Kaffeebohnen machen Platz für Avocados

Die kenianische Firma Kakuzi gehört zu großen Teilen dem britischen Investor Camellia Plc. Ursprünglich war Kakuzi eine Sisalplantage, jedoch diversifizierten sie sich zur Kaffeeproduktion. Das war auch ihre Hauptaktivität als Camellia in die Firma investiert hat. Über die Jahre hinweg wurden die Kaffeepflanzen gerodet und machten Platz für Avocados und Macadamianüsse. Zusätzlich werden Ananas in kleinen Mengen angebaut und es gibt eine Abteilung für Forstbetrieb und einen Viehbestand.

"Sie sahen die Chance andere Produkte neben Kaffee anzubauen, und deshalb beschloss man bei Kakuzi die Produktion zu diversifizieren," sagt Graham McLean, Geschäftsführer der Landwirtschaft bei Camellia. Der internationale Markt für Kaffeebohnen wurde immer weniger profitabel für große, kommerzielle Erzeuger in Kenia im Verlauf der Jahre. Im Allgemeinen werden 80% des globalen Kaffees von 25 Millionen kleinen Farmen hergestellt, welche zu den verschiedensten Preisen verkaufen, was die Situation für große, kommerzielle Produktion erschwert. "Wir haben den Kaffee auslaufen lassen und haben dafür jetzt Avocados und Macadamia." Der Übergang war fließend. Zunächst wurden die Avocadobäume gepflanzt und schließlich mussten auch die letzten der Kaffeepflanzen für Macadamias platz machen. "Wir haben jetzt unterschiedliche Kulturen bei Kakuzi."



Hass für den internationalen Markt
Im letzten Jahr erntete die Firma 7.100 Tonnen Avocados auf 515 Hektar. Davon wurden 1.800 Tonnen für kleine Erzeuger die mit Kakuzi zusammenarbeiten verpackt. "Die Hass-Avocados sind die meist gefragte Sorte auf dem Markt und die Nachfrage steigt weiter. Daher war es definitiv ein gute Entscheidung Avocados anzubauen," sagt Graham weiter. Die kenianische Firma vermarktet die Sorten Hass und Fuerte. 90% der Hass-Exporte gehen nach Frankreich. Der Rest des Volumens wird auf andere EU-Länder, Großbritannien, die Schweiz und Skandinavien verteilt.

Nur eine kleine Menge, die nicht den Anforderungen für den Export entspricht, wird auf dem einheimischen Markt verkauft - obwohl dieser nicht sehr groß ist. Anders sieht es beim Anbau von Ananas aus, eine kleine Produktion im Vergleich zu den Avocados. "Bei den Ananas ist der Fokus auf dem einheimischen Markt. Kakuzi verkauft alle Ananas auf dem kenianischen Markt."

Der wachsende Markt macht Investition interessant
Der Obstanbau ist ein attraktiver Markt für Investitionen. "Die Nachfrage nach Obst steigt mit der wachsenden Population der Erde, egal wo der Anbau stattfindet," sagt Graham. "Es scheint einen schier endlosen Markt für Superfoods wie Avocados, Beeren und Nüsse zu geben und jetzt, da die asiatischen Märkte aufkommen, wird die Nachfrage nur noch weiter steigen." Der Markt ist interessant für Investoren und Konsumenten gleichermaßen. "Es gibt mehr Interesse an der Herkunft der Produkte, daher ist es wichtig alles genau zu organisieren." Graham meint damit die Notwendigkeit von Zertifikaten für den Anbau und die sozialen Gegebenheiten für die Anbaubetriebe. 

Kein schnelles Geld
Eine Investition in der Landwirtschaft jedoch bedarf einer Vision für die Zukunft. "Wir haben langfristige Prinzipien was Investitionen angeht. Wir sehen uns als die Verwalter unserer Vermögen für zukünftige Generationen. Wir haben einen ständigen Blick in die Zukunft." Er erklärt weiter: "Man investiert nicht in Landwirtschaft für das schnelle Geld. Das funktioniert nicht mit unserer Philosophie."

Die Risiken dieser Investments werden so gut es geht durch Verteilung der Gelder gemildert. Camellia zeigt Interesse am Anbau von Tee, Kautschuk, Zitrusfrüchten und Soja unter anderem, und investiert außerdem in den Weinanbau und die Produktion (Linton Park Weine). Zusätzlich investiert die Firma in verschiedene Ingenieurs- und Gastronomieservice- und Logistikfimen. "Wir haben einen 'globalen Fingerabdruck'", erklärt Graham, "um die Einflüsse von Klima, Preisen, Wechselkursen, Politik und anderen Problemen die mit den Investitionen in der Landwirtschaft zu tun haben, zu mildern."



Politik und Landwirtschaft hängen immer zusammen, sagt Graham. Es ist egal ob der Erzeuger in den USA ist, Europa oder Afrika, die Politik spielt immer eine Rolle. "So ist das Leben. Es ist wie das Wetter, es gibt gute und schlechte politische Umstände und sie wechseln sich ab." Camellia hat afrikanische Projekte in Kenia, Malawi und Südafrika. Diese Länder sind alle relativ stabil.


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