Llombart Handels- und Treuhandgesellschaft mbH:

Zur aktuellen Lage in den Bereichen Zitrusfrüchten, Steinobst und Melonen aus Spanien

Spanien zählt seit jeher zu den wichtigsten Obst- und Gemüseerzeugern in Europa. Die Llombart Handels- und Treuhandgesellschaft mbH aus Lahr kann auf eine jahrzehntelange Erfahrung mit dem Import und der Vermarktung verschiedener Produkte aus Spanien zurückblicken. Mit dem Team der Firma Llombart aus Lahr sprachen wir unter anderem über den Stellenwert von spanischen Zitrusfrüchten, Steinobst und Melonen auf dem deutschen Markt. 


V.l.n.r: Liliane Llombart, Jörg Wilhelm und Lena Trautwein

Spanien gibt weiterhin den Ton im Zitrusbereich an
"Im Zitrusbereich gibt Spanien im Winter die Pace vor. Italiens Ware ist parallel verfügbar und spielt jedoch mit Ausnahme der Blutorange eine untergeordnete Rolle. Bei Easypeelern überschneidet sich der Start der spanischen Saison mit den wohlschmeckenden und beliebten Spätsorten aus Übersee. Dadurch verlieren Sorten wie Marisol immer mehr an Bedeutung, weil sich der Markt eher Richtung Nadorcott, Tangold und Orri orientiert", so Llombart. 

"Die frühen Satsumas spielen in Deutschland schon lange keine große Rolle mehr. Lediglich der Discount versucht, relativ früh mit der Satsuma in die Saison zu starten. Der traditionelle LEH wartet in der Regel, bis die ersten Clementinen verfügbar sind."

"Auch bei den Orangen kann der Saisonstart im November erschwert werden, wenn noch zu viel Überseeware verfügbar ist. Durch die neuen Importvorgaben der EU und die erschwerten Transportbedingungen verzögert sich die Einfuhr der Ware aus Südafrika oder Lateinamerika. Saftorangen sind bei uns ein Ganzjahresartikel und genießen große Beliebtheit. Bei den Easypeelern ist nach wie vor die Clemenules beliebt und gefragt. Das Gleiche gilt für die leicht schälbaren Mandarinensorten Nadorcott, Tangold und Orri. Unsere Kunden schätzen jedoch auch unsere hervorragenden Speise- und Rosé-Orangen."

Zur Konkurrenz aus Südafrika und Ägypten
Obwohl die Zitrusfrüchte aus Südafrika zunehmend durch hohe Produktions- und Transportkosten beeinträchtigt zu sein scheinen, ergäben sich hierdurch keine Vorteile für die spanische Zitrusbranche, so das Unternehmen: "Aktuell sehen wir keinen Vorteil – eher einen Nachteil, weil nicht abzuschätzen ist, was überhaupt nach Europa kommt und wie sich das Angebot überschneidet, wenn die spanische Ernte beginnt", sagt Llombart. 

"Möglicherweise wird die spanische Ware im Bereich der Saftorangen mit der ägyptischen konkurrieren. Durch wesentlich günstigere Produktionskosten können andere Preise aufgerufen werden. Spanien hat hingegen eine wesentlich höhere Flexibilität und Qualitätssicherheit bezüglich der Rückstände – worauf der LEH großen Wert legt.

50-60 Prozent Einbruch bei Steinobst
Bei Steinobst habe Spanien aufgrund von extremen Wetterkapriolen immense Ausfälle in der Produktion zu verzeichnen. Durchschnittlich spreche man von 50-60 Prozent, wobei es je nach Region erhebliche Schwankungen gäbe. Llombart: "Aus diesem Grund werden dieses Jahr auch viele andere Länder (wie Italien, Frankreich und Griechenland) nachgefragt. Trotz des guten Wetters in Deutschland ist der Konsum verhalten, sodass aktuell kaum Engpässe zu spüren sind."

