AgrarMarkt Austria: Marktbericht Obst und Gemüse, November 2019

Bedarfsdeckende heimische Apfelernte, Großhandelspreise verfestigen sich

2019 konnten in Österreich 184.265 t Äpfel auf einer Fläche von 6.586 ha erwirtschaftet werden. Mit einem Minus von 4,5 % zum langjährigen Mittel rangiert die heurige Apfelernte aus Erwerbsanlagen in etwa auf dem Niveau von 2006 bzw. 2012. Auch die ertragsfähigen Flächen sind mit - 2,3 % (- 156 ha) leicht rückläufig, wobei hier ausschließlich die Steiermark betroffen ist. Insbesondere durch Frost geschädigte Baumbestände in tieferen Lagen wurden hier nicht mehr ersetzt.

Hier finden Sie den vollständigen Marktbericht.

Heimische Äpfel dominieren mit einem breiten Sortenangebot beinahe zur Gänze den Absatzmarkt. Geringfügige Restbestände von Überseeimporten werden zu Dumpingpreisen angeboten, finden aber kaum Akzeptanz. Auch Einfuhren aus dem europäischen Binnenmarkt, wie z.B. aus Italien, sind zurzeit nicht marktrelevant. Die von der AMA bundesweit erfassten Großhandelspreise für Tafeläpfel KL I ab Rampe inkl. Sortierung und Verpackung verfestigten sich zusehends. Gala wurde mit 0,67 EUR/kg gleichwertig zum Vormonat gehandelt. Golden Delicious legte mit + 5 % zu Oktober weiter zu und auch der Kilopreis für Jonagold verstärkte sich das dritte Monat in Folge. Werden alle erfassten Sorten betrachtet, so ergibt sich für November ein 23 %iger Preisanstieg gegenüber dem Referenzzeitraum des Vorjahres.

Der an die AMA gemeldeter Lagerbestand für Tafeläpfel (bio. & konv.) wies mit Stichtag 01. November 100.300 t auf, 27 % unter Vorjahresniveau. Wie erwartet, war im Oktober noch einiges an Menge hinzugekommen. Somit kann die diesjährige Ernte an Tafeläpfeln hinlänglich als bedarfsdeckend bezeichnet werden. Ein Zuviel an Tafeläpfeln wie im letzten Wirtschaftsjahr wird es, sowohl auf nationaler als auch europäischer Ebene heuer definitv nicht geben.

Konstante Geschäfte am Karottenmarkt
Ende November war ein Großteil der heimischen Karotten eingebracht. Mit einem finalen bundesweiten Erntevolumen von 108.200 Tonnen wurde der Ertrag, bei annähernd gleicher Produktionsfläche, gegenüber dem Fünfjahresmittel (+17%) als auch im Vergleich zu 2018 deutlich gesteigert (+15%). Der Großhandelspreis ab Rampe Klasse I für Karotten, konventionell inkl. Verpackung und Sortierung, zählte im November durchschnittlich 0,53 EUR/kg exkl. USt. Die Nachfrage verlief der Saison entsprechend konstant.

Weiterer Anstieg der österreichischen Zwiebelproduktion
Mit rund 3.500 ha setzte sich auch 2019 der Trend zur Flächenausweitung fort. In den letzten 3 Jahren wuchs die Anbaufläche um 500 ha bzw.17 % an. Damit einhergehend legte auch die Produktion um 14 % zu und beläuft sich heuer auf 141.500 t. Bei einem Selbstversorgunggrad von 120 % sind österreichische Zwiebeln traditionell Exportgut. Zurzeit laufen die Geschäfte diesbezüglich aber noch verhalten.

Am Inlandsmarkt traf unterdessen reichliche Bereitstellung auf novembertypisch ruhige Nachfrage. Der Großhandelspreis ab Rampe Klasse I für Zwiebeln, konventionell inkl. Verpackung und Sortierung, wertete bei durchschnittlich 0,33 EUR/kg exkl. USt. und notierte somit annähernd unverändert zum Vormonat.

Qualitäten bei Lagerkartoffeln besser
Das Inlandsgeschäft verlief im November in ruhigen Bahnen. Neben dem Umstand, dass die Knollen heuer generell kleinfallender sind, ist die Qualität der Lagerware deutlich besser als noch im letzten Jahr. Die niederösterreichischen Erzeugerpreise für festkochende Sorten hielten sich mit durchschnittlich 25,00 EUR/dt nach wie vor auf akzeptablen Niveau. Wie üblich waren westwärts bis zu 28,00 EUR/dt fällig. Exportanfragen bestehen, finden aber wegen der guten Inlandsdotierung und entsprechender Preisdifferenzen nur selten den gewünschten Abschluss.

Die letzte Schätzung der NEPG (North- Western European Potato Growers - UK, FR, DE, BE, NL) vom Oktober geht von einer 10 % höheren Speisekartoffelernte zum Vorjahr aus. Mit mutmaßlich 26,9 Mio. t wird sich die Produktion 1,8 % über dem 5-jährigen Durchschnitt wiederfinden. Diese Steigerung ist auf eine Ausweitung der Anbauflächen, insbesondere in Frankreich mit + 14 %, zurückzuführen. Exporte an Speisekartoffeln finden kontinuierlich in Richtung Osteuropa, wo die Ernten trockenheitsbedingt 5 -10 % unter dem 5-jährigen Durchschnitt liegen, statt.

Hier finden Sie den vollständigen Marktbericht.


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