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AMI live – Ausblick Spargelmarkt mit Michael Koch

"Es wird auf jeden Fall bis zum 24. Juni Spargel verfügbar sein"

Der Spargelmarkt unterliegt ganz besonderen Begebenheiten in diesem Jahr. Die Einschränkungen durch das Coronavirus, in Form von noch zusätzlich verstärktem Erntehelfermangel und geschlossener Gastronomie, wirken sich natürlich auf den Markt aus. Im AMI live Webinar, gab Michael Koch einen Überblick über den Spargelmarkt und gab Einschätzungen über den weiteren Verlauf dieser außergewöhnlichen Spargelsaison.


Ausschnitt aus der Präsentation © AMI

Bemerkenswert ist wohl der Preistrend, da die Preise bis zur vergangenen Woche nicht unter den Vorjahreswert rutschten. In der Theorie eine gute Entwicklung: „Auch bei Angebotsaktionen lagen die Preise generell über denen des Vorjahres. Allerdings waren die Margen des Handels recht groß, weswegen diese Preissteigerung nicht ausreichend bis zu den Erzeugern kam, die in diesem Jahr schließlich außergewöhnlich hohe Kosten tragen mussten.“ Bis in die KW 20 mussten Verbraucher im Schnitt 30-40% mehr für Spargel bezahlen als 2019.


Ausschnitt aus der Präsentation © AMI

Verbrauch verlagert sich
Von Anfang an bestand die Hoffnung, dass sich der Spargelverbrauch von der Gastronomie auf den privaten Verbrauch verlagert. „Das ist teilweise auch so passiert. Im März konnten wir einen Zuwachs von 24% verzeichnen, im April war die Steigerung nur geringer aber noch immer bei 5% im Vergleich zu Vorjahr.“

Der gefühlt gesteigerte Zulauf bei Hofläden und Wochenmärkten wurde nur teils bestätigt, zumal Spargel sowieso eine Sonderstellung inne hält. „Der Spargel ist ein Produkt bei dem die größere Einkaufsleistung in der Direktvermarktung liegt. Trotzdem gab es im März auch eine Steigerung im Discounter, was auf die Hamsterkäufe zurückzuführen ist.“

Weniger Angebotsaktionen
Insgesamt war Spargel seltener in der Werbung. „Gerade aufgrund der Unsicherheiten zu Beginn der Saison hat sich der LEH in der Planung etwas zurück gehalten. Mit dem anstehenden Pfingstwochenende ist die Anzahl jedoch angestiegen.“ Auch im Angebot seien die Preise höher gewesen als im vergangenen Jahr, beobachtet Koch: „In diesem Jahr gab es sogar Angebote, die über der 9,99€ Marke lagen – das ist sehr ungewöhnlich. Das untere Ende liegt in der aktuellen Kalenderwoche bei 4€ pro Kilo, was angesichts der zusätzlichen Produktionskosten für die Erzeuger eindeutig zu niedrig ist.“

Käuferreichweite über dem Vorjahresniveau
Im vergangenen Jahr ließ die Verbrauchernachfrage nach der KW 19 nach. „In der Saison 2020 beobachten wir noch immer starke Absätze. Daher lässt sich erwarten, dass die Einkaufsmenge auch im Mai 20 höher sein wird als im Vorjahr.“

Aus dem Publikum des Webinars kam die Frage nach einem Saisonende vor dem traditionellen 24. Juni. Das wird, so Koch, wahrscheinlich kein eindeutiger Trend sein: „Einige Betriebe hatten früher angefangen und nur wenig Personal zur Verfügung. Das spricht für ein frühes Ende. Andererseits haben manche Betriebe den Saisonbeginn auch verzögert um die Ankunft der Erntehelfer abzuwarten. Daher gehe ich davon aus, dass es keine großen Abweichungen vom normalen Verlauf geben wird. Es wird auf jeden Fall bis zum 24. Juni Spargel verfügbar sein.“

Auf die Frage, ob die Öffnung der Gastronomie noch große Auswirkungen haben wird, antwortet Koch: „Die Gastronomie ist zwar geöffnet aber läuft nicht auf Hochtouren. Einerseits hat das wirtschaftliche Gründe, denn in dieser unsicheren Situation überlegen sich die Verbraucher vielleicht einmal mehr ob sie auswärts essen. Andererseits ist die Atmosphäre mit Maske und Abstand nicht so gesellig, was so manchen abhalten könnte. Außerdem zeigen die Zahlen, dass der Spargelverzehr zum Teil nach Hause verlagert wurde – dementsprechend erwarte ich eine gewisse Sättigung.“ Der Experte merkte auch an, dass die Erlebnisgastro und das Ausflugsgeschäft wichtige Teile des Spargelabsatzes sind, und diese weiterhin eingeschränkt bleiben.

Abschließend fasst er seine Erwartungen zusammen: „Nach Pfingsten wird das Angebot kleiner und die Preise im LEH werden vermutlich steigen. Es wird wohl auch keine hohen Bestände geben. Weniger Angebotsaktionen werden für eine Verbesserung der Absätze bei den Direktvermarktern sorgen.“ Generell sehe man aber auch das anstehende Ende der Saison: „Es gibt ein Sättigungsgefühl, noch verstärkt durch das warme Wetter, bei dem andere Produkte gegenüber dem Spargel bevorzugt werden. Auch die bereits genannten Gründe der wirtschaftlichen Unsicherheit und eingeschränkten Gastronomie werden sich auf den weiteren Verlauf auswirken.“


Ausschnitt aus der Präsentation © AMI

Auch in der kommenden Woche wird es wieder einen Saisonausblick der AMI-Akademie geben, dann zum Thema Kernobst und unter Leitung von Ursula Schockemöhle. Hier geht es zur Anmeldung.


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