Ferner sei davon auszugehen, dass die Steinobstsaison dieses Jahr früher als andere Jahre zu Ende sein werde. "In guten Jahren kommen wir bis Anfang Oktober – dieses Jahr könnte Ende August schon alles vorbei sein. Preislich liegen wir etwas über dem Preis vom Vorjahr, allerdings lassen sich die Ausfälle durch den Frost als auch die gestiegenen Produktionskosten nicht kompensieren."

"Das Hauptaugenmerk liegt hier nach wie vor auf Nektarinen, Plattpfirsichen und den feinen französischen Sorten bei den Aprikosen. Auch die Plattnektarinen werden immer beliebter, auch wenn ihre Verfügbarkeit begrenzt ist. Auffällig ist, dass die Pfirsiche (Schalenartikel) immer schwieriger zu beschaffen sind, weil ihre Produktion mangels Rentabilität reduziert wurde und durch andere Produkte wie Nektarinen und Plattpfirsiche ersetzt wurde."

Geringe Verfügbarkeiten und hohe Preise bei Melonen
Gleichzeitig bleibe die Nachfrage bei Melonen witterungsabhängig, sagt Llombart. "Der Saisonauftakt für Dessertmelonen und Wassermelonen war durch geringe Verfügbarkeiten im Ursprung und dementsprechend hohen Preisen geprägt. Im weiteren Saisonverlauf und mit dem Saisonauftakt der nächsten Produktionsgebiete der einzelnen Sorten sind die Preise aber stetig gefallen. Zudem hat sich bei Wassermelonen, Mini-Wassermelonen, Honigmelonen und Cantaloupmelonen Italien dieses Jahr mehr ins Spiel gebracht und sich Marktanteile gesichert und somit die Preise in Spanien entsprechend beeinflusst."

"Inwiefern die Hitzewellen Mitte/Ende Juli Auswirkung auf die Preise für die kommenden Wochen haben werden, bleibt abzuwarten. Die Nachfrage ist jetzt da und im Ursprung in Spanien fehlen jetzt vor allem kleine und mittlere Kaliber bei den Wassermelonen und eigentlich müssten die Preise steigen", heißt es. "In Deutschland gibt es generell keine Lieblingsmelonen, wie beispielsweise in Spanien die Piel de Sapo. Bei Sorten, die beworben werden, ist der Absatz punktuell höher und man verkauft diese besser. Bei entsprechender Witterung ist für alle Melonensorten Bedarf vorhanden."

Anbau von Steinobst und Wassermelonen in Deutschland
"Das Wetter in Deutschland ist nicht konstant warm genug. In einem Jahr mit einem warmen u. frostfreien Frühjahr ist die deutsche Produktion wahrnehmbar. Doch ist es ein sehr großes Risiko für die deutsche Landwirtschaft auf Südfrüchte zu setzen. Laut unseren Kenntnissen hat man sich immer wieder in verschiedenen Gegenden in Deutschland mit dem Anbau von Wassermelonen beschäftigt. Es ist aber meist bei Versuchen geblieben und man hat nach ein bis zwei Jahren den Anbau wieder eingestellt."

Anbau von tropischen Kulturen in Spanien
"Tropische Kulturen wie Avocado und Mango sind anspruchsvoll. Sie brauchen ein spezielles Mikroklima, das nicht überall in Spanien zu finden ist. Es gibt Pioniere, die sich in diesem Bereich versuchen und erfolgreich sind. Gemeinsam mit einem unserer Partner betreiben wir eine kleine Avocadoproduktion in Huelva, die uns dieses Jahr die erste kleine Ernte bescheren wird", heißt es zuletzt. 

Bilder von Llombart Handels- und Treuhandelsgesellschaft mbH

Weitere Informationen:
Liliane Llombart
Llombart Handels- und Treuhandgesellschaft mbH
Import - Export
Industriehof 4
D-77933 Lahr
+49 (0)7821/9397 - 0
+49 (0)7821/9397 - 69
info@llombart.de   
www.llombart.de 


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