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„Das Land hat ein solches Ausmaß an Gewalt nicht verdient"

Chile: Hafenstreik erschwert Fruchtexporte

Im chilenischen Haupthafen Valparaiso sind der einmonatiger Arbeiterstreik und Proteste immer heftiger geworden und haben sich Anfang Dienstag auf andere Häfen entlang der Pazifikküste des Landes ausgebreitet, was den Früchteexport zu Beginn des Sommers erschwerte.

Die Arbeiter in Valparaiso, einem wichtigen Hafen für Früchtelieferungen, haben Mitte November ihre Arbeit niedergelegt und forderten einen Bonus, formellere Verträge und verbesserte Arbeitsbedingungen. Die Arbeitnehmervertreter und das Terminal Pacifico Sur (TPS), das den Hafen von Valparaiso betreibt, haben sich während des 32-tägigen Streiks mehrmals getroffen, konnten sich aber noch nicht einigen.

Proteste verbreiteten sich am Montag über Nacht kurz auf mehrere andere Häfen, so Aussagen von Gewerkschaften, die auf Twitter und über lokale Medien veröffentlicht wurden. Jorge Martinez, Regionalbeauftragte für Valparaiso, erzählte Reportern am Dienstag, dass die chilenische Polizei Ende Montag Gewerkschaftsbüros in Valparaiso durchsucht habe, nachdem etwa 20 Personen dabei gesehen worden seien, wie sie Molotow-Cocktails vom Dach warfen.

„Das Land hat ein solches Ausmaß an Gewalt nicht verdient, schon gar nicht wegen einer Meinungsverschiedenheit, die schnell hätte gelöst werden können", sagte Martinez. „Das ist etwas, das unsere Wirtschaft, unseren Tourismus und unseren internationalen Ruf beeinträchtigen kann. Wir brauchen jetzt eine Einigung."

Die Lokalzeitung El Mercurio berichtete am Dienstag, dass der Streik dazu geführt habe, dass die Fruchtexporte aus Valparaiso gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres um 95 Prozent zurückgegangen seien, so Statistiken der chilenischen Federation of Fruit Producers. Laut dem chilenischen Heidelbeerkomitee wickelt der Hafen von Valparaiso etwa 55 Prozent der chilenischen Fruchtexporte ab, darunter Heidelbeeren, Nektarinen, Kirschen, Äpfel, Kiwis und Birnen.

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