Freiburger Großhändler Enrico Smolik zum aktuellen Vermarktungsjahr

"Dieses Jahr kann man einfach abhaken"

Während das Tief der Corona-Krise überwunden scheint zu sein, ziehen die meisten Handelsfirmen im Obst- und Gemüsesektor eine erste Zwischenbilanz. Auch am Freiburger Großmarkt habe die Pandemie tiefe Spuren hinterlassen, weiß Enrico Smolik, Inhaber der gleichnamigen GmbH. Nichtsdestotrotz schaut der erfahrene Fruchthändler der nahen Zukunft zuversichtlich entgegen.

"Wir haben die Krise bisher wohl gut überstanden", fängt Smolik an. Bis Juni habe man hart zu kämpfen gehabt, in den darauffolgenden Monaten sei eine allmähliche Normalisierung des Marktes zu beobachten gewesen. "Insgesamt erzielen wir etwa 60 bis 70 Prozent unserer normalen Umsätze."


Enrico Smolik zählt unter anderem Gastronomen, Kantinen und Wochenmarkthändler zu seinem Klientel.

Gastronomie & Großverbrauch
Der Umsatzeinbruch sei vor allem dem Wegfall der Bereiche Gastronomie und Großverbrauch geschuldet, erläutert Smolik. "Beide Absatzmärkte leiden immer noch unter den Corona-Auflagen. Viele Großfirmen arbeiten noch im Zweischichtbetrieb, weswegen die Betriebskantinen zum Teil oder gänzlich geschlossen bleiben. Einer unserer größten Abnehmer bekommt immer noch nur 30 Prozent der normalen Abnahmemenge geliefert."

Im Gegensatz zur niedrigen Nachfrage in den Bereichen Gastronomie und Großverbrauch wurden zum Höhepunkt der Krise außergewöhnlich hohe Umsätze im Wochenmarkthandel verzeichnet.

Corona-Auflagen am Freiburger Großmarkt
Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Frischemärkten gibt es am Freiburger Handelsgelände keine allgemeine Corona-Auflagen. Denn jeder Betriebsinhaber hat die Möglichkeit die Maßnahmen nach Wahl in die Praxis umzusetzen. "Wir versuchen mehr Ware auszuliefern statt die Kunden im Standverkauf zu bedienen. Darüber hinaus gilt Anmeldepflicht für jeden LKW-Fahrer und Lieferant der zu uns kommt. Schließlich haben wir unsere Büroplätze vor Ort wo möglich getrennt, damit die Abstandsregeln eingehalten werden können."

Weniger regionales Obst, reichlich Gemüse vorhanden
Trotz Corona wurde das Geschäft mit saisonalem Obst und Gemüse wie gewohnt fortgesetzt. Smolik: "Die komplette Salatauswahl ist derzeit vorhanden, bunte- und Kopfsalate sowie erster Feldsalat. Gleiches gilt für Feldgemüse aus regionalem Anbau. Deutsche Tomaten sind hingegen nur noch vereinzelt verfügbar." Beachtlich sei der Preisaufschlag bei bunten Salaten seit ca. zwei Wochen, welcher auf eine Warenverknappung hinweisen könnte. "Wir hoffen die regionale Salatsaison bis November durchziehen zu können, damit wir nahtlos an die französische Importsaison anschließen würden."

Während man im Gemüsebereich derzeit aus dem Vollen schöpft, wird das Angebot an regionalen Früchten rasch knapper. "Regionale Erd-, Him- und Brombeeren sind noch ausreichend verfügbar, Zwetschgen gehen hingegen zur Neige", schildert Smolik. Vor allem die schlechte Aprikosensaison in diesem Jahr wird dem Händler in Erinnerung bleiben. "Deutsche Ware habe ich dieses Jahr am hiesigen Großmarkt gar nicht gesehen und auch Importe waren knapp verfügbar, dennoch qualitativ recht gut."

Schwaches Vermarktungsjahr
Alles in allem rechnet der Händler mit einem schwachen Vermarktungsjahr 2020. "Ich gehe davon aus, dass auch die restlichen Monaten im Zeichen von Corona stehen werden, vor allem in der Gastronomie. Somit wird 2020 ein Jahr zum Abhaken", heißt es schließlich. 

Weitere Informationen:
SMOLIK Obst- und Gemüse GmbH
GF: Enrico Smolik
Robert-Bunsen-Str. 7
79108 Freiburg
Telefon: +49 761-59035960
Telefax: +49 761-59035977
E-Mail: e.smolik@smolik-obst.de  
Internet: www.smolik-obst.de     


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