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Laurens Maartens, NBWM:

Börsenpanik! Doch was ist mit dem Dollar los?

Die Aktienmärkte fallen und die Spannung in der Finanzwelt nimmt auf einmal richtig zu. Zum Glück gibt es sichere Nothäfen, wie Gold und Staatsobligationen. Doch was ist mit dem Dollar los?

Die Börsenkurse sind in den vergangenen Tagen richtig heruntergegangen und der sogenannte Angst-Index VIX hat um 40 Prozent zugenommen bis das höchste Niveau seit der Börsenpanik im April. Oktober wird nochmals ein unangenehmer Monat für die Finanzwelt werden. Das ist an sich nichts Neues. 1987 ging der Dow Jones am Schwarzen Montag (am 19. Oktober) schon um über 20 Prozent an einem Tag zurück. Neu ist, dass manche sichere Nothäfen nicht länger den Schutz bieten auf den die Anleger rechnen. Der Goldpreis verbesserte sich in den vergangenen Tagen zwar um über 3 Prozent und auch der Wert der deutschen und amerikanischen Staatsobligationen hat zugenommen. Der Wert des Dollars ist im Vergleich zu den anderen Währungen zurückgegangen.

Die Fed ist verrückt
Die Schwäche des Dollars ist größtenteils die Folge einer bemerkenswerten Aussage des amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Während einer Versammlung in Pennsylvania sagte er, dass die Zentralbank ein großes Risiko eingeht, indem sie die Zinsen in dem jetzigen Tempo hochschraubt. Diese Aussprache hat vor allem damit zu tun, dass er ein Wirtschaftswachstum von über 3 Prozent versprochen hat. Die Zentralbank braucht sich darum nicht zu kümmern. Der amerikanische Präsident hat nämlich nicht das Befugnis dem Fed-Vorsitzenden Jerome Powell zu kündigen. Die Zentralbank sollte sich außerdem auf das Schaffen von Arbeitsplätzen richten und auf das Beschränken der Inflation. Aus dieser Perspektive ist es logisch, dass die Zinsen in letzter Zeit etwas erhöht worden sind.

Vier oder doch drei?
Die Fed schien sogar auf dem besten Wege zu sein um im Dezember die vierte Zinserhöhung des Jahres 2018 durchzuführen. Dieser Zug scheint aber ungewiss zu sein wegen der Kritik von Trump, der Unruhe auf den Finanzmärkten und der Hinweise, dass die Inflation doch etwas weniger schnell geht als man anfangs dachte. Die zunehmende Verunsicherung über eine neue Zinserhöhung ist ein wichtiger Grund weshalb der Dollar einigermaßen unter Druck steht, trotz der vielen Anleger, die auf der Suche sind nach sicheren Häfen. Der Verlust des Dollars bedeutet teils einen Gewinn für den Euro. Das macht die Münze im jetzigen Klima jedoch nicht sofort zu einem sicheren Hafen.

Verlust des Dollars
Die Unsicherheit über den italienischen Etat und die Brexit-Verhandlungen ist einfach zu groß. Über diese Angelegenheiten wird bald Klarheit geschafft. Am 18. Oktober redet man während der EU-Spitze über die britischen Brexit-Pläne und spätestens am 21. Oktober urteilt Brüssel über den italienischen Haushalt. Vor sechs Jahren hat die Europäische Kommission den Haushaltsplan eines Mitgliedsstaates abgelehnt. Wer bei der jetzigen Marktturbulenz die Sicherheit der Seitenlinie aufsuchen möchte, könnte sich anstelle des amerikanischen Dollars besser für den Schweizer Franken, oder besser noch für den japanischen Yen entscheiden. Die letztgenannte Münze ist in den vergangenen Tagen im Vergleich zum Dollar schon um 2 Prozent angestiegen.

Laurens Maartens (laurens.maartens@nbwm.nl) ist Währungsexperte der Nederlandsche Betaal & Wisselmaatschappij (www.nbwm.nl). 1998 hat er seine Laufbahn bei der Zwitserse bank UBS (Schweizer Bank) angefangen. Seitdem hat er für mehrere Parteien im In- und Ausland gearbeitet. Er kommentiert die aktuellen Währungsentwickungen in Zeitungen, auf Webseiten und im Rundfunk. Auch gibt er Vorlesungen und Trainungen für Unternehmer im Bereich Währungsmanagement. Er betont dabei, dass die Teilnehmer sich am besten für einfache und billige Währungsprodukte entscheiden können. Diese Kolumne ist seine persönliche Ansicht. Diese Information ist nicht gemeint als professionelle Anlageberatung oder als Empfehlung für bestimmte Anlagen über die Nederlandsche Betaal & Wisselmaatschappij NV.


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