Gunther De Vadder, Belgische Fruitveiling (BFV):

"Es wäre schwierig, größere Mengen an Bio-Kirschen zu vermarkten"

"Für belgische Bio-Kirschen sieht es in diesem Jahr sehr gut aus", sagt Gunther De Vadder von der Belgischen Fruitveiling (BFV). "Nach einer dramatischen letzten Saison ist der Unterschied in Qualität, Kaliber und Menge in diesem Jahr enorm. Der Frost hat in Gebieten, in denen es kälter als -8 Grad gewesen ist, zu geringerer Qualität bei Folfet-Kirschen geführt, aber die Samba-Kirschen haben dank der harten Arbeit und der Investitionen der Erzeuger nicht gelitten."

Die Ernte der Bio-Kirschen beginnt in Woche 24 mit der frühen Sorte Samba. "Wir liegen immer ca. eine Woche nach dem Start der konventionellen Kirschen", so Gunther weiter. "Ich schätze, dass wir von einer Menge von etwa 60 Tonnen sprechen können. Zum Vergleich: Letztes Jahr hatten wir etwa zwei Kilo pro Baum und diese Saison sind es acht Kilo pro Baum. Verglichen mit dem konventionellen Anbau (etwa 1% des Gesamtangebots) ist das natürlich immer noch vernachlässigbar, aber für die Bio-Kirschen ist das eine ganze Menge. In Belgien sollte eigentlich auch nicht mehr viel geerntet werden, denn das würde zu Ungleichgewichten auf dem Markt führen. Wenn es ein sehr gutes Erntejahr gibt, ist es schwierig, alles zu vermarkten."

Gunther zufolge ist die Nachfrage nach belgischen Bio-Kirschen in den letzten Jahren gut geblieben und steigt stetig an: "Allerdings gibt es eine starke Konkurrenz aus dem Ausland. Vor allem Italien und Spanien sind große Preiskonkurrenten. In Italien und Spanien gibt es keinen Preisunterschied zwischen biologischen und konventionellen Kirschen. Der Druck dieser Produkte ist aber im Anmarsch. Normalerweise kamen sie viel früher auf den Markt und wir viel später, also passte alles perfekt zusammen. Doch in dieser Saison kommt alles zusammen. Vorläufig wird dies keine Probleme verursachen, denn der belgische Bio-Verbraucher ist ziemlich chauvinistisch und wird daher immer das belgische Produkt dem spanischen oder italienischen vorziehen. Allerdings ist die Grenze für die Verbraucher recht dünn", so Gunther.

Die Kirschen werden hauptsächlich im Bio-Einzel- und -Großhandel verkauft. "Bio-Kirschen sind ein ziemliches Nischenprodukt, aber wir liefern unter anderem an Delhaize, Bio-Planet of Colruyt, Biofresh und Biovibe. Um jedoch beispielsweise Colruyt selbst zu beliefern, müssen wir stark wachsen, um die Nachfrage nach vier Wochen ununterbrochenem Volumen befriedigen zu können. Wie ich bereits angedeutet habe, wäre dies auch im Hinblick auf den Absatz gefährlich. Wir sind jetzt eigentlich auf einem perfekten Produktionsniveau für Belgien. Man muss schon ziemlich verrückt sein, um Bio-Kirschen anzubauen. Das ist sehr schwierig und komplex. Wir arbeiten mit den einzigen beiden Erzeugern zusammen, die dies in großem Umfang tun, und das liegt vor allem daran, dass sie zuvor konventionelle Äpfel und Birnen angebaut haben. Sie stellten auf Bio um und beschlossen, dasselbe mit ihren Kirschen zu tun. Allerdings würde ich mir die Umstellung vom konventionellen auf den ökologischen Kirschenanbau gut überlegen, da sie mit großen Herausforderungen verbunden ist."

Für weitere Information:
Gunther De Vadder
De Belgische Fruitveiling
Montenakenweg 82
3800 Sint-Truiden - Belgien
+32 11 69 34 11
info@bfv.be  
www.bfv.be   


Erscheinungsdatum:



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