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Florian Wolz, Erzeugergenossenschaft Franken-Gemüse Knoblauchsland

"Der Fokus sollte darauf liegen, alle ausreichend zu versorgen und nicht, sich im Preis zu unterbieten"

Das Coronavirus hat die Welt fest im Griff. Während die Nahrungsmittelversorgung bisher noch ausreichend gesichert ist, stehen viele Gastronomielieferanten vor dem Aus und Erzeuger(genossenschaften) sorgen sich um die nächste Ernte. Saisonarbeiter möchten angesichts der Pandemie nicht mehr reisen und selbst wenn, sind viele Grenzen inzwischen geschlossen. Mit diesen Problemen müssen sich die Akteure des Handels derzeit noch, neben dem sowieso schon besonders hektischen Tagesablauf, auseinandersetzen. Wir sprachen mit Florian Wolz von der Erzeugergenossenschaft Franken-Gemüse Knoblauchsland in Nürnberg.

"Die nächste Krise, die uns bevorsteht, sind die Saisonarbeitskräfte. Um uns mit diesem Thema beschäftigen zu können müssen wir jedoch auch erst einmal das Tagesgeschäft klären. Daher arbeite ich an einem Plan für einen situationsbedingten Normalablauf, der jetzt gefunden werden muss. Mit diesem kommen wir dann hoffentlich einigermaßen reibungslos durch die nächsten vier bis fünf Wochen", erzählt Wolz.

Eine große Hürde in diesem Ablauf sei die hohe Nachfrage und eine mögliche Knappheit: "Noch können wir problemlos liefern, falls es aber zur Knappheit kommt, müssen die Mitarbeiter darauf vorbereitet sein die Mengen entsprechend aufzuteilen."

Derzeit seien die Mengenschwankungen noch sehr deutlich, was sich negativ auf die gleichmäßige Versorgung mit Obst und Gemüse auswirkt. "Auch hier ist das Ziel der Normalbetrieb. Die Mengen müssen auch in dieser Krisensituation so abgestimmt werden, dass jeder versorgt ist. Jeder bekommt seinen Anteil. Man braucht dafür einfach beidseitiges Verständnis."

Eine Knappheit gilt es natürlich zu vermeiden: "Als Erzeugerorganisation sehen wir natürlich schon, wie groß die Produktion ungefähr werden wird. Glücklicherweise sind in einigen Betrieben auch schon die Arbeitskräfte vor Ort. Die nächste Welle steht Mitte April an, dann gehen größere Mengen in Produktion." Darauf folgen bis Anfang Mai die Freilandbetriebe. "Wir müssen es irgendwie schaffen, dass bis dahin genug Helfer da sind um zu ernten und neu zu pflanzen." Im schlimmsten Fall müsse die Ernte auf verringertem Niveau stattfinden.

Soweit möchte er sich aber noch nicht sorgen: "Ich habe jeden Tag meine Produkte und ich verkaufe sie auch. Die größte Auswirkung auf die Menge hat die Schließung der Gastronomie. Privatpersonen haben andere Verzehrgewohnheiten und kaufen von manchen Produkten, wie Gurken und Tomaten, mehr als der per Capita Bedarf in der Gastronomie wäre." Zudem sei die insgesamte Produktauswahl für Privatpersonen kleiner. Im Restaurant verwende man beispielsweise für einen Salat viele verschiedene Gemüsesorten, diesen Aufwand gibt es privat kaum, und es werden eher einfachere Gerichte zubereitet. "Der Verzehr geht hin zu Produkten, die einfach und schnell zu verarbeiten sind."

Hamsterkäufe sind hier weniger ein Problem, da sich Frischgemüse nicht so lange hält. "Wir sehen, dass die Übermengen, die gerade über den LEH laufen, fast die Verluste des Außer-Haus-Verzehrs abdecken. Der LEH hat einen 20% gesteigerten Bedarf, normalerweise macht die Gastronomie 16-20% des Marktes aus – der Kreis schließt sich wieder."

Wolz appeliert auch an den Handel, die Werbeplanung der kommenden Wochen auszusetzen: "Wir sind hier in einer Ausnahmesituation. Da kann man keine Aktionen für Obst und Gemüse planen. Der Fokus sollte darauf liegen, alle ausreichend zu versorgen und nicht, sich im Preis zu unterbieten."

Wie auch immer es weiter gehen wird mit dem Coronavirus in Deutschland und den Auswirkungen auf den Handel, die Hektik und Panik sei nicht nachhaltig. Die Situation müsse sich einpendeln und dann sollte man sich auf den Mangel von Saisonarbeitern konzentrieren, findet Wolz. Sein Vorschlag daher pragmatisch: "Wir habe die Hoffnung, dass vielleicht Arbeitskräfte aus anderen Wirtschaftsbereichen im Gemüsebau mithelfen können. Viele Menschen verlieren derzeit ihre Einkünfte und so wäre beiden Seiten geholfen."

Für weitere Informationen:
Florian Wolz
Franken-Gemüse Knoblauchsland eG
Raiffeisenstraße 200
90427 Nürnberg
Tel. 0911 93483-0
Mail: info@franken-gemuese.de 
Web: https://www.franken-gemuese.de/ 


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