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Ton van Dalen, Oxin Growers, Niederlande:

"Wenn der Gaspreis in der Nähe eines Euros hängen bleibt, werden die Kosten in der Kette weitergegeben werden müssen"

Die Erzeuger werden sich derzeit nicht über die Preise für Tomaten und Gurken beklagen. Allerdings haben die Paprika- und Auberginenproduzenten in dieser Saison noch viel Nachholbedarf. Der kaufmännische Direktor von Oxin Growers, Ton van Dalen, schlägt Alarm wegen der Auswirkungen der gestiegenen Kosten. "Wenn der Gaspreis um den Euro herum bleibt, muss in diesem Sommer zum Beispiel für die Paprikaanbauer etwas passieren, sonst bekommen die Anbaubetriebe Liquiditätsprobleme."

"Heute wird viel über den Anstieg der Lebensmittelpreise, einschließlich Obst und Gemüse, gesprochen. Gleichzeitig sehen wir nicht, dass sich dies in den Preisen der Erzeuger widerspiegelt, was bedeutet, dass die enormen Kostensteigerungen für die Erzeuger nicht gedeckt werden und die Erträge unter Druck stehen. Die Preise in den Regalen der Einzelhändler sind jedoch hoch. Ich gehe davon aus, dass auch der Einzelhandel nicht davon profitiert, wenn die Erzeuger unter dem Selbstkostenpreis bezahlt werden. Erfreulicherweise sind die Erzeugerpreise in den letzten zwei Wochen etwas gestiegen, aber das ist auch bitter nötig. Die vollständige Weitergabe des Kostenanstiegs bleibt eine schwierige Diskussion, aber das muss in der Kette ausgeglichen werden", sagt Ton.

"Ich sehe zwar ein größeres Bewusstsein in diesem Bereich, aber ob das schnell genug geht, weiß ich nicht. In diesem Jahr ist die Zahl der Erzeuger, die ihre Gewächshäuser leer stehen lassen, noch begrenzt. In unserem Fall zum Beispiel sind es weniger als 5% der Anbaufläche. Aber ich finde es sehr schwierig, abzuschätzen, was in der nächsten Saison passieren wird. Untersuchungen von Glastuinbouw Nederland zeigen, dass 40% der Unterglasgemüseerzeuger Probleme bekommen werden, wenn die Energiekosten so hoch bleiben wie sie sind. Vieles wird von den Preisen abhängen, die im weiteren Verlauf der Saison noch zu erwarten sind."

Der Tomatenmarkt scheint in diesem Jahr von der Malaise verschont geblieben zu sein. "Wir hatten einen guten Start in die Saison und die Preise haben sich gut gehalten. Sicherlich im Vergleich zu 2021, wo wir bis einschließlich Woche 17 einen Durchschnittspreis von 93 Cent für Strauchtomaten hatten, der jetzt bei 1,70 Euro liegt", erinnert sich Ton. "Auch die Preise für lose Tomaten sind gut. Um Ostern herum fiel der Preis eine Zeit lang, hat sich aber inzwischen wieder auf ein akzeptables Niveau erholt. Wenn das so weitergeht, könnte es ein vernünftiges bis gutes Jahr für die Tomatenanbauer werden." 

ToBRFV-Virus
"Was in diesem Jahr auffällt, ist, dass es viel weniger beleuchteten Anbau von Tomaten gibt. Die Frage ist, wie sich dies in der neuen Saison auswirken wird. Vielleicht bekommen wir wieder eine altmodische niederländische Tomatensaison. Das wird sich in den kommenden Monaten zeigen. Außerdem scheint die Aufmerksamkeit für das ToBRFV-Virus in den Hintergrund getreten zu sein, ist aber noch nicht verschwunden. Glücklicherweise arbeiten die Pflanzenzüchter intensiv an Resistenzen, aber es wird noch ein oder zwei Jahre dauern, bis genügend Saatgut zur Verfügung steht. Alles in allem gibt es genügend Unsicherheiten auf dem Markt."

"Für die Gurkenanbauer läuft die Saison bisher gut, mit einem durchschnittlichen Preisniveau von rund 40 Cent für alle Sorten. Bei Gurken ist festzustellen, dass viele Landwirte später begonnen haben oder von drei auf zwei Kulturen umgestiegen sind. Die Zahl der Erzeuger, die ihre Flächen tatsächlich leer gelassen haben, ist letztlich sehr begrenzt geblieben", stellt der kaufmännische Leiter fest.

Überschneidungen zwischen Spanien und den Niederlanden
Während die Gurkenerzeuger in der Vergangenheit gute Preise erzielt haben, kann man das von den Paprikaerzeugern in dieser Saison nicht behaupten. "Die Saison hat sehr schlecht begonnen. Als Hauptgrund wurde angegeben, dass die spanischen Erzeuger mit einem späteren Beginn des niederländischen Anbaus gerechnet hatten, was jedoch nicht eingetreten ist. Das schöne Wetter sorgte dann auch für eine recht hohe Produktion, und durch die Überschneidung zwischen Spanien und den Niederlanden geriet der Markt von Angebot und Nachfrage aus dem Gleichgewicht."

"Inzwischen sind die Preise wieder etwas gestiegen und liegen im Durchschnitt bei rund 2 Euro. Wenn sich diese Preise halten, ist die Lage vielleicht gar nicht so schlecht, aber dann muss die Nachfrage im kommenden Sommer auf einem guten Niveau bleiben. Alles in allem gibt es im Paprikasektor noch viel zu tun. Abgesehen davon gibt es im Paprikaanbau auch genügend Probleme mit Krankheiten und Schädlingen, wie z. B. die neue Blattlaus, die gegen bestimmte Pflanzenschutzmittel resistent ist, und auch im Wurzelbereich gibt es Probleme."

Und nicht zuletzt läuft es auf dem Auberginenmarkt in dieser Saison auch nicht wie erwartet. "Der Beginn der niederländischen Saison war ziemlich schlecht, und das letzte Jahr war auch ein schlechtes Jahr für Auberginen. In der Zwischenzeit steigen die Preise wieder auf das Niveau von 2020. Aber dann hatten wir eine sehr gute Periode in dieser Zeit des Jahres. Die große Frage ist, ob wir dies auch in den kommenden Wochen erleben werden. Die Erzeuger setzen große Hoffnungen darauf, aber es bleibt immer abzuwarten, und hinterher werden wir genau wissen, wie realistisch das war", stellt Ton trocken fest.

Für weitere Informationen:
Ton van Dalen
Oxin Growers
+31 (0)180 203 202
Ton@oxin-growers.nl  
www.oxin-growers.nl  


Erscheinungsdatum:



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