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Schweiz:

Erneut eine unterdurchschnittliche Kartoffelernte erwartet

Die starken und anhaltenden Niederschläge im Frühling und die vergangenen heissen Tage haben Auswirkungen auf Quantität und Qualität der diesjährigen Kartoffelernte. Nachdem die ersten Kartoffelpflanzungen bei guten Konditionen erfolgten, verzögerte eine lange Regenperiode weitere Pflanzungen und brachte verbreitet die Kartoffeln unter Stress oder gar zum Ersticken. Die Krautfäule in Schach zu behalten war während der ganzen Vegetation eine schwierige Angelegenheit. Die heissen Temperaturen der vergangenen Tage waren dem Wachstum ebenfalls nicht förderlich. So sind die Qualitäten sehr unterschiedlich und die Kaliber verbreitet kleinfallend, was zu einem knappen Angebot führt.

Am 22. und 23. August 2016 haben die Vertreter von Produktion, Handel und Industrie der swisspatat in allen Regionen der Schweiz 1'115 repräsentative Kartoffelmuster der relevanten Sorten (inkl. Bio) ausgewertet. Die Resultate dienten als Grundlage für die Ernteschätzung 2016.

Durchschnittlich um 23% tiefere Erträge
Die Bruttoerträge liegen höher als im Vorjahr, aufgrund des tieferen Speisenanteils hingegen, liegen die Flächenerträge mit 265 kg Speiseanteil pro Are über alle Sorten gesehen praktisch auf dem historischen Ertragstief von 2013 (262 kg/a) und 2015 (269 kg/a). Verglichen mit den letzten 5 Jahren, die zwei Kleinsternten enthalten, liegen die diesjährigen Erträge 23% unter dem Durchschnitt. Die Kaliber sind sehr kleinfallend und die Raclettesanteile dementsprechend hoch.

Die äusseren und inneren Qualitäten sind sehr heterogen. So wies jedes vierte Muster Wachstumsrisse auf. Besonders ausgeprägt war dies bei der Sorte Agria. Weitere verbreitete Mängel waren grüne Knollen und Fäulnis. Die generell hohen Stärkegehalte und die durch die Hitze oberflächlich ausgetrockneten Böden mahnen zu Geduld und Vorsicht bei der Ernte, um Schlagschäden und Blaufleckigkeit zu vermeiden. Der Anteil an Mustern mit noch grünen Stauden ist mit 58.2% etwas höher als im Vorjahr (53.3%), wobei die Stauden dieses Jahr wohl kaum die Kraft für grosse Ertragszuwachse haben.

Stabile Anbaufläche

Gemäss Hochrechnungen blieb die Kartoffelanbaufläche im 2016 gegenüber dem Vorjahr stabil. Sie beträgt 10‘898 ha (2015: 10‘981 ha).

Produzentenrichtpreise am oberen Preisband
Aufgrund des tiefen Angebotes und einer nur leicht gesunkenen Nachfrage, erreichen die Produzentenrichtpreise 2016 bei allen Speise-Sorten das obere Preisband. Im Frischkonsum beträgt der Produzentenrichtpreis für Victoria und Jelly neu Fr. 51.35/100 kg (2015: Fr. 47.70). Für die festkochenden Sorten Charlotte, Nicola, Ditta, Annabelle, Alexandra, Erika, Gourmandine, Venezia und Vitabella, beläuft sich der Preis neu auf Fr. 55.65/100 kg (2015: Fr. 52.00). Bei der bedeutendsten Fritessorte Agria liegt der Preis bei Fr. 43.75/100 kg (2015: Fr. 43.10). Für die wichtige Chipssorte Lady Claire gilt neu ein Preis von Fr. 44.65/100 kg (2015: Fr. 44.15).

Tiefe Erträge auch bei den Bio-Kartoffeln feststellbar
Der Durchschnittsertrag über alle Sorten beträgt 139 kg Speiseanteil pro Are und ist damit 36.5% unter dem Fünfjahresmittel, was auf die schwierigen Witterungsbedingungen zurückzuführen ist. Die solide Nachfrage führt dazu, dass die Bio-Preise im 2016 für die festkochenden und mehligkochenden Sorten auf Fr. 99.65/100 kg (Vorjahr Fr. 96.-/95.-) festgelegt wurden. Bei der Industrieware beläuft sich der Preis auf Fr. 84.50/100 kg (Vorjahr Fr. 80.75/Fr. 81.-).

Spezielle Änderungen in den Übernahmebedingungen für die Ernte 2016

Um der aussergewöhnlichen Ernte Rechnung zu tragen, wurde die feste Toleranz für Grössenabweichungen bei den Speisekartoffeln (exkl. Agria), wie im Vorjahr von 6% auf 10% erhöht. Die Rückweisungstoleranz aufgrund des Kalibers bleibt bei 14%. Für Veredelungskartoffeln wird sie von 10% auf 12% erhöht. Die maximale Länge von 12 cm bei festkochenden Sorten wird für die Ernte 2016 aufgehoben. Das Kaliber bei den Chipssorten wurde von 42.5 – 70 mm auf 42.5 - 75 mm geöffnet.

Bei den Speise-Sorten gibt es für Kartoffeln mit Wachstumsrissen, die mit einmaligem Schälmesser-Durchgang weggehen, keinen Abzug.

Bei den Frites-Sorten werden Kartoffeln mit Wachstumsrissen, die mit zweimaligem Schälmesser-Durchgang weggehen, als i.O. und ohne Abzug akzeptiert. Posten mit tiefer gehenden Wachstumsrissen und allfälligen weiteren diversen Mängeln zwischen 12% und 20% werden als grobsortiert übernommen, bei über 20% tiefer gehenden Wachstumsrissen und weiteren diversen Mängeln kann die Annahme verweigert werden.

Branchenbeiträge des Verteilerhandels bereits auf Stufe Erstübernehmer erhoben. Basierend auf dem Beschluss der Delegiertenversammlung swisspatat sind ab der Ernte 2016 im Produzentenrichtpreis für die Früh- und Speisekartoffeln (inkl. Agria) nebst den Branchenbeiträgen der Produktion (Fr. 1.20/100 kg) neu auch jene der Verteiler (Fr. 0.15/100 kg) enthalten. Der Produzentenrichtpreis wird dazu um Fr. 0.15/100 kg erhöht und bei der Abrechnung werden neu Fr. 1.35/100 kg (vorher Fr. 1.20/100 kg) abgezogen. Der Nettopreis für die Produzenten bleibt folglich gleich. Dies gilt nicht für die Industriesorten mit Ausnahme der Sorte Agria.

Für weitere Informationen:

swisspatat
Postfach
3001 Bern (CH)

Tel. +41 (0) 31 385 36 50
Fax +41 (0) 31 385 36 58

info@swisspatat.ch
www.swisspatat.ch

Erscheinungsdatum:



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