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"Polnische Kartoffeln anzuzweifeln ist wie Gesundheit des eigenen Saatguts anzuzweifeln"

Warnung vor polnischen Kartoffeln grundlos?

Nach einer polnischen Rekordernte mit einem Produktionsanstieg von 35% im Vergleich zum Vorjahr, gibt es ein großes Potential, dass das Überangebot dabei helfen könnte die Lücken in Ländern wie in Belgien, Deutschland und die Niederlande zu füllen. Denn in diesen Ländern ist die Ernte wegen der schlechten Wetterbedingungen am Ende des Sommers und Herbsts schlechter ausgefallen.

Leider wird dieses Potential von den betroffenen Ländern nicht wirklich erkannt. Belgapom und die NAO haben vor Kurzem Richtlinien für Importe nach Belgien und die Niederlande festgelegt, in denen sie vor dem Import von polnischen Kartoffeln warnen.

"Offiziell lautete die Botschaft, vorsichtig zu sein, jedoch lautete die unterschwellige Nachricht " Tun Sie es lieber nicht." Einige Prozesse in Polen wurden angezweifelt und auch wurde gesagt, dass die LKWs möglicherweise nicht sauber seien." so Lukasz Ostrowicz vom polnischen Kartoffelanbieter Bugaj.

Polen ist das einzige Land, das Kartoffeln produziert, das in der EU strenge Auflagen befolgen muss, wenn es Kartoffeln in andere EU Länder exportieren will. Diese Richtlinien machen es den polnischen Exporteuren sehr schwer, da es für sie somit nicht mehr profitabel sein könnte, zu exportieren. Bauern waren in der Vergangenheit eher zurückhaltend mit Exporten, weil der Prozess so kompliziert ist. Jetzt, wo es das Überangebot gibt, sind die Bauern jedoch bereit dazu, das Risiko einzugehen.

Jede Ladung polnischer Kartoffeln, die für den Export bestimmt ist, muss überprüft und getestet werden. Das kostet den Bauern viel Geld und in einigen Regionen dauert diese Inspektion drei Wochen. Der Export ist außerdem ein großes Risiko für die Bauern, weil es ihnen, sollten Krankheiten gefunden warden, nicht gestattet wird, ihre Kartoffeln in den kommenden Saisons anzubauen oder zu exportieren.

Lukasz sagte, dass viele polnische Bauern Anfragen von niederländischen, belgischen und französischen Unternehmen bekommen haben, sie mit Kartoffeln für die Herstellung von Pommes zu beliefern.

Die Polnische Kartoffel Assoziation (Stowarzyszenie Polski Ziemniak) hat als Antwort auf die Warnungen von Belgapom und der NAO ein Statement herausgegeben, in dem sie bestätigt, dass "Polen ein sehr gutes Jahr mit sehr guten Ergebnissen hatte, viele Unternehmen haben sich dazu entschieden in Länder wie Italien, Frankreich, Holland und Belgien zu exportieren, obwohl das Verfahren so kompliziert ist. Als die Kartoffeln das jeweilige Zielland erreichten, stellte sich heraus, dass sie alle Standards erfüllten, die die Länder aufgestellt haben, die Polens Kartoffelindustrie als schlecht darstellen. Die Polnische Kartoffel Assoziation findet, dass das ein Regelverstoß gegen den freien Handel innerhalb der EU ist und dass polnische Unternehmen den notwendigen Anforderungen nachgekommen sind. Deswegen appellieren sie an andere Assoziationen, den Importeuren noch einmal zu versichern, dass polnische Kartoffeln sicher sind."

Polnisches Saatgut kommt aus Ländern, die Warnungen herausgegeben haben
"Es gibt viele Kartoffelbauern in Polen, etwa 300.000. In Großbritannien gibt es im Vergleich nur 2.500. Ja, es gibt auch viele kleine Bauern in Polen, die eine weniger gute Qualität anbauen, diese Produkte sind jedoch nur für den lokalen Markt und würden nie exportiert werden. Diese Kartoffeln schaffen es nicht einmal in polnische Supermärkte," sagte Lukasz.

"Professionelle Kartoffelbauern nutzen in Polen IMMER qualifiziertes Saatgut. Die Ironie ist, dass das Saatgut vor allem aus den Niederlanden und Deutschland kommt. Die Krankheit, vor der die niederländischen und belgischen Assoziationen warnen, kommt von genau diesen Saatkartoffeln. Anzuzweifeln, dass die Kartoffeln, die in Polen angebaut werden, ungesund sind, ist, als würde man anzweifeln, dass das Saatgut, mit dem sie Polen beliefern, gesund ist. Es ist mehr eine politische Angelegenheit, als alles andere und ich denke, dass sie es nur tun, weil sie ihren eigenen Markt schützen wollen. Die Bauern finden diesen Schritt vielleicht gut, aber es ist nicht fair und auch nicht logisch, diese Warnungen herauszugeben."

Lukasz sagte, dass es eine so große Nachfrage geben würde, dass es Sinn machen würde, wenn Polen dabei helfen würde, die Lücken zu schließen. Auch sind sie das einzige Land in der EU, dass so strenge Kontrollen durchlaufen muss, deswegen sind polnische Kartoffeln eher sicherer, als Kartoffeln aus anderen Ländern.

"Ich denke, dass die Situation eine Schande ist und gegen das verstößt, worum es in der EU geht; Kooperation, freier Handel, Überangebote zu eliminieren und zu versuchen das Überangebot von Kartoffeln und anderen Produkten zwischen den Mitgliedsstaaten unter Kontrolle zu bringen. Ich bin mir sicher, dass die Situation sich irgendwann auch ins Gegenteil wandeln könnte und wir dann aus den Niederlanden kaufen müssten. Ich kann verstehen, dass sie Angst haben, aber sie könnten auch innerhalb von zwei Jahren eine große Menge verkaufen."

Für weitere Informationen:
Lukasz Ostrowicz
Bugaj Sp Zoo

Erscheinungsdatum:



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