Marktbericht der AgrarMarkt Austria für den Bereich Obst und Gemüse, September 2020

Neue Ernte bereichert das Angebot von Tafeläpfeln

Mit August startete der Sektor in die neue Saison und heimische Frühsorten fanden Einzug in die Verbrauchermärkte. Ausreichend Niederschlag und eine Vielzahl von Sonnenstunden förderten in den letzten Monaten eine positive Entwicklung der Bestände. Durch Spätfröste und Unwetterschäden wird die heurige Ernte aus Erwerbsanlagen dennoch als unterdurchschnittlich bewertet. Zurzeit werden für die steirische Ernte 121.000 t prognostiziert. Dies wäre ein Minus von 17 % zum Vorjahr. Nachdem ca. 80 % der heimischen Produktion in der grünen Mark beheimatet ist, kann heuer demnach bundesweit von +/- 150.000 t an Tafeläpfeln ausgegangen werden. Damit sind die verfügbaren Mengen begrenzt. Die Hoffnung der Vermarkter, das gute Preisniveau in die neue Saison mitnehmen zu können, ist also durchaus berechtigt.

Die Großhandelspreise der wenigen verbleibenden Sorten alter Ernte bestätigten im August erneut den Trend der letzten Monate und zogen weiter an. Noch war die neue Ernte preislich nicht marktwirksam. Golden Delicious wurde mit 0,87 EUR/kg (+ 4 %) gehandelt, Idared ging mit 0,95 EUR/kg (+10 %) über den Ladentisch und die Sorte Jonagold erreichte mit 1,03 EUR/kg (+14 %) sogar den höchsten Stand seit 22 Monaten.

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Der an die AMA gemeldeter Lagerstand an Tafeläpfeln betrug zum 01.08 3.439 t. Damit waren die Läger zu Beginn der neuen Saison de facto leergeräumt. Der Abverkauf von Golden Delicious konnte im Juli noch vorangetrieben werden und somit sind auch bei dieser Sorte keine signifikanten Übermengen vorrätig.

Bedarfsdeckendes Angebot an Karotten
Nach wie vor steuert der inländische Karottenmarkt in ruhigen Gewässern. Die stete Nachfrage konnte problemlos bedient werden. Das Preisband für niederösterreichische Karotten, gewaschen, im 5kg Sack gepackt reichte im August von 45,00 bis 50,00 EUR/dt. Damit blieben die Aufrufe zum Vormonat unverändert stark. Der durchschnittliche Großhandelspreis der Agrarmarkt Austria wurde mit 0,65 EUR/kg zum Vormonat um 2 % angehoben. Exporte waren weiterhin kaum Thema.

Preise von Speisezwiebeln geben nach
Die weiterhin eingeschränkte Nachfrage der Großabnehmer, als auch ein zeitweise überschießendes Angebot an Speisezwiebeln, gepaart mit einem schwächelnden Exportmarkt, schickte die niederösterreichischen Erzeugerpreise für Zwiebeln lose, sortiert in Kisten, mit durchschnittlich 16,50 EUR/dt und einem Minus von 26 % zum Vormonat, auf Tauchstation. Damit glichen sich diese dem Niveau des Jahres 2017 an. Die Talsohle sollte dementsprechend erreicht sein. Die an die AMA gemeldeten Großhandelspreise verhielten sich naturgemäß analog. Sowohl Speisezwiebel rot als auch gelb gaben mit 0,72 EUR/kg bzw. 0,32 EUR/kg um 11 % zum Vormonat nach.

Vollversorgung mit österreichischen Kartoffeln sichergestellt
Wie erwartet hatten sich die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln den Corona-bedingt durchaus herausfordernden Vermarktungsbedingungen angepasst und weiter nachgegeben. Schlussendlich wurde für mittelfallende Ware niederösterreichischen Ursprungs je nach Qualität durchschnittlich 11,00 EUR/dt bezahlt. Auch die Forderungen für Übergrößen mussten aufgrund deren begrenzten Vermarktungsmöglichkeiten auf 5,00 bis 8,00 EUR/dt zurückgenommen werden. Dank der heuer starken Erträge und dem geringeren Schädlingsdruck ist die Versorgung mit heimischer Ware, mit einer kolportierten Erntemenge von 820.000 t (inkl. Stärke) bis zum Anschluss der Frühsorten 2021 vermutlich sichergestellt.

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