Niederländisches Beratungskomitee: "Obst und Gemüse billiger machen"

Steuern auf zugesetzten Zucker und Salz sowie auf rotes Fleisch einführen, aber Obst und Gemüse verbilligen. Dies ist eine der Empfehlungen in einem Bericht, der diese Woche vom Wissenschaftlichen Rat für integrale nachhaltige Landwirtschaft und Ernährung (RIDLV) veröffentlicht wurde.

Nach Ansicht des Rates trägt das niederländische Lebensmittelsystem zu den aktuellen Krisen im Zusammenhang mit dem Klima, der biologischen Vielfalt und chronischen Wohlstandskrankheiten sowie zur Vertrauenskrise der Landwirte bei. Diese Krisen dürfen nicht getrennt voneinander angegangen werden, sondern müssen unter der Überschrift "Gesundheit mal Drei" kombiniert werden. 

Herman Wijffels, Mitglied des Rates: "Wir setzen uns dafür ein, dass die Gesundheit zum Organisationsprinzip für die Umstellung der Landwirtschaft und des gesamten Ernährungssystems wird. Das Prinzip kann von Regierungen, Unternehmen, dem Gesundheitssektor und Organisationen der Zivilgesellschaft genutzt werden und bietet eine Grundlage für die Zusammenarbeit."

Der Rat spricht sich für einen grundlegenden Wandel des Bewusstseins aus - angefangen bei niedrigen Lebensmittelpreisen und kurzfristiger Effizienz bis hin zu einem System, bei dem die Gesundheit an erster Stelle steht.

Aktuell
Angesichts der Kabinettsbildung, der Proteste der Landwirte, der "Farm to Fork"-Strategie der Europäischen Kommission und des UN-Gipfels zu Lebensmittelsystemen ist der Bericht von großer Aktualität. Nach Ansicht des Rates werden die genannten Krisen noch zu oft von verschiedenen Abteilungen, Interessengruppen und Forschungsinstituten getrennt voneinander angegangen.

"Wir brauchen viel mehr Kohärenz und Zusammenarbeit", sagt Präsidentin Edith Lammerts van Bueren. "Dies sollte jedoch nicht rein von oben nach unten oder über das klassische Poldermodell geschehen, denn es ist ein stärkerer Beitrag der Gesellschaft erforderlich. Wir denken an einen Bürgerrat für Landwirtschaft und Ernährung, in dem Diskussionen zwischen Landwirten, Bürgern, Unternehmen, Supermärkten, Menschen aus dem Gesundheitssektor, NROs und anderen Interessengruppen stattfinden. Dies geschieht am besten auf regionaler Ebene, kann aber auch auf nationaler Ebene durchgeführt werden. Die Regierungen von Bund und Ländern müssen dafür Mittel zur Verfügung stellen."

Empfehlungen: "Obst und Gemüse billiger machen"
Der Rat richtet eine Reihe von Empfehlungen an die wichtigsten Akteure des Lebensmittelsystems. An die Regierung: Steuern auf zugesetzten Zucker und Salz sowie auf rotes Fleisch einführen, aber Obst und Gemüse billiger machen. Verbot jeglicher an Kinder gerichteten Werbung für ungesunde und nicht nachhaltige Lebensmittel, auch in den sozialen Medien. Und die Rückkehr zur Raumplanung, um die Stickstoffprobleme in den Naturschutzgebieten zu lösen.

An die Lebensmittelindustrie: Verzichten Sie auf ultrahochverarbeitete Lebensmittel und entscheiden Sie sich für dreifach gesunde Lebensmittel.

An die Supermärkte: Machen Sie den Verbrauchern die gesunde Wahl leicht. Und zahlen Sie einen höheren Preis an Landwirte, die bei der dreifachen Gesundheitsprüfung gut abschneiden.

An die NRO: Schaffung eines gemeinsamen dreifachen Gesundheitsbewertungssystems für Supermärkte.

Und an die Hochschulen: Geben Sie der Ernährungslehre einen festen Platz in der Ausbildung von Ärzten und Pflegepersonal.


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