Leon Kranenburg:

Präzisionslandwirtschaft führt zu einem besseren Produkt in gleichmäßiger Qualität

Der Juni brach als trockener Monat alle Rekorde. Im Durchschnitt gab es in den Niederlanden nicht genug Regen und gegen Ende des Monats wurden in einigen Teilen des Landes Sprühverbote erlassen. Es war auch in anderen Teilen Europas trocken. Für die meisten Erzeuger ist das negativ, aber für den Kartoffelmarkt gibt eine längere Trockenperiode in Europa einen Hoffnungsschimmer auf eine bessere Saison. Trotz aller Sorgen bleibt Leon Kranenburg optimistisch und sieht Chancen für holländische Kartoffeln.


Leon Kranenburg im Kartoffelfeld

"In der letzten Saison waren die Preise sehr schlecht, und obwohl man davon ausgehen könnte, dass dies Platz für den Export bieten würde, war dieser Markt auch enttäuschend", blickt Leon auf die vergangene Saison zurück. Obwohl es im Juni noch zu früh ist, um etwas über die nächste Saison zu sagen, weiß Leon, dass sich etwas ändern muss, damit sich der Markt verbessert, als wir in der letzten Juniwoche mit ihm sprachen. "Die Fläche in Europa ist gleich geblieben, das ist Grund zur Sorge", sagt er. "Wenn die Saison normal wird, wäre das nicht positiv. Wir hätten zu viel Volumen in Europa. "In den letzten Junitagen und am ersten Juli steht die Sonne hoch und die Temperaturen steigen schnell an. Nicht nur in den Niederlanden war es trocken, auch in anderen Teilen Europas hat es seit Wochen nicht geregnet. Wenn das trockene Wetter anhält, würde dies die Entwicklung neuer Kartoffeln beeinträchtigen.

Das Unternehmen, nur einen Steinwurf von den Autobahnen A44 und A4 entfernt, hat eine Fläche von 150 Hektar konventioneller Produktion. Fünfunddreißig Hektar davon sind mit Kartoffeln bepflanzt. Im Jahr 2012 übernahm Kranenburg die Sortierfirma Fa. H. J. v.d. Berg & Zn. Dies führte dazu, dass das Unternehmen an seinen Standort in Nieuw-Vennep umzog. "Wir arbeiten mit festen Partnern, Agenten und Erzeuger zusammen, von denen wir die Kartoffeln kaufen", sagt Leon. Das Unternehmen handelt nur mit holländischen Kartoffeln, die in niederländischen Küstenprovinzen und in Flevoland gekauft werden.


Leon Kranenburg untersucht die ersten Knollen unter der Pflanze.

Osteuropäischer und französischer Wettbewerb
Die größte Bedrohung für die Kartoffelproduktion in den Niederlanden ist die wachsende Produktion in Osteuropa und Frankreich, erklärt Leon. "Der Anstieg in Kombination mit einem geringeren Konsum von Speisekartoffeln in den Niederlanden", erklärt er. Die Erzeuger in Osteuropa und Frankreich werden immer besser in der Produktion von Kartoffeln und es werden beträchtliche Investitionen in die Produktion getätigt. "Frankreich hat ein gutes Klima und frische Böden. Die äußere Qualität ist deswegen auch besser", fährt Leon fort. Er hat bemerkt, dass die französische Kartoffel in den Niederlanden auch wegen ihres guten Aussehens an Boden gewinnt. "Niederländische Konsumenten kaufen oft nach dem Aussehen." Diese Verbraucherpräferenz spiegelt sich auch in den aufkommenden Sorten niederländischer Produktion wider: Diese haben meist eine glatte Schale.

Auf dem Inlandsmarkt wird es schwieriger, auch der Exportmarkt steht unter Druck. In Deutschland wählen die Verbraucher lokale Produkte, so dass weniger Importmöglichkeiten bestehen. In Osteuropa wächst die heimische Produktion, so dass auch der Markt allmählich abnimmt. "Diese Länder werden sich in ein paar Jahren selbst versorgen", sagt Leon. "Der russische Boykott traf auch den holländischen Sektor ziemlich hart. Früher wurden viele Kartoffeln dorthin geschickt, aber dieser Markt wird nicht zurückkehren. "


In der letzten Juniwoche waren die Kartoffeln immer noch zu klein.

Die Industrie kauft auch weniger. "Chipsfabriken kaufen 80 bis 85 Prozent auf Vertragsbasis, so dass es weniger Schwankungen auf dem Markt gibt", erklärt er. Aufgrund dieser Auftragsproduktionen ist die Industrie auf dem freien Markt weniger aktiv. Trotz all dieser Entwicklungen, die den Kartoffelsektor unter Druck setzen, ist Leon nicht pessimistisch. "Kartoffeln werden immer gebraucht. Wenn man eine gute Qualität bieten kann und seinen Kunden gut dient, dann hat man eine Zukunft.”

Nachhaltige Produktion fördern
"Vor zwanzig Jahren hat der Kartoffelsektor vergessen, sein Produkt ansprechend zu halten", räumt Leon die Schuld ein. Obwohl Kampagnen wie "Power to the Pieper" eine positive Entwicklung sind, ist es nicht einfach, mit der Konkurrenz anderer Produkte mitzuhalten. "Nährwerte und Nachhaltigkeit von Kartoffeln sind viel besser als beispielsweise von Reis, aber wer wusste das?"

Leon zufolge wird die Kartoffelproduktion immer nachhaltiger. "Die konventionelle Produktion verschiebt sich immer mehr in Richtung Bioproduktion." In der konventionellen Produktion werden weniger Mittel und bessere Techniken eingesetzt. "Die Präzisionslandwirtschaft wird größer, so dass ein besser aussehendes Produkt mit gleichmäßigerer Qualität geerntet werden kann. Das kommt der gesamten Lieferkette zugute. "Für Kranenburg drückt sich die Präzisionslandwirtschaft vor allem in den Entwicklungen im Bereich Boden aus. Wegen des Flugverkehrs vom Flughafen Schiphol können Drohnen nicht über den Feldern eingesetzt werden. "Mit Scannern, die beispielsweise an der Rückseite von Traktoren angebracht sind, können Sie die Felder auf Krankheiten analysieren", erklärt Leon.

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