Real kein Einzelfall:

Märkte mit großen Flächen und riesigem Angebot sind kaum noch rentabel und verlieren immer mehr Marktanteile

Der Lebensmittelhandel auf der Großfläche wird zum Auslaufmodell. Der Abwärtstrend wird nun auch von neuen Zahlen untermauert: Gerade hat Metro, der Mutterkonzern hinter Real, den Geschäftsbericht für das abgelaufene Jahr veröffentlicht.  

Der Umsatz von Real ist erneut gesunken – um 1,6 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Vor zehn Jahren hatte Real in Deutschland noch knapp 8,8 Milliarden Euro Umsatz gemacht. Das Geschäft rechnet sich für Metro kaum: Real belastet den Konzern mit einem operativen Verlust (Ebitda) von 154 Millionen Euro. Bereits seit längerem ist Metro in Verhandlungen mit verschiedenen Partnern, um Real zu verkaufen. 

Der Lebensmittelhandel auf großer Fläche lohnt sich kaum noch
Reals Entwicklung ist exemplarisch für alle Großflächenhändler in Deutschland. Experten der Unternehmensberatung Oliver Wyman haben für das „Handelsblatt“ den Markt analysiert. Das Fazit ist ernüchternd: Filialschließungen, Umsatzverluste, Umstrukturierungen. Gerade die großflächigen Lebensmittelhändler wie Real werden es sehr schwer haben. Die Berater prognostizieren, dass die Zahl der SB-Warenhäuser bis zum Jahr 2025 um fünfzehn Prozent von aktuell noch 1.300 auf 1.100 zurückgehen wird. Metro bestätigte bereits in den Verkaufsverhandlungen, 40 Real-Filialen zu schließen.  

Dabei scheint die Branche lange die Augen vor dieser Entwicklung verschlossen zu haben. Rainer Münch, Handelsexperte bei Oliver Wyman, sagte dem „Handelsblatt“: „Das, was früher den Erfolg der Großfläche ausmachte, bieten heute auch die Supermärkte: Ein breites Sortiment mit einem großen Angebot an Frischwaren und spannende Preisaktionen.“ Deshalb verlieren die Großflächenbetreiber im Lebensmittelhandel seit Jahren immer mehr Marktanteile an Supermarktbetreiber wie Rewe und Edeka, aber auch an Discounter wie Aldi und Lidl.

Auch Kaufland hat es schwer
Wie sehr das Geschäftsmodell der SB-Warenhäuser unter Druck steht, zeigt auch, dass des selbst den Marktführern nicht gut geht. Kaufland ist dieses Jahr etwa nur um 1,2 Prozent gewachsen. Das „Handelsblatt“ schreibt, es sei ein offenes Geheimnis, dass das Unternehmen 2019 Verlust gemacht habe. Zum Vergleich: Rewes Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um neun Prozent. 

Das Geschäftsmodell der Großflächenbetreiber lasse sich aber nicht allein durch Standortreduzierung retten, so der Berater Münch gegenüber dem „Handelsblatt“. Denn die Schließung einer Filiale sei oft teurer, als diese jahrelang weiterzuführen. Stattdessen sei die Inszenierung der Fläche und des Angebots wichtiger. Die Oliver-Wyman-Studie empfiehlt unter anderem, mit moderner Datenanalyse die Märkte effizienter zu steuern und dadurch die Märkte auf die Nachfrage vor Ort anzupassen. 

Quelle: Business Insider


Erscheinungsdatum:



Erhalten Sie den täglichen Newsletter in Ihrer E-Mail kostenlos | Klick hier


Weitere Nachrichten in dieser Branche:


© FreshPlaza.de 2020

Melden Sie sich für unseren täglichen Newsletter an um immer auf dem neusten Stand zu bleiben!

Anmelden Ich bin bereits angemeldet