Nach dem Verbot des Keimhemmungsmittel Chlorpropham

In der Schweiz droht der Industriekartoffelimport

Das Keimhemmungsmittel Chlorpropham wird in der Schweiz verboten. Alternativen für Industriekartoffeln gibt es keine – in der EU schon. Nun befürchtet der Schweizer Bauernverband (SBV), dass Industriekartoffeln importiert werden.

Chlorpropham ist das wichtigste Keimhemmungsmittel bei Industriekartoffeln am Lager. «Gut die Hälfte der Speisekartoffelernte sind Veredelungskartoffeln», weiss Christine Heller von Swisspatat. «Sie werden mit Chlorpropham behandelt, wenn sie erst ab März verarbeitet werden. Das betrifft ungefähr 20 bis 30 Prozent  der Veredelungskartoffeln.»

Rückzug am 1. Juni 2020
Da laut dem Bundesamt für Landwirtschaft (BLW) ein Risiko für Konsumenten nicht ausgeschlossen werden kann, verliert Chlorpropham die Zulassung. Olivier Félix vom BLW: «Der Rückzug der Genehmigung erfolgt am 1. Juni 2020, wenn kein Reevaluationsgesuch eingereicht wird.» Andere Keimhemmer mit sicherer Wirkung gibt es für Industriekartoffeln – anders als für Speisekartoffeln – in der Schweiz nicht. Im EU-Raum hingegen schon.

«Wenn sich das bis Herbst 2020 nicht ändert, geht die Kartoffelbranche davon aus, dass Veredelungskartoffeln importiert werden. Diese wären mit einem Wirkstoff behandelt, der in der Schweiz nicht zugelassen ist», befürchtet Niklaus Ramseyer vom Schweizer Bauernverband (SBV): «Sollte bis Herbst 2020 keine Alternative zur Verfügung stehen und der Anbau von Industriekartoffeln in der Schweiz reduziert werden, stellt das für die Kartoffelproduzenten ein Problem dar. Der SBV setzt sich dafür ein, dass die Schweizer Kartoffelbranche und die Produzenten gegenüber dem Ausland nicht benachteiligt werden.

Chipskartoffeln weiter
Swisspatat führt zur Zeit Gespräche mit den Abnehmern von Industriekartoffeln. «Es gilt herauszufinden, mit welchen Keimhemmern und Lagerparametern die Kartoffeln künftig bis zum Schluss der Verarbeitung gelagert werden können», erklärt Christine Heller. «Bei der Sortenprüfung werden neue Sorten auf ihre Eignung zur Kaltlagerung geprüft. Leider sind bei den Friteskartoffeln noch keine Sorten in Aussicht, die ohne Keimhemmer gelagert werden können. Bei den Chipskartoffeln ist dieser Ansatz schon relativ weit entwickelt.»

Das bestätigt Anita Binder von Chipshersteller Zweifel: «Wir haben vor Jahren begonnen, alternative Lagermethoden zu entwickeln, um möglichst wenig Keimhemmer einzusetzen. Dieser wird nur noch in geringem Umfang und während wenigen Wochen eingesetzt. Zweifel importiert zudem nur Kartoffeln, wenn nicht genügend gute Qualität aus Schweizer Anbau vorhanden ist.»

Quelle: Schweizer Bauer


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