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Weuthen: Marktsituation für Kartoffeln

Aktuelle Situation und Markteinschätzung für die Ernte 2021

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Im Dezember 2019 hörten wir erstmal von einem neuartigen Virus aus China der spätestens seit dem Frühjahr letzten Jahres unser Geschäft, unsere Abläufe am Arbeitsplatz, unsere sozialen Kontakte , ja unser ganzes Leben beeinflusst hat. Das Menschen Hamsterkäufe von Toilettenpapier und auch von Frischkartoffeln tätigen und Verbraucher an Hof Läden in der Schlange stehen hätten wir niemals für möglich gehalten. Das Lockdowns die komplette Gastronomie, das Gastgewerbe und den Tourismus total lahmlegten, hatte gewaltigen Einfluss auf unsere Geschäfte und stellte uns alle vor gewaltige Herausforderungen.

Heute darf ich feststellen, dass die Kartoffelwirtschaft diese gewaltige Herausforderung aus eigener Kraft gestemmt hat. Auch wenn die Kartoffeln der Ernte 2019 zum Teil alternativ verwertet werden mussten haben wir, haben die europäischen Verarbeiter die
vertraglichen Vereinbarungen respektiert. Hierdurch sind die Landwirte mit einem blauen Auge durch die Saison 2019 und 2020 gekommen. Wer mit Kartoffeln spekuliert weiß um die Risiken des freien Marktes. Die Frischkartoffelproduzenten gehörten zu den
großen Gewinnern der Corona Krise und konnten Rekordmengen absetzen und bis zum heutigen Tag auskömmliche Preise erzielen.
Heute, nach über einem Jahr dürfen wir wieder positiver in die Zukunft schauen. In Rekordtempo wurden Impfstoffe entwickelt die uns hoffentlich wieder zurück in ein normales Leben führen. Das zu normal in Zukunft vielleicht auch die 2 oder 3 G Regeln gehören wird dann wohl zu verschmerzen sein.

Wenn uns im letzten November jemand prognostiziert hätte, dass die letzten alten Veredelungskartoffeln doch bis 20,00 € notiert werden, wäre dies auf Unverständnis gestoßen. Doch insbesondere der sehr volatile Kartoffelmarkt ist sehr schwierig Vorherzusagen und reagiert auf Wetterkapriolen sehr stark. Dies hat auch damit zu tun, dass insbesondere bei den Veredelungskartoffeln ein Großteil des Rohstoffes vertraglich gebunden ist.
Die Corona Absatzkrise an den Industriekartoffelmärkten führte zu einer Verunsicherung bei den Landwirten. Aufrufe von NEPG und anderen Organisationen  zu einer Anbaueinschränkung führte zu einem Anbaurückgang in den wichtigen Anbauregionen der EU 4 von 3-5 %. Unser Haus hat schon früh versucht diesem Trend entgegen zu wirken. Die Landwirte in unserer Region und auch die Landwirte in Bayern haben zwar die Frühkartoffel eingeschränkt, aber insgesamt ist in NRW die Fläche sogar leicht ausgedehnt. Die Landwirte können nun von den höheren Kassapreisen profitieren.

Die Auspflanzungen begannen in einigen Regionen bereits im Februar. Trotz zu erwartendem Wettbewerb mit alter Ernte haben wir uns entschlossen den frühen Vertragsanbau von Chips und Fastfoodsorten in der Pfalz, in Baden und in Ostniedersachsen fortzusetzen. Die Abwicklung in den letzten Wochen hat gezeigt, dass
dies auch mit den Perspektiven für die Zukunft eine richtige Entscheidung war. Den Partner der Verarbeitungsindustrie die diese Programme mit uns gemeinsam umgesetzt haben sei an dieser Stelle für ihre Weitsicht gedankt. Dies Auspflanzungen für die laufende Ernte begannen in Februar und endeten aufgrund der widrigen Wetterbedingungen am 15. Juni. Bis in den Mai war es zu kalt, zu nass und alles andere als wüchsig. Diesen Wachstumsrückstand konnten die Verarbeitungskartoffeln bis heute noch nicht wettmachen.
Obwohl der LEH sehr lange alte Ernte vermarktet hat und bis Mitte Juli Importkartoffeln das Angebot beherrschten, können die Speisefrühkartoffel Anbauer mit dem bisherigen Marktverlauf sehr zufrieden sein. Neben den hiesigen Markt haben das Nachhaltigkeitsprogramm „Planet Proof“ und die Vereinbarungen mit den langjährigen Kunden in Benelux für attraktiven Absatz gesorgt. Zwischenzeitliche Wetterkapriolen sorgten auch dafür das Landwirte aus dem Überschussgebiet Niedersachsen von zusätzlichen übergebietlichen Verladungen profitieren konnten.
Bei Veredelungskartoffeln haben wir mangels entsprechender Zuwächse gemeinsam mit unseren Abnehmern versucht die neue Ernte so lange wie möglich zu schonen. Aufgrund der hohen Vorräte aus der Ernte 2020 ist dies gelungen. Die letzten Kartoffeln der alten
Ernte haben wir in dieser Woche – in guter Qualität- abgeliefert. Trotz aller Sorgen um die Keimhemmung bestätigt dies, dass die Strategien mit den neuen Keimhemmungsmitteln funktioniert haben. Durch den späteren Vermarktungsbeginn konnten die Kartoffeln noch erheblich an Ertrag zulegen.

In den letzten Wochen bewegen sich die Notierungen sowohl im Industrie- als auch Speisekartoffelbereich moderat und Saison bedingt nach unten. Trotzdem befinden wir uns im Kassamarkt auf einem auskömmlichen Niveau. Die derzeitige Terminmarktnotierung April spiegelt unserer Meinung nach die derzeitigen Proberodungen und Absatzperspektiven wieder.

Wie schon gesagt wurde die Anbaufläche – insbesondere im frühen Industriesegment- 3-5 % eingeschränkt. Unser Haus konnte diesem Trend entgegenwirken bzw. Frühsorten in neuen Anbaugebieten platzieren. Von unseren Ertragreichen Sorten Anais, Musica, Ranomi, Melody, Jazzy , Lorley und Gerona konnte der Anbau erfreulicherweise ausgedehnt werden. Alle genannten Sorten trumpfen in diesem Jahr mit guten Erträgen auf. Annabelle ist und bleibt die Frühe, ertragreiche festkochende Salatkartoffel.
Die festkochenden Sorten Chateau und Twister haben wir neu ins Programm aufgenommen. Bei Industriekartoffeln beweisen die bewährten Sorten Premiere und Amora ihre frühe Verarbeitungseignung. Die Übergrößenanteile dieser Sorten waren jedoch zu Beginn der Verladungen unterdurchschnittlich. In diesem Segment könnte die Sorte Francis in den nächsten Jahren, aufgrund hervorragender Backqualität, Länge und Ertrag weiter Marktanteile gewinnen.
 
Die gesamte Rede von Ferdi Buffen sowie Weuthens Einschätzung der kommenden Marktsituation für Kartoffeln können Sie hier nachlesen. 


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