Äpfel in Kühlkammern zu lagern ist in Polen keine profitable Lösung mehr

"Elektrizität wird in 2019 40% mehr kosten, also ist es schwer Gewinn mit unseren Äpfeln zu erzielen"

Mit den Feiertagen vor der Tür, sind polnische Apfel-Exporteure sehr beschäftigt gewesen. Mit einem stabilen lokalen Markt und etwas besseren Preisen könnte man meinen, dass die polnische Apfelsaison wieder im Aufschwung ist. Die polnischen Stromversorger haben jedoch ein Ass im Ärmel und werden die Stromkosten in den ersten Monaten des neuen Jahres um 40% erhöhen.

Laut Emilia Lewandowska, Büroleiterin von Fruit-Group, waren die letzten Monate besser für die polnischen Äpfel. Obwohl sie nicht so weit gehen würde, zu sagen, dass sich die Exporte verdoppelt haben, geschweige denn verdreifacht: "Wir haben seit Oktober einen Anstieg der Exporte zu verzeichnen und dieser Trend setzte sich im November fort. Ich würde sagen, dass die Exporte zwischen Ende September und Anfang Dezember um etwa 30% gestiegen sind. Die ersten beiden Dezemberwochen waren sehr geschäftig, aber jetzt, da wie uns Weihnachten nähern, verlangsamt sich alles etwas. Das macht in sofern Sinn, dass die Leute nicht zu viel für die Ferien kaufen wollen."

Auch die Preise für polnische Äpfel erholen sich endlich, aber nicht in dem Maße wie es sich die Bauern erhofft haben. Lewandowska behauptet, dass diese auch je nach Sorte stark variiert: "Nehmen wir zum Beispiel Gala Royal, diese Sorte ist derzeit schwer zu bekommen, denn die Bauern haben ihre Äpfel in Kühlkammern gelegt und verschlossen. Viele Bauern lassen ihre Produkte in Kühlkammern und hoffen, dass der Preis steigt bevor sie diese wieder öffnen." Auf die Frage, ob nicht der Preis wieder fallen würde, wenn mehrere Exporteure ihre Kammern gleichzeitig öffnen, sagte Lewandowska, dass sie glaubt, dass genau das passiert: "Wir werden einige Kühlkammern früher öffnen, da wir nicht die großen Mengen haben wollen, die entstehen würden wenn alle Kühlkammern gleichzeitig geöffnet würden."

Die Produkte für sehr lange Zeit in Kühlkammern aufzubewahren, ist laut Lewandowska, keine Option. "Wir haben die Nachricht erhalten, dass die Stromkosten in den ersten drei Monaten des Jahres 2019 steigen werden. Diese Entscheidung kommt von der Regierung. Es gibt also nichts, was wir dagegen tun können. Es wird erwartet, dass der Strompreis in Polen um 40% steigen wird. Das bedeutet, dass auch die Aufbewahrung der Produkte in Kühlkammern nicht profitabel sein wird. Alles in allem werden die Ausgaben trotz steigender Preise für Äpfel immer noch höher sein als das Einkommen, was die Bauern in eine sehr schlechte Lage bringt."   

In Bezug auf China ist Lewandowska nach wie vor zuversichtlich: "Das Interesse chinesischer Kunden ist groß. Wir sind derzeit auf der Suche nach guten Chargen für den Versand. Das Problem ist, dass ihre Qualitätsanforderungen sehr hoch sind. Sie sind sehr anspruchsvoll. Wenn wir eine gute Charge gefunden haben, müssen wir auch den Versand berücksichtigen. Manchmal dauert es 50 Tage, bis eine Sendung ihren Bestimmungsort in China erreicht, was auch berücksichtigt werden muss wenn wir entscheiden, welche Äpfel wir ihnen schicken. Wir müssen sicherstellen, dass die Produkte die Reise tatsächlich überstehen!"

Obwohl die Saison noch in vollem Gange ist, schaut Lewandowska auf die nächste Saison. "Wir werden uns mit unseren Bauern treffen, um ihnen zu erklären, wie sie die Menge der Pestizide reduzieren können. Supermärkte in Deutschland haben einen sehr hohen Standard, wenn es um dieses spezielle Thema geht. Deshalb werden wir versuchen unsere Bauern zu schulen. Die meisten deutschen Supermärkte fordern maximal fünf Pestizidstoffe auf einem Niveau von 30% der EU-Verordnungen. Von Jahr zu Jahr haben wir mehr Produzenten, die dieses Ziel erreichen. Äpfel sind nicht das einzige Produkt, das wir verbessern wollen. Wir wollen auch im Sommer die Züchter für Beerenobst ausbilden. Wir wollen Bildungsprogramme für die Bauern schaffen, sodass wir eine noch bessere Qualität unserer Beerenobst Produkte versichern können."

Fruit-Group wird auf der Fruit Logistica in Berlin sein. Sie sind in der City Cube Halle an Stand D15 zu finden!

Mehr Informationen:
Emilia Lewandowska
Fruit-Group SP.z.o.o.
Tel: +48 48 32 03028
Email: exportemilia@fruitgroup.pl  
www.fruitgroup.pl/ 
www.facebook.com/fruitgroupzszoo/


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