Automato Robotics testet Ernteroboter

"Die Arbeit im Gewächshaus zu minimieren, ist unser größtes Ziel"

"Die Arbeitsmarktsituation verändert sich weltweit, die Leute wollen einfach nicht mehr im Gewächshaus arbeiten. Dieser Wandel wird sowohl durch Bildung als auch Maschinen und Roboter vorangetrieben. Wir sind stolz, dass wir Teil davon sein können", sagt Dror Erez von Automato Robotics. Das Ziel des Unternehmens ist es, Erzeugern den Einsatz von Robotern in passiven Gewächshäusern zu ermöglichen. Die Firma konzentriert sich auf Gewächshäuser mit einem Multi-Tunnel-System und hofft so, ihren Ernteroboter schneller auf den Markt zu bringen. Der Druck auf den Arbeitsmarkt wächst immer weiter und deswegen ist eine Erfindung wie diese sehr wichtig.

Autonome oder minimierte Arbeit?
"Die ideale Vorstellung ist ein vollständig autonom arbeitendes Gewächshaus, aber ich denke, dass das in naher Zukunft noch unrealistisch ist. Sogar ein selbstständig arbeitender Roboter braucht eine Person, die ihn überwacht. Man wird also immer menschliche Arbeitskräfte benötigen. Das sieht man auch anhand des Wandels, der im Moment weltweit vor sich geht. Die Leute wollen nicht mehr in den Gewächshäusern schuften. Wir wollen ihnen dabei helfen, stattdessen Maschinen dabei zu beaufsichtigen, wie sie die lästige Arbeit erledigen", erklärt Dror. "Wir versuchen, so viele Arbeitskräfte im Gewächshaus einzusparen wie nur möglich, und gleichzeitig wollen wir das Gewächshaus zu einem besseren Arbeitsplatz machen. Das ist uns viel wichtiger, als es autonom zu machen." 

Das Unternehmen hat eine Roboterplattorm entwickelt, die auch über unebenes Gelände in sogenannten "passiven" (sprich: unbeheizten) Gewächshäusern fahren kann. Die Art von Gewächshäusern dominiert den Sektor (85% der Anbaufläche) und weltweit gibt es die gleichen Probleme und Herausforderungen. "Egal ob in Spanien, Mexiko oder in anderen Ländern, der Arbeitskräftemangel wird immer schlimmer." Die Roboterplattorm hat verschiedene Fähigkeiten: Sie kann kartieren, automatisch in Reihen fahren und die Wege entlang fahren. "Die Plattform kennt die Wege im Gewächshaus. Sie ist am Tag und in der Nacht in Betrieb und kann verschiedene Lasten tragen. Dadurch können die Erzeuger ihre Arbeitskräfte entlasten und auch weniger einsetzen."

Montage-Optionen
Auf die Plattform können verschiedene Teile montiert werden: eine Sprühvorrichtung, eine Bestäubungsvorrichtung oder ein Ernteroboter. Einen solchen Roboter zu entwickeln, ist nicht einfach, sagt Dror. "Einen Roboter zu entwickeln, der Tomaten erntet und sie dann vorsichtig und sicher in Kisten legt, ist ein Langzeitprojekt. Zuerst hatten wir einen Prototyp. Dann haben wir nach und nach die Arme, die Kameras und auch den Algorithmus verbessert. Als Nächstes haben wir ihn dann auf unserer autonomen Plattform installiert und die ersten Tests in Israel durchgeführt. Danach kam die zweite Testphase in einem kommerziellen Gewächshaus in Spanien."

Das Unternehmen ist Teil des H2020-Agrobofood-Programms, das durch DIH Tecnova unterstützt wird und konnte so seine Testphase in Spanien erfolgreich abschließen. Diese wurde im Gewächshaus eines der größten privaten Produzenten Spaniens durchgeführt: Perichan. "Perichan ist das beste Beispiel für ein großes, privates Unternehmen, das Tomaten produziert. Auch sie haben große Probleme, Arbeitskräfte zu finden, da die Löhne steigen und sich gleichzeitig immer weniger Arbeitskräfte finden. Das Phänomen kann überall auf der Welt beobachtet werden. Deswegen freut sich das Unternehmen über alles, was dabei helfen könnte, diesen Arbeitskräftemangel auszugleichen. Außerdem war Perichan einfach ein ganz wundervoller Partner."

Schritt für Schritt zum Ziel
Wie ist es also gelaufen? "Wir sind das Projekt Schritt für Schritt angegangen", sagt Dror. Während des Interviews war er in seinem Haus in Spanien, in das er Anfang des Jahres umgezogen ist, um das Projekt aus nächster Nähe zu begleiten. "Wir mussten die Pflückgeschwindigkeit und die Genauigkeit erhöhen, um den Roboter kommerziell attraktiv zu machen. Der Roboter sollte auch Tomaten pflücken können, die halb bedeckt sind oder in der Nähe des Kabels. Ursprünglich wollte das Unternehmen einen Roboter entwickeln, für den die Bauern nichts an ihren Gewächshäusern ändern müssen. "Es gibt traditionelle und neuere Gewächshäuser hier, bei denen die Pflanzen nicht über Kabel gezogen werden und somit auch keine Tomaten bedeckt werden. Die traditionellen Gewächshäuser sind eine größere Herausforderung, weil sie fast dschungelartig sind. "Wir haben die Tests erst in den traditionellen Gewächshäusern durchgeführt und dann in modernen Multi-Tunnel-Systemen. Und wir haben gesehen, dass es in Spanien einen Trend gibt, die alten Systeme durch Neue zu ersetzen. Das passiert aktuell überall auf der Welt. Deswegen haben wir am Ende entschieden, uns auf ein Produkt für Multi-Tunnel-Gewächshäuser festzulegen."

Bestäubungsroboter
"Wir haben aber noch weitere Produkte in der Pipeline. Die autonome Plattform ist mit verschiedenen Vorrichtungen kompatibel - unter anderem mit dem Arugga-Bestäubungsroboter. "Anders als unsere anderen Produkte ist dieser Roboter für beheizte, aktive Gewächshäuser. Wir arbeiten mit Arugga zusammen, um ihn auch auf passive Gewächshäuser abzustimmen, indem wir unsere autonome Plattform verwenden. Das ist ein völlig neuer Weg für uns und wir sind sehr gespannt, welche neuen Herausforderungen auf uns warten", sagt Dror.

Gleichzeitig bleibt das wichtigste Ziel des Unternehmens, die benötigten Arbeitskräfte in passiven Gewächshäusern auf ein Minimum zu reduzieren. "Wir glauben an die Zukunft von Ernterobotern und werden unsere Systeme immer weiter entwickeln. Der Arbeitskräftemangel in Gewächshäusern ist ein drängendes Problem und deswegen konzentrieren wir uns auf die Lösung dafür. Beispielsweise könnte auch die autonome Sprühvorrichtung Erzeuger enorm entlasten und wir hoffen, dass wir sie in ein paar Monaten auf den Markt bringen werden."

Für weitere Informationen:
Automato Robotics
17 Yahalom Street
Beit Yehoshua
4059100
+972 547684989
www.automatorobotics.com


Erscheinungsdatum:



Erhalten Sie den täglichen Newsletter in Ihrer E-Mail kostenlos | Klick hier


Weitere Nachrichten in dieser Branche:


Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet