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Gesamternte um 27,9 Mio. Tonnen erwartet

NEPG: Kartoffelfläche sollte um mindestens 15 % abnehmen

Die NEPG (North-Western European Potato Growers) schätzt, dass die Gesamternte in dieser Saison 27,9 Millionen Tonnen betragen wird, wenn tatsächlich alle Kartoffeln die noch im Boden sind geerntet werden. Die Ernte erfolgt später als gewöhnlich, mit allen damit verbundenen Risiken. So stehen immer noch einige Kartoffeln in schwierigen, nassen Gebieten in Westbelgien und Großbritannien.
27,9 Millionen Tonnen sind 4,5 % oder 1 Million Tonnen mehr als in der letzten Saison in den 5 führenden Kartoffelländern. Die NEPG geht davon aus, dass die Erzeuger im Nordwesten der EU im nächsten Frühjahr insgesamt 15 % weniger anpflanzen werden.

Aufgrund von Covid-19 ging die weltweite Nachfrage nach verarbeiteten Kartoffelprodukten enorm zurück und die tatsächliche Nachfrage nach Rohstoffen aus den Fabriken liegt im Vergleich zur letzten Saison vor der Pandemie bei etwa 85 %. Das derzeit niedrige Kaufpreisniveau für die Verarbeitung von Kartoffeln unterstreicht dies.

Volumenreduzierung der Verträge
Europäische und nordamerikanische Kartoffelverarbeiter haben große Lagerbestände an Fertigprodukten in ihren Kühlhäusern und benötigen über einen längeren Zeitraum weniger Rohstoff. Es wird erwartet, dass sie das Volumen ihrer Verträge mit den Erzeugern im nächsten Jahr reduzieren und kaum Interesse an freien Kartoffeln haben. Aufgrund der tatsächlichen Kosten für den Anbau und die Lagerung von Kartoffeln ist eine Senkung der Vertragspreise nicht
zu erwarten.

In den letzten 5 Jahren haben die NEPG-Erzeuger ihre Konsumkartoffelfläche um 7,7 % erhöht. Der Anstieg in Frankreich betrug fast 14 % und in Deutschland 10 %, aber auch die anderen
Länder dehnten ihre Fläche aus. Diese vergrößerte Fläche ist ein enormer Kontrast zu dem langsameren Wachstum der Rohstoffnachfrage durch die Fabriken und dem Rückgang seit der
Covid-19-Situation. Mit den bevorstehenden zweiten Lockdowns in mehreren Ländern erwartet die NEPG keine Änderung der Situation in der kommenden Saison. Darüber hinaus könnte auch das Ergebnis der Brexit-Diskussionen den Markt beeinflussen.

Übergangssaison
Aufgrund neuer Vorschriften für die Lagerung (Verbot von CIPC, Einführung und Verwendung von „neuen“ Keimhemmungsprodukten) kann insbesondere die längere Lagerung in der kommenden Saison als herausforderndes Übergangsjahr angesehen werden. Die Verfügbarkeit einiger neuer keimhemmender Mittel ist geringer als von den Erzeugern benötigt und ihre Verwendung ist technisch teurer und schwieriger (angepasste Lagerhäuser, Gasgeräte usw.) als bei CIPC. Die NEPG geht davon aus, dass weniger Erzeuger extrem lange lagern werden. Zudem wird dringend empfohlen, die Produktionskosten vor Vertragsunterzeichnung neu zu
berechnen.

Quelle: NEPG


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