wir auch bestrebt, beim allgemeinen Marketing rund um den Großmarkt und dessen Marktfirmen weiter in die Tiefe zu gehen", sagt Lars Jansen.

Ortsansässiger Großmarkt 'unentbehrlich'
Als eines von drei Frischezentren im städtischen Ballungsraum Hamburg-Bremen-Hannover befindet sich das Bremer Handelsgelände in einem interessanten Absatzgebiet. "Corona hat uns eindeutig gezeigt, wie wichtig ein ortsansässiger Großmarkt für die städtische Lebensmittelversorgung ist. Es gibt außerdem zahlreiche Einkäufer, die sich an mehreren Großmärkten mit Ware eindecken, weshalb wir eher eine gegenseitige Synergie statt Konkurrenz beobachten. Darüber hinaus stehen wir im stetigen Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen des Großmarktverbandes GFI und besprechen die Herausforderungen, mit denen wir alle momentanen im gewissen Ausmaß zu kämpfen haben", so Jansen.

Letzteres gelte nicht nur für die Herausforderungen, sondern auch für eventuelle Chancen, die es in Zukunft gibt. Dazu Lars Jansen: "E-Commerce etwa hat bisher noch keinen Platz am Großmarkt gefunden, ist aber ein interessanter Markt, den wir ständig beobachten. Auch der stark und schnell steigende Anteil des Auslieferungsgeschäfts und die damit verbundenen Anforderungen hinsichtlich Infrastruktur und Logistik sind eine längerfristige Entwicklung, mit der wir irgendwie zu rechnen haben. Zum Glück haben wir in der Hinsicht zweifelsohne eine optimale Ausgangslage mit guten Anbindungen zur Stadt und Autobahn. Schließlich spielt auch die Angebotsvielfalt eine extrem wichtige Rolle: Der Trend hin zur Regionalität gepaart mit den steigenden Transportkosten führen zu spannenden Rahmenbedingungen, mit denen unsere Marktfirmen aktuell und in den kommenden Jahren umgehen müssen."

Weitere Informationen:
Lars Jansen
Bereichsleiter Großmarkt Bremen
Am Waller Freihafen 1
28217 Bremen
T +49 421 53682 - 11
l.jansen@grossmarkt-bremen.de                        
www.grossmarkt-bremen.de 


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