Marc Wehrle, Naturkost Kontor Bremen GmbH:

"Das Preisgefüge zwischen importierten und regionalen Süßkartoffeln steht noch stark auseinander"

Das Naturkost Kontor Bremen versorgt seit mittlerweile 30 Jahren Bremen und das Umland mit 100% Bio Lebensmitteln. Mit FreshPlaza unterhielt sich Marc Wehrle vom Naturkost Kontor über Steinfrüchte, (Süß-)Kartoffeln sowie über Chancen und Herausforderungen von Bremens Bio-Erzeugern.

"In der Gastronomie sind hochwertige Bio-Produkte noch nicht so angekommen. Wir haben lange Zeit keine Anfragen von diesem Zweig bekommen, aber langsam kommt da wieder was", teilt Wehrle mit. "Unser Kerngeschäft liegt im Naturkost-Fachhandel mit seinen Einzelhändlern, Marktständen und Hofläden aber auch Verarbeitern.“

Regionale Steinfrüchte und Frühkartoffeln

"Die Saison der Aprikosen, Nektarinen und Pfirsiche fängt gerade erst  richtig an. Bei den Aprikosen sind wir nun bei einer Menge von knapp 700kg. Wir sind ein eher kleiner Großhändler und achten darauf, möglichst regional einzukaufen." 

Wie in vielen anderen Betrieben, so musste auch das Naturkost Kontor aufgrund der Widrigkeiten der letzten Wochen und Monate seinen Arbeitsprozess verändern: "Im Großen und Ganzen hatten wir keine großen logistischen Problemen. Die tägliche Belieferungen durch Speditionen liefen natürlich etwas anders ab. Die Lieferer durften teilweise nicht unser Lager betreten, wodurch unsere Lagermitarbeiter selbst die Ware hereintransportieren mussten. Selbstverständlich führen wir auch strenge Hygienemaßnahmen durch."

Regionale Herausforderungen durch das Wetter

"Die Wetterschwankungen waren bei uns auf jeden Fall auch daran zu  erkennen, dass sich der Start von vielen Kulturen um mehrere Wochen verschoben hat." Gemeint ist etwa der Start der Erdbeerkultur, der sich durch Frostschäden um einige Wochen verspätete. "Die Kälte hat merklich Einiges nach hinten verschoben und die Erzeuger bei uns in der Region vor viele Herausforderungen gestellt."

"Wir hatten bei uns lange Zeit auch eine Maskenpflicht und keine Laufkundschaft. Die Ware haben wir hauptsächlich vorgepackt. Diese konnten sich Kunden dann bei uns im Geschäft rausholen. Die Kunden haben jetzt wieder direkten Zugang, aber nur unter Einhaltung der Hygienemaßnahmen", wie Wehrle klarstellt. 

Hohe Nachfrage nach Bioprodukten und Mehrwegverpackungen

Nicht nur bei ihren Lebensmittelerzeugnissen, sondern auch bei ihren Verpackungen versucht das Kontor, nachhaltig zu sein. Wehrle: "Wir versuchen, so weit wie möglich auf Mehrwegverpackungen zu setzen. Die zwei dominanten Verpackungen sind ja von Ifco und Eps. Von den regionalen Erzeugern und den süddeutschen Erzeugern wird fast alles in Ifco-Kisten geliefert. Das, was wir an Ware importieren, kommt wenn irgendwie möglich in EPS-Kisten."

Zwei Tonnen Frühkartoffeln und norddeutsche Süßkartoffeln

"Wir rechnen mit einer Menge von etwa 2 Tonnen Frühkartoffeln für  diese Woche, dazu zählen die Sorten Annabelle, Linda und Leyla," erzählt Wehrle. Doch auch im Vertrieb von Süßkartoffeln ist das Naturkost Kontor aktiv: "Wir handeln das ganze Jahr über mit Süßkartoffeln. Zuletzt hatten wir Ware aus Israel und jetzt aus Italien. Bald startet auch die Saison hier in Norddeutschland. Das Preisgefüge zwischen der Importware und der regionalen Ware steht aber noch so stark auseinander, sodass es leider noch nicht möglich ist, komplett auf die Regionalware umzusteigen, weil auch keine ausreichenden Mengen zur Verfügung stehen. Auch die Produktions- und Betriebskosten sind hierzulande deutlich höher. Wir würden uns aber sehr freuen, noch mehr Kundinnen und Kunden für die regionale Ware begeistern zu können."

Veränderungen im Anbau durch den Klimawandel

Die Folgen des Klimawandels sind Wehrle zufolge auch im hiesigen Anbau zu erkennen: "Man merkt, dass sich Einiges verändert hat, wenn man sich etwa den Anbau von Kulturen wie der Kiwifrucht und der Wassermelone anschaut. Früher wäre die hierzulande nie angebaut worden, doch immer mehr Erzeuger beschäftigen sich mit den süßen Klassikern. Sowas wäre früher in Norddeutschland undenkbar gewesen." 

"Auf der einen Seite ist diese Entwicklung schon begrüßenswert. Anderseits ist damit aber auch verbunden, dass etwa der Kirschenanbau immer stärker abnimmt, weil die Maden, die sich in den Früchten festsetzen, die Anbauer vor Herausforderungen stellen, die es in der Form früher nicht gegeben hat. Es wird künftig wohl so sein, dass zunehmend andere Kulturen hier angebaut werden."

Weitere Informationen:
Naturkost Kontor Bremen GmbH
Im Frischezentrum (Großmarkt Bremen)
Spezialitätenhalle Tor 14
Am Waller Freihafen 1
28217 Bremen
Tel: 0421 53797-70
Fax: 0421 53797-99
E-Mail: info@nkk-hb.de 
Web: www.naturkost-kontor.de 

Fotos: Naturkost Kontor Bremen GmbH


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