Pawel Sokolowski zur Situation polnischer Äpfel auf dem indischen Markt

"Wer zu diesem Zeitpunkt in Kaschmir Äpfel anbieten konnte, hatte einen enormen Vorteil"

Für die polnischen Apfelhändler kommen bald bessere Zeiten, so ein polnischer Apfelexporteur, der sich auf Indien konzentriert. Wer die politisch angespannte Situation in Kaschmir ausnutzen konnte, hatte einen enormen Vorteil. Um die Ukrainer macht er sich keine Sorgen, denn die haben noch einen langen Weg vor sich.

Die Zeiten der Sorgen um die polnische Apfelsaison sind vorbei, wenn man Pawel Sokolowski fragt, den Direktor von Poland-Fruit. Sobald die Äpfel, die zu stark von den Witterungsbedingungen des frühen Frühlings betroffen sind, eliminiert worden sind, ist die Saison nach seinen Worten in einem guten Zustand: Die Apfelsaison ist bis jetzt positiv verlaufen. Wie wir zuvor erwartet hatten, überwiegt die Nachfrage das Angebot, was auf die schlechte Ernte 2019 und den Mangel an ausreichenden Exportäpfeln auf dem polnischen Markt zurückzuführen ist."

Die Bestände, die im Kühlhaus gelagert werden, müssen außerdem während des Verpackungsprozesses gründlich aussortiert werden. Äpfel, die von den schlechten Wetterbedingungen im Frühjahr 2019 betroffen wurden, müssen eliminiert werden", erklärte Pawel. "Dadurch schrumpft der verfügbare Bestand noch weiter – das führt zu Preiserhöhungen. Als Unternehmen erhielten wir viele Anfragen, vor allem aus dem Nahen Osten, Südostasien und Afrika. Die meisten davon können wir aufgrund der Verknappung der Produktion nicht annehmen, der Großteil unserer Bestände war in unserem Fokusmarkt Indien gebunden. Tatsächlich sind einige unserer Container gerade erst in Mumbai angekommen und haben die Kühlhäuser erreicht."

Poland-Fruit konzentriert sich auf den indischen Markt, wo es Partnerschaften mit lokalen Unternehmen eingeht. "Unsere Partnerschaft mit indischen Unternehmen hat sich sehr gut entwickelt. Unser strategischer Partner, Sheemit Agro Fresh, leistet hervorragende Arbeit bei der Einführung polnischer Äpfel auf den indischen Markt. Wir konnten in den letzten Monaten neue vielversprechende Kontakte knüpfen. So haben wir von neuen Partnern in Ahmedabad, Mumbai und Neu-Delhi Probechargen von Red Delicious-Äpfeln bestellt. Diese Städte gehören zu den Hauptstationen unserer Geschäftsreise nach Indien, die vom 7. bis 14. Januar 2020 stattfindet. Alles in allem ist die Situation dynamisch und bietet viele neue Möglichkeiten. Es ist klar, dass es noch viel Raum für den Ausbau und die Aufwertung der polnisch-indischen Zusammenarbeit in Bezug auf den Apfelmarkt gibt, auf ein Niveau, das wir anstreben", so Sokolowski.

Die vergangenen Monate waren für die indische Region Kaschmir aufgrund politischer Spannungen turbulent. Laut Sokolowski war dies eine Gelegenheit, in andere Regionen zu exportieren. "Die Situation in Kaschmir war im vergangenen Herbst sehr angespannt. Der Import aus Kaschmir in andere indische Regionen wurde komplett blockiert. Dadurch entstand eine Gelegenheit, ausländische Produkte einzuführen. Dieses Fenster schloss sich Anfang Dezember, die Preise stabilisierten sich. Wer auch immer zu diesem Zeitpunkt in Kaschmir Äpfel anbieten konnte, hatte einen enormen Vorteil."

Inzwischen haben die politischen Spannungen aufgehört und die einheimischen indischen Äpfel erreichen den Markt, was die Preise nach unten drückt", erklärte Sokolowski. Für die Zukunft ist er jedoch optimistisch: "Derzeit sind die Preise aus Sicht der Exporteure bei weitem nicht optimal. Wir haben jedoch im Januar 2019 eine ähnliche Situation erlebt und ab Mitte des Monats eine dynamische Beschleunigung beobachtet. Erwähnenswert ist auch, dass trotz einer Rekordsaison für den heimischen Apfel und der anschließenden Preisstagnation europäische und amerikanische Produkte als Premiumprodukte gelten und somit eigene Preisschemata haben, die nicht unbedingt dem allgemeinen Trend folgen. Auf jeden Fall sollte die Hauptsaison sehr bald in Schwung kommen – dann öffnet sich das zweite Fenster für europäische Produkte."

Kürzlich behauptete ein indischer Händler, die polnischen Äpfel könnten bald aus der Mode kommen, da ukrainische Äpfel im Kommen sind. Sokolowski sieht das anders und ist nicht beunruhigt. "Das könnte aus mehreren Gründen komplizierter sein, als der erste Blick vermuten lässt. Zunächst einmal muss sich das ukrainische Produkt seinen Weg ebnen, so wie es jedes andere Erzeugerland in der Vergangenheit getan hat. Dieser Prozess benötigt Zeit, Mühe und mindestens ein paar Jahre konstanter Qualitätslieferungen, um eine nationale Marke zu etablieren. Die Partner müssen sich kennen lernen, Vertrauen aufbauen. Zweitens leidet die Ukraine aus politischen Gründen und aufgrund von Migrationen unter einem Mangel an Arbeitskräften, was ihre Kosten erheblich erhöhen kann, so dass der endgültige Profit vernachlässigbar ist. Drittens ist der ukrainische Apfel aus regulatorischen Gründen nicht auf dem indischen Markt vertreten. Natürlich wird sich erst im Laufe der Zeit zeigen, wie sich die Situation entwickelt."

Dass Sokolowski nicht besorgt ist, heißt nicht, dass er nicht aktiv den polnischen Apfel fördert. "Die aktive Förderung der polnischen Äpfel und die Sorge um die Qualität ist der Schlüssel zur Erhaltung der Kunden. Wir organisieren bilaterale Treffen, laden unsere indischen Partner nach Polen ein und besuchen sie in Indien. Wir konzentrieren uns auch darauf, nur Produkte von höchster Qualität zu liefern, denn am Ende des Tages ist das alles, was zählt. So minimieren wir die Anreize für unsere Partner, sich nach alternativen Zulieferern umzusehen. Außerdem verlassen wir uns auf unsere Regierung, die die Bedeutung des Apfelexports versteht - eines unserer wichtigsten Agrarprodukte.

Poland-Fruit will auch im Jahr 2020 weiterwachsen. Trotz der schlechten Ernte 2019 sind ihre Perspektiven recht optimistisch. "Wir haben viele Anfragen erhalten und eine ordentliche Menge an Äpfeln in den Kühlhäusern. Unser Ziel ist es, mindestens 50-70% mehr als in der vergangenen Saison zu exportieren. Darüber hinaus bauen wir unsere Indien-Exporte mit NFC-Säften aus; dies ist eines der Hauptziele unseres nächsten Indienbesuchs. Die kommenden Wochen werden ein wenig Licht auf die Entwicklung des indischen Marktes werfen", so Sokolowski abschließend.

Für weitere Informationen:
Pawel Sokolowski
Poland-Fruit
Tel: +48 693 933 325
Email: pawel.sokolowski@poland-fruit.com 
www.poland-fruit.com


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