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Weißes Gold aus Brandenburg, Hessen und Niedersachsen

Spargelsaison beginnt mit ausreichenden Mengen, Sorgen um Erntehelfer und hohen Preisen

In der KW 11 wurde in der Vorderpfalz der erste Spargel der Saison gestochen und vorwiegend in Hofläden verkauft. Landwirt Andreas Eberhardt verlangt aktuell für ein Kilo der besten Qualität 24 Euro, für dünnen Spargel neun Euro weiß der SWR. Wie jedes Jahr werden die Preise im Lauf der Saison wieder sinken - aber wie tief? Am günstigsten für Spargelfans wäre ein heißes Frühjahr mit großen Erntemengen und dadurch tiefen Preisen. Für den Spargelbauer wäre das ein Alptraum: "38 Grad im April brauchen wir nicht", sagt Andreas Eberhardt.

Brandenburg: Erntehelfermangel kündigt sich an
In den Spargelbaubetrieben des Spreewalds wächst währenddessen die Sorge, dass für die diesjährige Spargelernte nicht ausreichend Erntehelfer zur Verfügung stehen. Das hat eine stichprobenartige rbb-Nachfrage bei Spargelbauern ergeben. Die meisten Erntehelfer kommen seit Jahren aus Rumänien und Polen. Wegen des Ukraine-Krieges könnten einige als Reservisten zur Grenzsicherung herangezogen werden, statt nach Deutschland zu kommen, heißt es.

Beim Bauernverband weiß man davon noch nichts. Eine derart unsichere Situation zum Saisonstart habe er noch nie erlebt, sagt Gerald Kaltschmidt vom Agrar- und Schäfereibetrieb Preschen, der seit Jahrzehnten Spargel anbaut. Ähnlich äußern sich Spreeewaldbauer Ricken und Eckhard Kuhl, Chef der Spargelbau Sallgast GmbH. Kämen die geplanten Erntehelfer nicht, könne man Konkurs anmelden, beschreibt Kuhl seine Situation.

Hessen: Kilopreise um 20 Euro
Auch in Hessen wurde bereits das erste weiße Gold der diesjährigen Saison geerntet: "Mir geht das Herz auf wie ein Kreppel", scherzt Rolf Meinhardt gegenüber FFH. "Was kann es Schöneres geben?" Noch reicht die Menge nicht für alle Hessen, das dauert noch. Zu Beginn der Saison kostet das Kilo an die 20 Euro. Mit der Zeit pendelt sich der Preis bei um die 10 Euro ein. Rolf Meinhardt stellt klar: "Immer teurer darf der Spargel auch nicht werden, dann kauft ihn der Verbraucher irgendwann nicht mehr." Die Landwirte in Südhessen haben vereinbart, dass sie mehr Kosten selbst tragen und nicht alle Erhöhungen - unter anderem durch steigende Energiekosten - direkt an den Verbraucher weitergeben.

Niedersachsen: Ausreichend Spargeln an Ostern
Die Spargelernte in Niedersachsen hat begonnen – zumindest auf den Flächen mit einer Dreifachabdeckung, also einem speziellen Foliensystem, das die Wärme besser speichert. Dank der derzeitigen Wetterverhältnisse wird es aber auch nicht mehr lange dauern bis zur Ernte auf den übrigen Feldern, sodass Verbraucher*innen an Ostern mit ausreichend Spargel rechnen können, wie die Landwirtschaftskammer Niedersachsen mitteilt. Einzelne direktvermarktende Betriebe mit beheizten Felder haben die ersten feinen, weißen Stangen sogar schon Ende Februar geerntet. 

Einen erheblichen Arbeits- und Kostenaufwand haben in diesem Jahr die Stürme im Februar verursacht: Folienabdeckungen wurden von Windböen zerrissen, mussten eingesammelt und neu aufgelegt werden. Überdies ging auf den Flächen mit den zerrissenen Folien der Wärmeeffekt verloren. Viele Betriebe warteten wegen des Sturms auch länger, ehe sie die Folien auflegten.

Spargelanbau leicht rückläufig
Nach Angaben des Landesamts für Statistik wurden 2021 landesweit 25.100 Tonnen Spargel gestochen, 2020 waren es 26.600 Tonnen. Auch der Anteil von Anbaufläche ist rückläufig: Betrug die Anbaufläche 2020 noch 5300 Hektar, waren es 2021 mit 5000 Hektar rund sieben Prozent weniger.

Spargel ist mit rund 4.500 Hektar im Ertrag stehender Anbaufläche die flächenstärkste Kultur im niedersächsischen Gemüseanbau. Zu den Zentren des niedersächsischen Spargelanbaus gehören die Regionen rund um Hannover, Nienburg, Lüneburg, Uelzen sowie das Osnabrücker Land. 


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