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Ron Jongejan, Fresh-flow:

"Unsere Qualität ist am Aufholen"

In Europa ist das Wachstum des Avocadoverbrauchs noch nicht beendet. Auch die Zahl der Länder, die Avocados liefern, hat sich nicht verändert. Man kann dieses Produkt in fast allen wärmeren Klimazonen anbauen. Wie wirken sich die neuen Akteure Kenia und Tansania auf den Markt aus?

Avocados sind sehr ertragreich und relativ kostengünstig im Anbau. Daher beginnen immer mehr Erzeuger in Kenia und Tansania mit dem Avocadoanbau. Dies ist zum Teil auf staatliche Förderprogramme zurückzuführen. Im vergangenen August wies der tansanische Premierminister Kassim Majaliwa Anbaubetriebe an, mit der Aufzucht von Setzlingen zu beginnen. Diese werden kostenlos an die Erzeuger verteilt.

Die Regierung hofft, auf diese Weise die wirtschaftliche Lage des Landes zu verbessern. Außerdem verspricht sie, bei der Ausweitung des Anbaus und der Suche nach Absatzmärkten zu helfen. "Kenia hat jedoch vor kurzem die Förderung des Avocadoanbaus eingestellt", sagt Ron Jongejan von Fresh-flow. "Es gibt viele kleine Erzeuger, die ihre Avocados exportieren. Sie haben die Qualität nicht ganz im Griff. Das Gleiche gilt für Tansania. Hier gibt es noch viel zu tun, wenn sie die Qualität erreichen wollen, die Europa verlangt."

Fresh-flow ist das kenianische Anbauunternehmen, das niederländische Handelsbüro von Vegpro. Vegpro wurde 1979 gegründet. Heute beschäftigt das Unternehmen 10.000 Mitarbeiter und erwirtschaftet einen Umsatz von 340 Millionen Euro. Sozial- und Umweltpolitik haben höchste Priorität. Das Hauptaugenmerk von Fresh-flow liegt auf der Vermarktung der Avocados von Vegpro. "Wir versuchen, den Verkauf zu strukturieren und mehr Einblick in den europäischen Avocadomarkt zu bekommen", erklärt Ron.

"In den Niederlanden läuft alles zusammen. Produkte aus Südafrika, Israel, Chile, Peru, Kolumbien und Spanien. So bekommt man einen guten Überblick über den Markt." Peru und Kolumbien sind die größten Konkurrenten der Avocados aus Kenia und Tansania in Europa. "Peru liefert bereits große Mengen, und auch aus Kolumbien kommen immer mehr."

"Diese Länder haben auch mit Qualitätsproblemen zu kämpfen, aber sie arbeiten hart daran, diese zu lösen. Kenia und Tansania sollten das Gleiche tun. Aber afrikanische Erzeuger haben weniger Geld zur Verfügung als Erzeuger in Südamerika. Ich finde, kenianische Avocados schmecken köstlich. Um auf dem europäischen Markt konkurrenzfähig zu sein, muss ihr Trockenmassegehalt steigen", sagt Ron.

Vegpro besitzt etwa 300 Hektar eigene Anbauflächen. Damit bringt es die erste Anlage von Just Avo auf den Markt. "Wir verfügen über alle erforderlichen Qualitätsstandards und Zertifikate, einschließlich GlobalGAP und SMETA. Die Produkte werden nachhaltig angebaut und sind umweltfreundlich. Und die Erzeuger verbrauchen weniger Wasser. Wir haben den Anbau inzwischen gut im Griff, Tests zeigen keine Qualitätsunterschiede zu Peru."

"Die Einzelhändler sind spürbar begeistert. Aber wir können noch nicht die Mengen liefern, um die Programme des Einzelhandels zu füllen. Das sollte sich bald ändern. Wir arbeiten mit neuen Sorten, die sich schneller entwickeln. Es ist das zweite Jahr, in dem unsere Plantagen produzieren. Und die Ernte ist besser als erwartet. Ich denke, dass wir in den kommenden Jahren schneller mehr Avocados auf den Markt bringen können", so Jongejan weiter.

Vegpro investiert auch stark in Wissen, um seinen Anbau weiter zu optimieren. "Wir haben einen acht bis zehn Hektar großen Versuchsstandort, an dem wir alle möglichen Anbaumethoden testen. Außerdem gibt es immer bessere Methoden, um die Qualität zu beurteilen. Messen ist Wissen - das gilt auch für die Avocado. Wir versuchen, unsere Erzeuger dazu zu bringen, das auch zu nutzen."

"Dann werden sie sich nicht mehr nur auf Farbe und Aussehen verlassen", fügt Ron hinzu. Vegpro hat Verträge mit etwa 100 Erzeugern. "Die Qualität schwankt. Das hat alles mit dem Wetter zu tun. In diesem Jahr herrschte in Kenia trockenes Wetter. Das hat dazu geführt, dass die Früchte am Ende etwas kleiner sind."

Die Unternehmen werden sich immer mehr der Qualität bewusst, und immer mehr stellen darauf um. "Das ist auch notwendig, wenn wir mit Peru und Kolumbien mithalten wollen. Die Dinge entwickeln sich rasant. Wir sind immer noch das Schlusslicht, aber wir holen auf", sagt Ron abschließend (ML).

Ron Jongejan
Fresh-Flow 
Graslaan 9
1424 SB De Kwakel
+31 (0)6 1305 0246
ron@fresh-flow.eu  


Erscheinungsdatum:



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