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Belgien: Geert Benats, Obsterzeuger:

''Es ist die Kunst klein zu bleiben''

Geert Benats ist schon seit Mitte der achtziger Jahre Obsterzeuger in Zoutleeuw, in der belgischen Provinz Flämisch-Brabant. "Wir haben damals mit dem Apfelanbau angefangen, aber in den neunziger Jahren bin ich auf Birnen umgestiegen. Auch produziere ich seit 2009 Hochstamm-Walnüsse. Das mache ich aber eher hobbymäßig." Er vermarktet die Produkte selber. "Wir verkaufen direkt an den Großhandel."

Weniger Kilos
Durch den Frost im April 2017 hat er den größten Teil der jetzigen Nussproduktion verloren. Bei den Birnen ist die Lage zum Glück nur halb so schlimm. "Ich glaube, dass die Zahlen nicht das Problem sind, sondern eher die Fruchtgröße. Es kostet uns vor allem Kilos. Bei einem Größen-unterschied erntet man schon sechs bis sieben Tonnen pro Hektar weniger. Nach der Blüte, während der Periode der Zellteilung, hatten wir nämlich schlechtes Wetter. Seit einigen Monaten erleiden wir auch eine ernsthafte Trockenperiode, was leider auch die Fruchtgröße negativ beeinflusst. Wir können die Bäume natürlich bewässern, aber Regen ist immer besser. Die Natur kann man nicht nachahmen."



Jeden Tag mit beiden Beiden auf dem Boden
Geert hat eine Anbaufläche von sieben Hektar Birnen und baut die Sorten Triomphe, Durondeau und Conference an. "Neben Obsterzeuger bin ich auch Vertreter für Pflanzenschutzmittel bei der Firma Stas Belgium NV in Glabbeek. Obst anbauen bedeutet für mich jeden Tag dazu lernen." Er hat sich für drei Sorten entschieden, um das Risiko verteilen zu können. Eine Kombination dieser Birnen funktioniert für mich perfekt, jede Sorte hat nämlich ihre Vor- und Nachteile."

Die Stimmung in der belgischen Obstbranche ist nicht positiv. "Jeder erfährt jeden Tag die Russlandkrise. Dazu kommen die schlechten Wetterbedingungen der letzten zwei Jahren, zum Beispiel Hagel, Stürme, zu nass, zu trocken und Frost. Nur wenige Erzeuger waren gegen Hagelschaden versichert. Mehrere schwierige Saisonen hintereinander hält nicht jeder aus."

Kunst des Kleinbleibens
Neuen Sorten steht er skeptisch gegenüber. "Wenn man die Zahl der introduzierten Clubsorten genau betrachtet, ist nur ein kleiner Teil davon erfolgreich. Ich glaube, man sollte als Erzeuger vorsichtig vorgehen. Man sollte meiner Meinung nach überhaupt keine große Investitionen machen. Ich verwerfe die Konzeptsorten nicht, es hängt nur davon ab, wer dahinter steht. Privat funktioniert es meiner Meinung nach besser als kooperativ. Eine Kooperation kann nicht alle Wünsche erfüllen. Das bemerkt man bei der Birnensorte "Celina" von Obsthandel Wouters. Da kann ein Erzeuger noch Gewinne erzielen."

Laut Geert hat der Unternehmer-Obsterzeuger es nicht einfach. Erstens die Russlandkrise und zweitens die schwierigen Wetterumstände. Drittens haben die Unternehmer-Obsterzeuger auch mit sehr viel Gesetzgebung und Papierkram zu tun. Ich glaube, es ist die Kunst, als Betrieb klein zu bleiben, so dass der Unternehmer den Arbeitsdruck selber unter Kontrolle halten kann. Wenn ich unseren Kundenkreis beobachte, bemerke ich, dass die kleineren Betriebe es viel leichter haben als diejenige mit einer großen Anbaufläche. Die kleineren Betriebe haben meistens bessere finanziellen Reserven um schwierige Jahre überbrücken zu können. Betriebe mit einer großen Anbaufläche haben oft Probleme damit gutes Personal zu finden aber auch zu behalten. Das vergrößert den Arbeitsdruck des Betriebsleiters."

Für weitere Informationen:
Geert Benats
Benats BVBA
geert.benats@proximedia.be
+32 478321692

Erscheinungsdatum:



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