Sehr große Resonanz bei der 71. Jahrestagung des BDC:

Lebensmittelsicherheit, Verpackung und Potenziale im Fokus

Zur 71. Jahrestagung im thüringischen Heiligenstadt konnte der Bund Deutscher Champignon- und Kulturpilzanbauer (BDC) e.V. wieder eine sehr große Resonanz der deutschen und der internationalen Pilz-Fachleute feststellen. Mit mehr als 140 Teilnehmern war die Veranstaltung zum wiederholten Mal ausgebucht. Schon traditionell eröffnete Michael Legrand, Grünes Medienhaus, Bonn, den Reigen der Fachvorträge. Legrand stellte mit der Einbindung von Bloggern ein neues Projekt vor, das auf Ideen der Bonner Agentur Intention basiert, die den BDC seit Frühjahr 2019 als Kreativagentur betreut. Dabei machte der Medienfachmann darauf aufmerksam, dass auch die Ergebnisse der Blogger in das Gesamtpaket der PR-Aktivitäten des Verbandes eingebunden werden.


Von links nach rechts: Michael Schattenberg, Wolfgang Müller, Prof. Dr. Tassilo Seidler,Prof. Dr. Ingo Sabotka und Wolfgang Müller / Bild: BDC

Marc den Ouden, Mushroom Office, erklärte zum Thema „Die Kompostqualität 2018“ wie das Stroh aus dem letzten Extremsommer bei der Bereitung des Pilzsubstrates behandelt werden muss. Die sehr unterschiedlichen Strohqualitäten verlangen besondere Aufmerksamkeit, um vor allem eine gute Wasserführung zu erreichen, ohne die ein gutes Wachstum des Pilzmycels kaum möglich ist.

„Gift im Essen? Von medialer Verzerrung und den realen Risiken im Lebensmittelbereich“ wurde unterhaltsam und nachvollziehbar von Dr. Gaby-Fleur Böl, Bundesinstitut für Risikobewertung, Berlin, vorgetragen. Medien, so die Erfahrung der Fachfrau, kümmern sich bei ihren Berichten kaum um die tatsächlichen Risiken – sie schielen gern mit reißerischen Aufmachungen nach den Lesern und einer höheren Auflage. Im Vergleich zu vielen anderen Bereichen, so Dr. Böl, stehen die Pilze recht gut da. Hier scheint sich auch die konsequente PR-Arbeit des BDC auf lange Sicht auszuzahlen.

Herausforderungen, Chancen und mögliche Potenziale
Zum Thema „Wohin mit dem Champost – Herausforderungen, Chancen und mögliche Potenziale“ berichtete Florian Fritsche, Hilker GmbH & Co. KG aus Friesoythe, Er zeigte die Verwendung von Champost, also dem abgetragenen Pilzsubstrat, als Dünger in der Landwirtschaft auf. Überdüngung in vielen Bereichen und nicht zuletzt die Auflagen der Düngeverordnung machen die Verwertung dieses wertvollen Naturmateriales immer schwerer. An einer neuen Idee arbeitet der Fachmann gerade mit einem BDC-Mitglied: Die Deckerde, die zu einem großen Teil aus Schwarztorf besteht, kann abgefräst werden und zur Produktion von Blumenerde verwendet werden. Noch ist das ein Pilotprojekt, doch die Idee könnte helfen, die Menge des Champosts zu reduzieren. Anschließend berichteten mit Hans Deckers, Geldern, Waldemar Schuller für Dohme Champignons, Hameln und Andreas Schmaus, Pöttmess, als Praktiker darüber, wie sie mit Landwirten, aber auch mit den Behörden in Sachen Champost arbeiten.

Neue und Nachhaltige Verpackung von Pilzen
„Neue und Nachhaltige Verpackung von Pilzen“ lautete das Thema, über das Prof. Dr. Ingo Sabotka, Studiengang Verpackungstechnik und Prof. Dr. Tassilo Seidler, Studiengang Lebensmitteltechnologie, Beuth Hochschule Berlin, referierten.

Sie stellten anschaulich dar, dass Verpackung mehr ist als „nur“ die Umhüllung des Produktes – die Verpackung transportiert zum Beispiel oft wichtige Botschaften, die das Produkt bei der Vermarktung begleiten. Wolfgang Müller, deutscher Vertreter des finnischen Unternehmens Kotkamills, stellte anschließend Verpackungen aus Karton vor, die mit Hilfe von biologischen Beschichtungen auch für Pilze geeignet sind. Diese Verpackungen lassen sich gemeinsam mit dem Altpapier recyceln. Erste Versionen sind im Lebensmittelbereich bereits im Einsatz.

Weitere Informationen unter www.der-champignon.de  


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