Obst- und Gemüseexporte treiben Preise auf spanisch-deutscher Route in die Höhe

Durch die Obst- und Gemüseexporte und den Export von anderen verderblichen Gütern von Spanien nach Europa, insbesondere nach Deutschland, sind die Preise für den Landtransport während des zweiten Quartals 2020 recht hoch geblieben. 

Zu Hochzeiten der Pandemie sind die Preise auf 1,813 Euro gestiegen, das ist der höchste Wert seit 2017. Das zeigt die Analyse von Transport Intelligence und Upply über Transportzölle in Europa (Grafik 1). "Spanien ist einer der größten Akteure im Obst- und Gemüsesektor und deswegen sind mehr als 40 Prozent der LKW Kühllaster", sagt William Béguerie, ein Experte für Straßentransport bei der digitalen Plattform Upply. "Es ist das erste europäische Land im Kühltransportbereich."


Grafik 1. Preisentwicklung auf der Route Madrid nach Duisburg und umgekehrt

Durch die Corona-Krise sind die Preise in einigen Fällen um mehr als 40% über das Normallevel gestiegen, so der Experte. Außerdem haben viele Zulieferer ihre Preise für den Transport nach Deutschland erhöht, um mögliche Verluste zu kompensieren. Auch dieser Faktor, die Unsicherheit, ob die Lieferungen pünktlich ankommen und zurückkommen, hat dabei eine wichtige Rolle gespielt.

In ganz Europa sind die Preise für Güter, die über den Landweg zwischen Duisburg und Madrid transportiert wurden, am stärksten gefallen. Zwischen April und Juni sind die Preise teilweise geschwankt und lagen zum Teil bei 1.600 Euro. Die britische Beratungsfirma begründet die Ergebnisse mit dem Rückgang der Autoindustrie und die ist essentiell für diese Route, da die Industrie 20 Prozent des Werts des bilateralen Handels ausmacht. 

Die Schwankungen bei der Nachfrage nach Transportdienstleistungen wirken sich auf die Preise aus und auch die Pandemie hat weitere Auswirkungen, die in Spanien stärker spürbar sind als in Deutschland. Transport Intelligence hat einen Trend in Europa festgestellt: die Länder, die am meisten von Covid-19 betroffen sind, haben weniger Güter importiert. Durch die schnelle Entwicklung in Deutschland sind die Exportpreise auf der Route Madrid-Duisburg recht hoch, wohingegen Spanien länger braucht, um sich zu erholen und deswegen weniger importiert.

Madrid-Paris Route bleibt relativ stabil
Allerdings ist eine der wichtigsten Routen von April bis Juni relativ stabil geblieben; die Route Madrid-Paris. Obwohl auch auf dieser Route die Preise im letzten Quartal rückläufig waren. Die Frachtraten nach Frankreich sind im Vergleich zum vorherigen Quartal um 0,3 Prozent und somit auf 1,350 Euro gesunken, wohingegen die nach Madrid um 0,3 Prozent auf 1,234 Euro gestiegen sind. Dennoch hat Transport Intelligence gewarnt, dass die Entwicklung keiner stabilen makro-ökonomischen Situation zuzuschreiben ist, denn obwohl es bestimmte Anzeichen einer Erholung gibt, bleibt der Handel zwischen den beiden Städten schwach (Grafik 2).

Grafik 2: Preisentwicklung Route Madrid-Paris und umgekehrt

Europäischer Durchschnitt bei Frachtpreisen
Auf europäischer Ebene haben die Lieferanten im zweiten Quartal einen durchschnittlichen Preis von 1,58 Euro pro Kilometer gezahlt, das sind 0,3 Prozent weniger als Anfang des Jahres. Die Preise hängen stark von der Länge der Route ab: auf längeren Routen sind die Fixkosten und die variablen Kosten geringer und dadurch sinkt auch der Preis pro Kilometer. Auf kürzeren Strecken ist genau das Gegenteil der Fall. Auf die Entfernung gerechnet, ist die Route Birmingham-Madrid mit 0,8 Euro pro Kilometer am günstigsten. Der Preis ist genau so hoch wie im ersten Quartal.

Die Studie zeigt auch, dass der durchschnittliche Frachtpreis bei 1,083 Euro liegt, das sind 0,3 Prozent weniger als im vorherigen Quartal und 1,8 Prozent weniger auf das Jahr gerechnet (Grafik 3). Laut der Studie sind wegen der gesunkenen Nachfrage mehr Kapazitäten frei, wobei die Lieferanten wegen Faktoren wie vermehrter Grenzkontrollen höhere Operationskosten haben.

Grafik 3: Europäischer Durchschnittspreis der Straßentransportkosten

Die Nachfrage nach Straßentransport ist in den vergangenen Monaten nur in wenigen Bereichen, wie im Pharmazeutiksektor und im E-Commercesektor gestiegen. Laut der Studie sind in der Zeit von Februar bis Anfang April durch Beschränkungen, Fabrikschließungen und die Schließung des Einzelhandels die Mengen kollabiert, was dazu geführt hat, dass die Fahrer nur die Hälfte ihrer normalen Arbeitsstunden gefahren sind. Durch die abnehmende Aktivität sinkt auch die Energienachfrage, die Dieselpreise sind im zweiten Quartal 2020 im Vergleich zum ersten Quartal um 8,2 Prozent gesunken. Allerdings schreiben Transport Intelligence und Upply, dass die Kosteneinsparungen sich nicht in den Transportpreisen, die von den Lieferanten gezahlt werden, wiederspiegeln. 


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