Hackroboter für Gartenbau in Bamberg vorgestellt

"Dino" ist bis zu fünf Stundenkilometer schnell

Zum ersten Mal in Bayern ist in Bamberg der "Dino" präsentiert worden. Der Hackroboter wird in der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) getestet. Er soll per Satellitennavigation Felder hacken und sie von Unkraut freihalten.

Mit einer Genauigkeit von zwei Zentimetern fährt der Dino durch die Salatreihen. Die Geräte am Bauch des Fahrzeugs hacken selbstständig den Boden zwischen den Pflanzen. Die Positionen der Pflanzen hat das Navigationsgerät schon beim Säen gespeichert, per Satellitennavigation wird Roboter "Dino" durch die Felder gesteuert. Zusammen mit der BayWa will die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) testen, was der Dino wirklich kann. Vorgestellt wurde er am Dienstag in Bamberg.

Gartenbau-Roboter kostet 100.000 Euro in der Basisversion
"Ich muss den Dino nur noch starten, dann fährt er autonom übers Feld", erklärt Tobias Rapp. Aus rechtlichen Gründen muss der Produktmanager aber am Feld bleiben. Aus juristischen Haftungsgründen. "Wenn das Feld eingezäunt ist, könnte ich den 'Dino' sogar alleine lassen." In der Basisversion kostet der Dino zur Zeit etwa 100.000 Euro, da er bisher nur in sehr kleinen Mengen produziert wird.

Roboter "Dino" arbeitet mit "Aktiver Hacke" noch effektiver
Besonders interessant wird der "Dino", wenn er noch mit einer zusätzlichen Kamera und einer sogenannten aktiven Hacke ausgestattet wird. Natürlich gegen Aufpreis. Dann bearbeitet er den Boden nicht nur längs zur Pflanze, sonder auch quer in den Zwischenräumen. "In dieser Version wird der Dino dann so richtig interessant für die Landwirte und Gartenbauer", vermutet Versuchsingenieurin Anna Maria Molitor von der Landesanstalt. Sie erprobt den Dino im Rahmen einer Forschungsarbeit zur Vermeidung von Herbiziden. Wie exakt die Geräte arbeiten, für welche Kulturen sie geeignet sind und welche Vor- und Nachteile sie bieten, soll in dem Projekt der LWG Bamberg erforscht werden.

Der Dino verfügt kann auf Spurbreiten zwischen 1,60 und 2,00 Metern eingestellt werden, schafft am Tag etwa fünf Hektar im Salat, im Lauch oder in den Zwiebeln. Mit vollen Akkus ist er etwa acht Stunden im Einsatz. Danach braucht er etwa genauso lange, um diese wieder aufzuladen. An den vier Rädern ist jeweils ein Elektromotor, die alle oder auch einzeln gesteuert werden können. Insgesamt ist der Roboter so sehr wendig.

"Dino" ist bis zu fünf Stundenkilometer schnell
Mehrere Systeme sollen für Sicherheit sorgen. An den Ecken des Dinos sind sogenannte Lidar-Sensoren angebracht, die mit Laserstrahlen das Umfeld erfassen. Nähern sich Personen oder Hindernisse, kommt der Roboter zum Stillstand. Ohne GPS-Signal bleibt der "Dino" ebenfalls stehen, größere Steigungen sind ebenfalls ein Problem. Geschwindigkeiten von bis zu fünf Stundenkilometern sind möglich.

Ob der Roboter sich auf den Feldern durchsetzt, entscheidet am Ende wohl der Preis. Wenn es sich für die Landwirte rechnet, das Gerät einzusetzen, könnte es am Ende heißen – die "Dinos" sind zurück – und sichern die Zukunft der Landwirtschaft.

Quelle: BR24


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