Luftfracht-Exotik, Spezialisierung auf Nischenmarkt

Exoten sind ein Nischenmarkt, aber Luftfracht-Exoten sind eine Nische innerhalb einer Nische. Doch das ist die Spezialität von Torres Tropical aus Barendrecht, in den Niederlanden. "Achtzig Prozent von dem, was wir tun, ist Luftfracht", sagt Marcel von Rooijen. Dieser Transport ist teuer, bringt aber auch Vorteile.

Die Papaya ist eine dieser Exoten, der im umfangreichen Sortiment wächst. Zwischen 35 und 40 Paletten mit Mischungen aus Formosa und Goldener Papaya kommen jede Woche an. Diese Menge ist nichts im Vergleich zu den gemeldeten Zahlen für Mango und Limette. Diese beiden Produkte machen auf Jahresbasis rund 70 Prozent der Menge aus. "Papaya ist nach wie vor ein spezieller Markt und es wird kein Massenprodukt werden", erwartet Marcel. "Die Haltbarkeit von Papayas ist zu kurz dafür und die Frucht ist in Europa unbekannt." Die Nachfrage steigt weiter, aber nicht so schnell wie beispielsweise die Nachfrage nach Limetten und Mangos vor einigen Jahren.

Seefracht keine Option
In den letzten Novemberwochen brach das Angebot an Papayas aus Brasilien ein. "Der Papayamarkt ist stark vom Wetter abhängig. Auf Grund von Regen ging das Angebot zurück, aber ich gehe davon aus, dass sich dieses in zwei Wochen für Formosa und Golden erholt haben wird", sagt Marcel in der letzten Novemberwoche.

Torres Tropical importiert neben Papaya, Mango und Limette auch andere Exoten, vor allem aus Lateinamerika. Das Unternehmen importiert unter anderem auch Feigen und Guave aus Brasilien. Aus Ecuador und Kolumbien wird das Sortiment durch Grenadillas, rote und gelbe Pitaya, Maracuja und Tamarillo ergänzt. Kurz gesagt: die richtigen Exoten.

"Wir sind auf Luftfracht spezialisiert, weil wir einen perfekten Geschmack und einen perfekte Präsentation bieten wollen", erklärt Marcel. Auf Grund dieses Ausgangspunktes ist die Seefracht, das heißt die Frucht befindet sich mehrere Wochen im Transit, keine Option. Er verwendet die Papaya als Beispiel: "Die Papayas in Europa weisen erhebliche Qualitätsunterschiede auf. Manchmal werden Papayas geerntet, wenn sie noch unreif genug sind, um noch weiße Kerne zu haben; eine gereifte Frucht hat schwarze Kerne." Trotz Techniken in Reifekammern ist es dann praktisch unmöglich, die Früchte richtig zu reifen.

Luftfracht: An Bäumen gereift oder nicht?
Aber auch Qualitätsunterschiede bei den reifen Früchten, die per Luftfracht nach Europa gelangen, sind zu beobachten. Mangobauern in Brasilien ernten die Mangos zu einem bestimmten Zeitpunkt, woraufhin ein Teil sofort versandt wird, während ein anderer Teil in Reifekammern gereift wird, bevor er nach Europa geflogen wird. Die Landwirte in Peru machen die Dinge ganz anders. Sie lassen einen Teil der Ernte an den Bäumen reifen, danach wird die Frucht reif geerntet und nach Europa geflogen. "Der Geschmack von Flugzeug-Mangos aus Peru ist völlig anders. Unsere Kunden schätzen die peruanischen Mangos mehr", sagt Marcel.

Torres Tropical konzentriert sich daher auf das höhere Segment, das von Gastronomie- und Hotelanbietern bis hin zu Supermärkten reicht. "Es sind Kunden, die bereit sind, für ein gutes Produkt mehr zu bezahlen", erklärt Marcel. Auch das Interesse der Einzelhändler nimmt zu. "Sie haben gesehen, dass die Verbraucher zu Produkten mit einem guten Geschmack mit den verzehrfertigen Mangos zurückkehren."

Bio und Fairtrade
Unbehandelte oder biologische Produkte und Fairtrade sind mehr und mehr gefragt. "Mango, Limette und Ingwer", fasst Marcel drei Produkte mit steigender Nachfrage nach Bio-Produkten zusammen. Bei Limetten und Papaya spielt Fairtrade eine wichtige Rolle. "Die Verbraucher suchen immer häufiger ein Produkt mit einem fairen Preis für die Produzenten."

Wichtig für diesen Trend sind die französischen Supermärkte und der Schweizer Markt. Für die Produktion von Exoten, die oft auf eine große Anzahl von Kleinbauern verteilt ist, ist diese Messlatte hoch. "Für Produkte wie Mango, Limette und Papaya ist es machbar, aber für die kleineren Exoten ist es fast unmöglich, weil ein Exporteur in Ecuador zum Beispiel die Produkte von einer großen Anzahl von Anbauern verkauft." 

Die Exoten finden ihren Weg zu Kunden in ganz Europa. "Überraschenderweise sind es vor allem die Verbraucher in den südeuropäischen Ländern und nicht in den nordeuropäischen, die bereit sind, für ein Nischenprodukt mehr zu bezahlen", fasst Marcel zusammen. "Das liegt an den spezifischen Anforderungen, die Verbraucher auch an die Frucht stellen."

Mehr Informationen:
Torres Tropical

Marcel van Rooijen
marcel@torrestropical.com
www.torrestropical.com  


Erscheinungsdatum :
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