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Gesamtertrag wird um 4 % unter dem Vorjahresergebnis liegen

Frostschäden prägen deutsche Apfelernte

Die Experten der Weltvereinigung für Äpfel und Birnen (WAPA) veranschlagten Anfang August bei ihrer erstmals online durchgeführten Analystenkonferenz Prognosfruit die Erzeugungsmenge in der Gemeinschaft aus professionellem Anbau auf 10,71 Mio t; das wären rund 72.000 t oder 1 % weniger als im schon schwachen Vorjahr.

Das Mittel der Jahre 2015 bis 2019 würde damit um 7 % verfehlt. Eigentlich sei nach einem schwachen Jahr mit ausgeruhten Bäumen aufgrund der Alternanz von einem höheren Pflückergebnis auszugehen gewesen, doch hätten die Frühjahrsfröste in mehreren Anbaugebieten dem Ertrag erneut geschadet, berichteten die Marktexperten.

Von Versorgungsengpässen gehen diese aber nicht aus, zumal sich im Gegensatz zum Marktobstanbau auf den Streuobstflächen eine Spitzenernte von etwa 850.000 t abzeichnet. Das prognostizierte, leicht unterdurchschnittliche Aufkommen aus der gewerblichen Erzeugung dürfte den Analysten zufolge die Apfelpreise auf einem überdurchschnittlich hohen Niveau halten. Diese befestigten sich nach der schwachen Ernte im Herbst 2019 und stiegen dann in Corona-Zeiten durch die vermehrte Nachfrage bei stabilen Importen weiter spürbar an.

Laut EU-Kommission wurde das Fünfjahresmittel im Frühsommer um gut ein Drittel übertroffen. Nach der Ernte sei zwar eine Preisabschwächung zu erwarten, doch dürfte das Niveau über dem der Vorjahre liegen, so die Analysten.

Dem Marktexperten der Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI), Helwig Schwartau, zufolge sind die Lager geräumt und bei unterdurchschnittlicher Ernte, anhaltender Nachfrage und wenig Druck aus Übersee könnten die Produzenten und Vermarkter optimistisch in die neue Saison blicken. Die Erzeugung auf der Südhalbkugel veranschlagte die WAPA für die Saison 2019/20 auf 5,0 Mio t; das wären 1 % weniger als im Vorjahr und 3 % weniger als im Fünfjahresmittel.

Frostschäden in Deutschland
Die deutsche Apfelernte soll 2020 laut der Prognose mit 951.000 t um 4 % unter dem Vorjahresergebnis liegen, aber das Fünfjahresmittel von 937.000 t moderat übertreffen. Geringer als 2019 wird laut Analysten aufgrund der Frostschäden während der außergewöhnlich frühen Blüte das Pflückergebnis in Sachsen, am Neckar und in Nordrhein-Westfalen ausfallen. Im rheinischen Anbaugebiet wird mit einem Ertragsrückgang von 20 % gerechnet.

In allen Anlagen ohne Frostschutzberegnung hat vor allem die Sorte Jonagold Schäden davongetragen. In anderen EU-Ländern, so in Frankreich, Spanien und Portugal zeichnen sich nach guten Ernten im Vorjahr 2020 alternanzbedingt deutliche Rückgänge ab. Dort bleibt das Apfelaufkommen auch unter dem mehrjährigen Mittel.

In Österreich, Kroatien und Ungarn sorgte Experten zufolge ungünstiges Wetter für geringere Erträge; in Belgien und den Niederlanden wurden Flächen zugunsten der Birne gerodet. Polen als größter Apfelproduzent in der EU darf dagegen laut der Prognose nach einer schwachen Vorsaison auf einen Anstieg seiner Apfelerzeugung um 17 % auf 3,40 Mio t hoffen; das wäre allerdings immer noch 9 % weniger als in den vergangenen fünf Jahren im Schnitt eingebracht wurde.

Meist angebaute und erzeugte Sorte in der EU ist weiterhin Golden Delicious; allerdings rechnet die WAPA für diese mit einem Ernterückgang gegenüber 2019 von 13 % auf 1,96 Mio t. Die dahinter rangierende Sorte Gala soll hingegen um 4 % auf die neue Rekordmenge von 1,49 Mio t zulegen. 

Wieder mehr Birnen in Italien
Anders als bei Äpfeln soll die europäische Birnenernte 2020 reichlicher ausfallen. Die WAPA prognostiziert für diese Obstart im Vergleich zum schwachen Vorjahr einen Produktionsanstieg von 240.000 t oder 12 % auf 2,20 Mio t, was ein durchschnittliches Ergebnis im langjährigen Mittel bedeuten würde. Es zeichne sich eine volle Marktversorgung ohne Überhänge auf einem stabilen Markt ab, berichtete Schwartau.

Mit Abstand größter Birnenproduzent in der EU ist Italien. Der dort vorhergesagte Zuwachs bei der Erzeugung von 279.000 t oder 77 % nach der Missernte 2019 wird wesentlich zum Gesamtanstieg in der EU beitragen. Auch Belgien - und im geringeren Maße Frankreich - können in diesem Jahr mit mehr Birnen rechnen. Dagegen soll die portugiesische Erzeugung mit 159.000 t um ein Fünftel kleiner ausfallen als in der Vorsaison; im weniger bedeutenden Ungarn dürfte sich die Erntemenge auf 16.000 t halbieren.

Für Deutschland wird bei Birnen ein Pflückergebnis von 43.000 t erwartet; das wären rund 1.000 t oder 2 % mehr als 2019. Das hiesige Fünfjahresmittel würde mit dieser Erntemenge um 14 % übertroffen.

Quelle: Pro Planta


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