Folgen der Krise dennoch besonders in der Wirtschaft spürbar

Tschechische Exportwirtschaft regeneriert sich

Die Tschechische Republik kehrt nach fast dreimonatigem Lockdown allmählich in den Normalzustand zurück. Dennoch sind die Folgen der Krise besonders in der Wirtschaft spürbar. Der Leiter unserer Repräsentanz in Prag, Vladimír Doboš (rechts im Bild), berichtet über die aktuelle Situation.

Die tschechische Wirtschaft verzeichnet für das erste Quartal dieses Jahres einen Rückgang von 2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum.

Wirtschaftsverbände prognostizieren einen Rückgang des BIP um 7,5 bzw. 8 Prozent im Jahr 2020.  Da Tschechien ein Exportland ist, wird die Nachfrage aus dem Ausland und die damit verbundene Investitionsbereitschaft in der zweiten Jahreshälfte entscheidend für die Entwicklung des Landes nach der Krise sein. Im April hatten exportorientierte Unternehmen durch den Corona-bedingten Lockdown einen Einbruch der Ausfuhren von bis zu 35 Prozent zu verzeichnen. Von der Auftragslage der großen Exporteure wird auch abhängen, wie schnell sich das Land insgesamt wieder von der Krise erholen kann. 

Im Zuge einiger Lockerungen kehrt die Tschechische Republik allmählich wieder in den Normalzustand zurück. Trotz vereinzelter Hotspots in denen das Virus weiter präsent ist, haben die meisten Regionen keine Neuinfektionen zu verzeichnen. Der Corona-Krisenstab der Regierung hat seine Tätigkeit bereits beendet.

Die Arbeitslosigkeit im Land hat sich im Vergleich zum vorherigen Quartal kaum verändert und lag im Mai bei 3,6 Prozent. Nach Einschätzung der Analysten wird der Tiefpunkt der Rezession allerdings erst im zweiten und dritten Quartal erwartet. Der wirtschaftliche Abschwung wird nach Schätzungen dann im zweistelligen Bereich erwartet.

Das gesellschaftliche Leben nimmt wieder Fahrt auf. Ab dem 22.06. sind Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Teilnehmern wieder erlaubt. Bei einer Einteilung in getrennte Sektoren, wie z.B. in Fußballstadien oder bei Messen, können es sogar bis zu 5000 Teilnehmer sein.

Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen
Die Pflicht zum Tragen von Schutzmasken lief in Tschechien Ende Juni aus. Seit dem 1. Juli besteht nur noch in sozialen und gesundheitlichen Einrichtungen eine generelle Maskenpflicht. Es bestehen aber auch noch Ausnahmen im mährisch-schlesischen Kreis und in der Stadt Prag. Bei Veranstaltungen (>100 Personen) in geschlossenen Räumen und in der U-Bahn besteht ebenfalls weiterhin  Maskenpflicht.

Die Umsetzung der Sicherheitsmaßnahmen erfolgt nicht zentral gesteuert durch die Regierung. Stattdessen wird lokal abgewogen, welche Maßnahmen als sinnvoll erachtet werden und dem entsprechend gehandelt. Außerdem sind die Sicherheitsmaßnahmen eher als Empfehlungen anzusehen, anstatt als Vorgaben.

Tschechische Staatsbürger dürfen gemäß des EU-Ampel-Systems nach aktueller Risiko-Stufe ohne Kontrollen und Restriktionen in fast alle europäischen Länder einreisen.

Quelle: Port of Hamburg


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