Norbert Heep, Früchte Heep:

"Der Handel hat sich wirklich sehr verändert"

In der Rubrik  "Der Kunde am Wort" hebt das ZON-Magazin regelmäßig das Unternehmen eines Kunden hervor. Dieses mal ist der Eigentümer Norbert Heep von der Firma Früchte Heep GmbH, das sich am bekannten Kölner Großmarkt befindet, im Rampenlicht.

Wenn Sie gegen Mittag das Gelände des Großhandelsmarktes in Köln betreten, werden Sie feststellen, dass es fast menschenleer ist. Die meiste Aktivität findet hier in den Nachtstunden statt. Im gemütlichen Büro von Früchte Heep ist nur Norbert Heep (52) anwesend, die anderen Mitarbeiter sind bereits nach Hause gegangen. "Ich bin ein Spätaufsteher", sagt er lachend. "Der erste Mitarbeiter fängt gegen sechs Uhr abends bei uns an, dann kommen die meisten anderen Mitarbeiter gegen neun Uhr an und ich fange gegen vier Uhr morgens an. Das bedeutet, dass ich in den meisten Fällen hier bin." Norbert bildet zusammen mit seinem älteren Bruder Peter die Zwei-Mann-Geschäftsführung des Familienunternehmens Früchte Heep, das ihr Großvater einige Jahre vor dem Krieg auf dem Großmarkt in Koblenz gegründet hatte.


Norbert Heep

"Unsere Familie stammt ursprünglich aus der Region Koblenz. Nach dem Krieg hat unser Vater dort das Geschäft des Großvaters weitergeführt und vor 45 Jahren hier auf dem Kölner Großhandelsmarkt angefangen. Mein Bruder Peter und ich haben Handel wirklich von klein auf mitbekommen und halfen als Kind schon im Geschäft, um unser Taschengeld zu verdienen. Als ich die mittlere Reife hinter mir und meinen Militärdienst geleistet hatte, war ich 20 Jahre alt und es war offensichtlich, dass ich in der Firma anfangen würde. Das ist jetzt schon 32 Jahre her. Wir sind bis heute ein richtiges Familienunternehmen, aber die vierte Generation, also die Kinder von Peter und mir, interessiert sich leider nicht dafür in das Unternehmen einzusteigen. Sie sehen mit eigenen Augen, dass man hier lange Tage macht. Selbst bin ich oft erst gegen sechs oder sieben Uhr abends fertig und das muss man natürlich wollen. Durch die Arbeitszeiten, nachts und früh morgens, wird es sowieso immer schwieriger, um Mitarbeiter zu finden."

"Regionalität"
Das Unternehmen ist im Laufe der Jahre erheblich gewachsen und Früchte Heep beschäftigt nun je nach Saison rund 35 Mitarbeiter. Norbert selbst erledigt den Einkauf zum größten Teil vor Ort von seinem Büro aus. "Wir kaufen jeden Tag auf der Versteigerung, teilweise bei ZON, aber auch bei Belorta, REO und Hoogstraten. Es handelt sich um ein sehr breites Paket, das wir kaufen, eigentlich alles im Bereich Gemüse, Obst, Pilze, Kräuter usw. Wir kaufen auch einige Produkte direkt bei den Erzeugern ein, am besten hier aus der Region Köln, weil unsere Kunden dem Wort 'Regionalität' immer mehr Bedeutung beimessen. Zum Beispiel kaufen wir ein Produkt wie Spargel direkt von einigen Erzeugern. Das wird auch für uns immer notwendiger, weil deutsche Genossenschaften für Kleinhändler wie wir nicht mehr auf relativ kleine Aufträge ausgerichtet sind, sondern statt weniger Paletten lieber volle Lkws verkaufen. In Frankreich und Spanien kaufen wir wohl bei Genossenschaften ein, zum Beispiel kaufen wir in den Wintermonaten jede Woche drei oder vier Ladungen Salat in Frankreich. Als Unternehmen haben wir uns über die Entscheidung von ZON gefreut, während der Wintersaison spanische Produkte zu versteigern, denn das kann bei uns gut Lücken füllen."


Norbert Heep beim Großmarktbesuch von Freshplaza.de letzten Sommer.

Wer sind die Kunden von Früchte Heep?
"Wir beliefern Supermärkte, zum Beispiel unabhängige Edeka- und Rewe-Läden, im Umkreis von etwa 100 km um Köln, aber auch kleine Obst- und Gemüseläden und Catering-Großhändler wie den Handelshof. Das Verhältnis im Umsatz beträgt knapp 50% Wir verkaufen auch an traditionelle Markthändler, und ein Segment, das für uns immer wichtiger wird, sind die Hofläden in der Region. Die Erzeuger, denen diese Geschäfte gehören, bauen in der Regel einen Teil ihrer Produktpalette selbst an und möchten ihren Kunden dann doch ein etwas breiteres Angebot zur Verfügung stellen." Norbert Heep ist mit dem Versteigerungsverkauf bei ZON sehr zufrieden. "Ich muss sagen, dass wir in Belgien immer noch das meiste an Produkten kaufen, weil das Angebot auf der Uhr dort einfach viel größer ist."

Wie sieht er die Zukunft von Früchte Heep in den kommenden Jahren?
"Ich mache die Arbeit mit großer Freude, deshalb bleibe ich noch ein paar Jahre hier. Wir sind zufrieden und sehen auch Chancen für weiteres Wachstum, wie die Erweiterung der Hofläden-Kunden. Wir bemerken, dass sich der Handel in den letzten fünf bis zehn Jahren erheblich verändert hat, wobei die traditionellen Einzelhändler immer mehr verschwinden. Auch die Funktion des Großhandelsmarktes hat sich verändert. Wo früher 80% unserer Kunden das Produkt hier abholen kam, ist das heutzutage nur noch die Hälfte und müssen wir viel mehr zu unseren Kunden liefern."

Quelle: ZON magazine


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