"Isländische Bauern dank Labels und Marken in schwarzen Zahlen"
Oben und unten: Isländische Erdbeeren, Kirschtomaten und Gurken. SFG hat es geschafft, einen strukturell guten Preis für seine Bauern zu erzielen.
Zuerst muss man sagen, dass der isländische Markt einzigartig ist. Gunnlaugur beschreibt SFG als "das Gewächshaus Islands" und obwohl die Ziele der Organisation die gleichen sind, kann man SFG nicht mit den niederländischen Giganten mit 55 Mitgliedern und 6,000-7.000 Tonnen Verkäufen vergleichen. SFG wurde 1940 von Bauern, die ihre Produkte auf den Markt bringen wollten, gegründet. "Sie haben sich zusammengeschlossen, um einen besseren Umsatz zu erzielen," erklärt Gunnlaugur. "SFG arbeitet noch immer nach den gleichen Prinzipien."
Isländisches Basilikum.
Die Wasserqualität ist ein wichtiger Faktor
Als Gunnlaugur Anfang 2002 Vorsitzender von SFG wurde, investierte er vor allem in Label, Differenzierung, Marken und Qualität. "Wir müssen Label entwickeln und die Produkte zu Markenprodukten machen, ähnlich wie sie es in Südeuropa mit dem Wein tun. Wir müssen den Markt besser über unsere Produkte informieren. Der isländische Markt hat sich entwickelt und jetzt ist die Rückverfolgbarkeit bis hin zum Bauern ein wichtiger Faktor für Verbraucher. Ein Großteil des globalen Marktes konkurriert nur um Preise, auch dort, wo die Kunden Qualität wollen und bereit sind, mehr für vertrauenswürdige Bauern zu zahlen. Wenn der Preis alles ist, was zählt, müssen die Bauern immer neue Wege finden, um Geld zu sparen - und das geht auf Kosten der Qualität." Der Isländer sieht Heineken und viele Weinstöcke als Beispiel. Diese Unternehmen haben es geschafft, ein Markenbewusstsein zu schaffen und Vertrauen und ein Image aufzubauen und deswegen wollen Menschen ihre Produkte. Auf unserem Markt und auch auf unserem Gemüsemarkt reagieren die Kunden genauso.
Isländische Paprikas sind groß und schwer. Es gibt fast ein ganzjähriges Angebot an isländischen Kartoffeln.
Er ist überzeugt, dass die isländischen Produkte eine hohe Qualität haben. "Die Wasserqualität ist exzellent, wir haben sehr sauberes Wasser," sagt Gunnlaugur. "Das Leitungswasser in Reykjavik ist sauberer, als das Wasser, dass man in Flaschen kaufen kann und diese Wasserqualität nutzen die Bauern, um ihre Felder zu bewässern." Das wirkt sich beispielsweise sehr positiv auf die Qualität von Gurken aus, so Gunnlaugur. Er ist davon überzeugt, dass eine isländische Gurke viel besser schmeckt, als eine niederländische.
Die Verpackungsanlage für Kartoffeln.
Verarbeitete Kartoffeln und isländische Tomaten.
Label für die Wiedererkennung
Die Bauern haben noch weitere Vorteile. Die Temperaturen sind stabil und nur in Ausnahmefällen fallen sie unter 10 Grad Celsius oder steigen über 20 Grad Celsius. Auch können die Gewächshäuser, indem die Bauern geothermische Quellen nutzen, günstig beheizt werden. Nur der Wind, der eine Geschwindigkeit von bis zu 50 Metern pro Sekunde erreichen kann, ist eine Herausforderung für die Gewächshausarchitekten. Für lange Zeit wurde der Wind den Gewächshäusern zum Verhängnis, doch seit 1994 ist die Indoor-Kultivierung, vor allem bei Tomaten und Gurken, ein voller Erfolg.
Fast jede Obst- und Gemüsesorte, die in Island angebaut wird, kommt in dieses Gebäude, dem Zentralbüro von SFG.
Auch isländische Pilze sind sehr beliebt.
Für den Anbau auf offenem Feld, der die Hälfte der Mengen ausmacht, die SFG vermarktet, wird die Saison voraussichtlich Mitte des nächsten Monats beginnen. "Der Süden Islands ist wärmer, deswegen ist dort die Feldkultivierung möglich. Der Boden ist gut, vor allem Brokkoli und Karotten machen sich sehr gut. Der Kartoffelmarkt befindet sich zwischen den Saisons. Die Insel importiert kaum Kartoffeln, denn die isländischen Knollen sind fast das ganze Jahr über erhältlich. "Es gibt noch immer viele Produkte, die nicht hier angebaut werden," fährt Gunnlaugur fort. Er sieht vor allem bei der Zwiebelkultivierung Chancen.
Die letzten Kartoffeln der Saison im Lager. Diesen Sommer kommt die neue Ernte auf den Markt.
Kastanienpilze mit extra viel Vitamin D, ein Trend in Island.
Die isländischen Produkte sind sehr beliebt, obwohl sie teurer sind, als die meisten importierten Produkte. Die Produkte werden durch das auffällige Label Islenskt Graenmeti, was "isländisches Gemüse" bedeutet, direkt erkannt. Jede Verpackung zeigt zudem, von welchem Bauern das Produkt stammt. SFG fährt außerdem Werbekampagnen für isländisches Gemüse. Produkte und Rezepte werden in verschiedenen Medien dargestellt. Beispiele sind PR, Zeitungen, TV und
Facebook. "Viele Leute schätzen unsere Werbeausgaben 2-3 mal so hoch ein, wie sie tatsächlich sind. Die Medien lieben es, über die Bauern zu berichten und indem wir clever einkaufen, können wir auch mit einem kleinen Budget viel erreichen.
Für weitere Information:
SFG
Gunnlaugur Karlsson
+354 570 8905
[email protected]
www.sfg.is