Daniel Pitton, Visar Sorting Sàrl, zur optischen Sortiertechnik bei Kartoffeln und Gemüse:

"Bedarf an optischen Sortierverfahren wird in den kommenden Jahren weiterhin steigen"

Optische Sortierlinien haben im vergangenen Jahrzehnt rasch an Bedeutung gewonnen, vor allem in den Bereichen Kartoffeln, Zwiebeln und Feldgemüse. Eine der treibenden Kräfte hinter dieser technologischen Entwicklung ist das Schweizer Unternehmen Visar Sorting. Dessen Sortierverfahren Sortop wurde mittlerweile zur Standardlösung bei modernen Erzeuger-, Sortier- und Abpackbetrieben im In- sowie Ausland. Wir sprachen anlässlich der Tage der offenen Tür vom 23. bis 25. Juni mit dem Firmengründer und Geschäftsführer Daniel Pitton über den aktuellen Stand der Dinge sowie die Zukunft der optischen Sortierung. 


Maschinendemo am Tag der offenen Tür

Angefangen hat die stürmische Entwicklung des Unternehmens mit dem Marktlauch des optischen Karottensortierers Sortop Carrots, welcher 2010 erstmalig zum Einsatz kam. 2015 folgte das zweite Modell zur optischen Sortierung von Kartoffeln, names Sortop Potatoes. Abgerundet wird das heutige Angebotsspektrum durch den Sortop Multi, einen Sortierer für Knollen und Möhren jeglicher Art. Pitton: "Unabhängig vom jeweiligen Produkt, die Bedürfnisse unserer Kunden, ob Abpacker, Großhändler oder Erzeuger, sind überall nahezu gleich. Man sieht sich mit einem kontinuierlichen Fachkräftemangel und steigenden Mindestlöhnen konfrontiert, weshalb hochautomatisierte Lösungen dringend gesucht werden."

Gerade im Bereich Kartoffeln sei das technische Know-how des Schweizer Maschinenlieferanten besonders einzigartig. "In technischer Hinsicht sind Kartoffeln nicht zuletzt aufgrund der vielen Sorten mit unterschiedlichen Farben und Formen am schwierigsten zu sortieren. Hier hat sich unsere Lösung als besonders effizient bewährt." Pitton zufolge seien 80 Prozent der europäischen Möhrenabpackbetriebe heutzutage mit einer optischen Sortieranlage ausgestattet, bei Kartoffeln sei dieser Anteil etwas niedriger. "Generell ist die Nachfrage derzeit sehr hoch und ich bin der Überzeugung, dass der Bedarf auch in den kommenden Jahren weiterhin steigen wird."


Das Messeteam der Visar Sorting auf der Fruit Logistica 2022

Entwicklungspotenzial in Asien und Osteuropa
Nichtsdestotrotz blickt die internationale Kartoffel- und Gemüsebranche auf zwei schwierige Pandemiejahre zurück. Corona habe die Investitionsfreudigkeit in der Branche spürbar gehemmt und geplante Projekte wurden entweder ausgesetzt oder verschoben. "Andererseits hat Corona auch zu einer Nachfragesteigerung geführt und die Automatisierung in der Branche beschleunigt. Denn mittels optischer Sortieranlagen ist man in der Lage, die manuelle Sortierung zu fast 100 Prozent zu ersetzen, was sich gerade zu Coronazeiten, in denen die hohen Infektionsraten teilweise zu einem akuten Arbeitskräftemangel in den Betrieben führten, in der Nachfrage widerspiegelt hat."

Auch längerfristig sei gemäß Pitton, in ganz Europa sowie außerhalb eine eindeutige Tendenz hin zur Mechanisierung zu beobachten. "Es gibt durchaus massive Unterschiede zwischen den einzelnen Ländern hinsichtlich finanzieller Möglichkeiten und Löhne. In der Hinsicht schneiden Nordeuropa und die DACH-Region sehr gut ab. Unser Ziel in den kommenden Jahren ist jedoch, die optische Sortierung auch in Asien und Osteuropa weiter voranzubringen." 220 optische Sortiermaschinen wurden mittlerweile installiert, überwiegend bei mittelständischen oder inhabergeführten Unternehmen. "Man muss sich keine Großinvestition leisten können, um auf optische Sortierung umzusteigen. Wir zählen zum Beispiel auch Kartoffelhöfe mit Direktvermarktung zu unserem Klientel und es ist uns eine Herzensangelegenheit, deren Bedürfnissen auch in Zukunft weiterhin gerecht zu werden."

Trotz der nachweislich besseren Leistung im Vergleich zur manuellen Sortierung hat sich die Visar Sorting Sàrl zum Ziel gesetzt, das bestehende Verfahren weiter zu optimieren. Pitton: "Wir arbeiten mit Hochdruck an einem System, welches den Drahtwurmbefall vom Schimmelpilz Rhizoctonia-Sklerotien unterscheidet. Gleiches gilt für die Erkennung von inneren Qualitätsmängeln bei Kartoffeln."

'Swiss Made' als Vor- und Nachteil
Vermarktungstechnisch sei das Label 'Swiss Made' ein starker, jedoch anspruchsvoller Marktvorteil. Denn bei der Konzipierung der Anlagen ist man zwangsläufig auf hochwertige Rohmaterialien und Dienstleistungen angewiesen, fährt Pitton fort. "Wir leiden ebenfalls unter den hohen CHF-Kursen, die unsere Margen schmälern und uns zwingen, die Produktionskosten möglichst einzuschränken." Erschwerend hinzu komme die aktuell sowieso schwierige Beschaffungslage von Ersatzteilen und elektronischen Konponenten. "Unsere Maschinen haben wir bereits auf mehrere Ersatzteile von unterschiedlichen Lieferanten umgerüstet, was die Chancen erhöht, das benötigte Material zu finden. Wie überall in der Branche sind baldige Lieferengpässe dementsprechend nicht auszuschließen."

Weitere Informationen:
Barbara Baumann
Ansprechpartnerin Deutsch
Visar Sorting Sàrl 
La Tuilière 8 
CH-1047 Oppens 
T: +41 21 887 03 01
b.baumann@visar-sorting.com 
www.visar-sorting.com 


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