Mit Bio gesunde Ernährung & gesunde Landwirtschaft schaffen

"Ein nachhaltiger Aufschwung braucht eine ambitionierte Farm to Fork-Strategie"

Europa muss Bio entschlossen nutzen, damit unsere Landwirtschaft, Lebensmittelherstellung und die Art und Weise, wie wir essen, enkeltauglich wird“, kommentiert Felix Prinz zu Löwenstein, Vorsitzender des Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), die anstehende Veröffentlichung der Farm to Fork-Strategie.

„Damit Landwirtschaft und Ernährung gesundwerden können, muss sich Europa auf ein Etappenziel von mindestens 20 % Ökolandbau bis 2030 verpflichten. Was die Regierenden in Brüssel und den EU-Staaten dann konkret tun, kann dann an diesem Ziel gemessen werden“, fordert Löwenstein und ergänzt, wie positiv Bio wirkt: „Jeder zusätzliche Hektar Öko bewirkt, dass keine schädlichen chemisch-synthetischen Pestizide auf die Felder gelangen und nur so gedüngt wird, dass Boden, Pflanzen und Wasser gesund bleiben.“

Die Europäische Union (EU) und alle Mitgliedsstaaten können mit Bio wichtige Umwelt-, Klima-, Gesundheits- und Tierschutzziele erreichen. „Auch über die Zeiten von Corona hinaus gilt: Nur auf einem gesunden Planeten können wir langfristig gesunde Lebensmittel erzeugen. Und selbst gesund sein“, so Löwenstein mit Blick darauf, dass Land- und Ernährungswirtschaft in der Breite nachhaltig werden müssen.

20 % Bio-Anteil in der öffentlichen Verpflegung
„Mindestens 20 % Bio auf dem Acker müssen mit mindestens 20 % Bio-Anteil in der öffentlichen Verpflegung einhergehen“, so der BÖLW-Vorsitzende und bezieht sich auf den Wareneinsatz in Kantinen von Schulen, Krankenhäusern oder Behörden. Denn: Einen Großteil der Lebensmittel in der EU essen die Menschen als verarbeitete Produkte. Deshalb braucht es für eine nachhaltig gesunde Ernährung auch Regeln, die zu einer gesunden Ernährungswirtschaft führen. „Viele Bio-Hersteller zeigen heute schon, wie das geht“, sagt Löwenstein. „Die EU, die Bundesregierung und die Bundesländer müssen den Rahmen dafür schaffen, dass die Höfe, Mühlen, Molkereien, Metzgereien, Bäckereien, Kantinen oder Händler, die ökologisch wirtschaften, gestärkt werden – vom Bauernhof bis zur Gabel eben, wie es sich die EU-Kommission mit der Strategie vornimmt.“

„Wie Lebensmittel hergestellt werden, steht mit gutem Grund im Mittelpunkt des europäischen Green Deal“, betont Löwenstein. „Denn wie wir essen und wie unser Essen produziert wird, wirkt entscheidend auf Ressourcen, Gesundheit und Wirtschaft, bei uns und in anderen Teilen der Welt.“ Der Vorsitzende des Bio-Spitzenverbandes weiter: „Es ist völlig richtig, dass die EU-Kommission auf „transition“, also einen Umbau des Ernährungssystems, setzt.“ Kleine Korrekturen im System hingegen wären ungenügend, das zeigten Umweltschäden, Höfesterben und ernährungsbedingte Krankheiten sehr deutlich.

Öko-Wirtschaft macht Unternehmen und Regionen resilient 
„Europa kann Bio nutzen, um die Ziele des Green Deal und damit einen nachhaltigen Aufschwung in der Land- und Lebensmittelwirtschaft zu erreichen. Denn Ökologie und Ökonomie gehen bei Bio Hand in Hand“, betont Löwenstein abschließend. „Öko-Betriebe schützen Klima, Böden, Insekten und Wasser. Die Öko-Verordnung legt die mit Abstand höchsten Standards für Landwirtschaft und Lebensmittelherstellung fest. Bio wird von Millionen von Kunden geschätzt. Ökologisch wirtschaften macht Unternehmen und Regionen resilient. Und Mensch, Umwelt und Wirtschaft werden widerstandsfähiger gegen Krisen.“

Kernziele für eine enkeltaugliche Farm-to-Fork-Strategie bis 2030:
- Reduzierung der Netto-Treibhausgasproduktion Europas in Landwirtschaft und Ernährung um mindestens 30 % gegenüber 2005;
- Mindestens 20 % Bio-Flächen in Europa;
- Mindestens 20 % Bio-Anteil in öffentlichen Küchen;
- Ausbau der öffentlichen Forschungsressourcen für die Weiterentwicklung von Bio auf mindestens 20 % der gesamten Agrarforschung;
- Verzahnung der Farm to Fork-Strategie mit Biodiversitätsstrategie, Gemeinsamer Agrarpolitik und EU-Mitteln für die Regionalentwicklung (EFRE);
- Öffentliches Geld für öffentliche Güter: Honorierung von Umweltleistungen mit 70 % der Agrargelder bei einem starken Agrarbudget;
- Ausstieg aus dem Einsatz von chemisch synthetischen Pestiziden mit dem Zwischenziel einer Reduktion auf 50 %;
- Knüpfung von Nachhaltigkeitsaspekten an öffentliche Förderprogramme für die Ernährungswirtschaft bei besonderer Förderung der Bio-Verarbeitung;
- Förderung der Nahversorgung und Regionalität als Querschnittziel aller EU-Programme für den ländlichen Raum;
- Abgaben auf Importe in die EU, die Mehrkosten durch höhere Standards europäischer Produkte ausgleichen.

Weitere Informationen:
www.boelw.de/  


Erscheinungsdatum:



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